Ex-Hertha-Investor Windhorst möglicherweise in Epstein-Affäre verwickelt?
Berlin – Der Skandal um Jeffrey Epstein (†66) weitet sich aus und erreicht nun auch Berlin: Der frühere Hertha-Investor Lars Windhorst (49) soll Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter gehabt haben – zumindest ist sein Name in den Akten verzeichnet.
Ab 2019 sicherte sich Windhorst durch Investitionen in Höhe von insgesamt 374 Millionen Euro 64,7 Prozent der Anteile am Fußballclub Hertha BSC und prägte damit die Ära des sogenannten „Big City Clubs“ bei den Blau-Weißen. Könnte diese wenig schmeichelhafte Episode durch die neue Verbindung nun noch zusätzlich in ein zweifelhaftes Licht gerückt werden?
Wie die „Welt“ berichtet, wird der Unternehmer in den kürzlich vom US-Justizministerium veröffentlichen, brisanten Unterlagen mehrfach namentlich genannt.
Den Recherchen von TAG24 zufolge soll der Kontakt zwischen den beiden Geschäftsleuten über einen Mittelsmann namens Mark Lloyd zustande gekommen sein. Ob es tatsächlich zu einem persönlichen Treffen kam, lässt sich aus den Dokumenten jedoch nicht eindeutig ableiten – selbstverständlich gilt in solchen Angelegenheiten die Unschuldsvermutung.
Vor der Veröffentlichung des Artikels reagierte Windhorst nicht auf entsprechende Anfragen. Laut dem europäischen Wirtschaftsmagazin „Private Equity News“ soll der 49-Jährige jeglichen direkten Kontakt zu Epstein jedoch bestritten haben.
Am 24. Juni 2018 schrieb Lloyd in einer E-Mail: „Es gibt einen jungen deutschen Unternehmer namens Lars Windhorst, der Dich gerne treffen möchte, wenn es Dir passt.“
Obwohl Windhorst eine bewegte Vergangenheit mit zwei Insolvenzen hinter sich habe, befinde er sich wieder auf Erfolgskurs, erklärte der Epstein-Vertraute weiter. „Ich mag ihn, und ich glaube, Du würdest ihn ebenfalls mögen“, betonte der Verfasser und schloss mit den Worten: „Sag mir Bescheid, ob Du damit einverstanden bist, dann stelle ich euch gerne vor.“
Anfänglich zeigte Epstein kein Interesse, nahm nach einer weiteren Anfrage jedoch Kontakt auf. Über die Themen eines möglichen Treffens geben die veröffentlichten Dokumente keine Auskunft.
Unabhängig von einer möglichen Verbindung zum Epstein-Skandal ist der deutsche Unternehmer bereits in verschiedene Gerichtsverfahren verwickelt gewesen. Im Jahr 2021 wurde seine Tennor Holding von den niederländischen Steuerbehörden für zahlungsunfähig erklärt. Zwischenzeitlich lag sogar ein Haftbefehl des Insolvenzgerichts Hannover gegen Lars Windhorst vor.
Jeffrey Epstein sollte ab Juni 2020 wegen „Sex-Handels“ vor Gericht stehen. Am 10. August 2019 wurde er bewusstlos in seiner Zelle aufgefunden und wenig später im Krankenhaus für tot erklärt. Die US-Behörden gingen von Selbstmord aus. Sein Tod löste einen erheblichen Justizskandal aus.