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Skurrile Szenen vor Spielbeginn: Gästefans greifen zu Werkzeug und kürzen Zaun

Herning (Dänemark) – Für Aufsehen sorgte ein ungewöhnlicher Vorfall in der dänischen Superliga: Anhänger von Brøndby IF zeigten sich unzufrieden mit einem ihrer Meinung nach zu hoch angebrachten Zaun im Gästebereich und machten sich eigenhändig daran, die Konstruktion zu entfernen.

Vor dem Anpfiff der Auswärtspartie beim FC Midtjylland am Sonntag in Herning stießen die Sicherheitsvorkehrungen des Heimvereins bei den Brøndby-Fans aus Kopenhagen auf deutlichen Unmut. Besonders die zuvor errichtete Zaunverlängerung fanden sie ausgesprochen störend.

Daraufhin griffen mehrere Personen zu Schraubendrehern und begannen kurzerhand, die Gitter im Gästeblock der rund 12.000 Zuschauer fassenden MCH Arena abzubauen.

Videomaterial zeigt, wie maskierte Personen am Zaun arbeiten. Gemeinsam lösen mehrere Männer Schrauben und Muttern, bevor sie die einzelnen Zaunelemente aus den Halterungen entfernen.

Diese Aktion führte beim Gastgeber zu erheblicher Empörung. Nach dem Spiel veröffentlichte der FC Midtjylland eine offizielle Erklärung, in der das Vorgehen deutlich verurteilt wurde.

„Vandalismus im Stadion ist vollkommen inakzeptabel – besonders dann, wenn er Einrichtungen betrifft, die dem Schutz von Spielern, Fans und Mitarbeitern dienen.“ Bewusst habe man auf Gegenmaßnahmen verzichtet, „um eine Eskalation der Lage zu vermeiden“.

Die aktive Fangruppe von Brøndby meldete sich am Montag zu Wort und wies die Vorwürfe der Zerstörungswut zurück: „Über 1000 Brøndby-Anhänger hatten die Reise aus Kopenhagen auf sich genommen. Vor Ort stießen wir jedoch auf eine Einrichtung, die unserer Ansicht nach nicht dem Standard entspricht, den man in dänischen Stadien erwarten kann. Ein mehrere Meter hoher Zaun verdeckte die Sicht auf das Spielfeld erheblich.“

Gleichzeitig betonte „Southside Brøndby“ via Instagram: „Der Zaun wurde nur entfernt, um Banner korrekt anbringen zu können und gleichzeitig die Sicht freizuhalten. Es bestand keinerlei Absicht, unbefugt Bereiche zu betreten oder Störungen zu verursachen.“

Obwohl die entfernte Barriere für eine bessere Sicht sorgte, blieb den Fans ein Torerlebnis verwehrt: Die Begegnung endete torlos.