Amüsanter Moment bei der PK: Kölner Trainer Kwasniok spendet Applaus für HSV-Coach Polzin
Hamburg – So etwas sieht man nicht alle Tage: Kurz vor Ende der Pressekonferenz nach dem spannenden Unentschieden zwischen dem HSV und dem 1. FC Köln ereignete sich ein ungewöhnlicher Vorfall.
Ein Journalist fragte den Rothosen-Trainer Merlin Polzin (35), ob er nach seinem 50. Spiel als Cheftrainer "ein kaltes Getränk" genießen wolle. Gerade als Polzin antworten wollte, unterbrach ihn sein Gegenüber Lukas Kwasniok (44).
„Lasst uns doch alle einmal für Merlin klatschen“, schlug der 44-Jährige vor und begann tatsächlich mit einem kurzen Applaus, was für Erheiterung sorgte. „Man kann eine Pressekonferenz ja auch mal anders gestalten“, kommentierte der effzeh-Coach schmunzelnd.
Doch Kwasniok hatte noch nicht genug und fügte hinzu: „50 Spiele bei einem Traditionsverein zu absolvieren, das ist nicht jedem vergönnt.“ Mit dieser Bemerkung bewies der Trainer auch eine Portion Selbstironie, denn sein eigener Arbeitsplatz in Köln ist momentan alles andere als sicher.
Polzin musste bei dem kuriosen Zwischenfall kurz schmunzeln, bevor er das Remis der beiden Aufsteiger als „verdient“ einstufte. „Es war nicht unser stärkstes Spiel, aber in dieser Phase der Saison zählt jeder Punkt“, betonte er.
Ähnlich sah es Miro Muheim (27): „Angesichts des Spielverlaufs können wir mit dem Punkt gut leben. Heute war sicherlich nicht unsere beste Leistung. Mit dem Ball hatten wir zu wenig Präsenz, es fehlte an Bewegung und wir wirkten zu statisch. Auch defensiv haben wir nicht genug investiert“, analysierte der Schweizer.
Der Linksverteidiger ergänzte, dass man nicht konsequent genug ins Pressing gekommen sei und in den Zweikämpfen „nicht bissig genug“ agierte. Er unterstrich: „So wird es schwer, das eigene Spiel aufzubauen.“
HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes (33) sprach hingegen von einer „sehr kontrollierten Partie“ beider Teams. Er stellte klar: „Obwohl es ein Topspiel war, wirkte es nicht wie eines.“
Ungeachtet des Jubelspiels für Polzin richtete dieser den Blick schon nach vorne: „Wir haben noch acht Partien vor uns und wollen den HSV definitiv in der Bundesliga halten.“ – Dann dürfte der Applaus für den jungen Trainer wohl erneut ertönen ...
1. Bundesliga Tabelle
Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Verein, der am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) hat die Möglichkeit, in der sogenannten Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.