Das Hinspiel gegen den früheren Klub – Robert Wagners ungewöhnlicher Weg zu Dynamo
Dresden – Die Karriere von Robert Wagner (22) ist alles andere als gewöhnlich. Seit 2022 gehört er zum Kader des SC Freiburg. Ein Jahr später wurde er zunächst nach Fürth ausgeliehen, anschließend, nach weiteren zwölf Monaten, ging es auf Leihbasis zu St. Pauli. Ab Sommer 2025 spielte er vorübergehend für Kiel, und seit der Rückrunde trägt er das Trikot von Dynamo Dresden. Besonders bemerkenswert: Bereits beim Hinspiel wusste er von seinem bevorstehenden Wechsel. Nun trifft er auf seinen ehemaligen Verein.
Wer innerhalb von knapp drei Jahren für vier verschiedene Klubs auf Leihbasis aktiv war, findet selten wirklich eine Heimat. Die Verbundenheit zum jeweiligen Team fällt oft schwer. Zumindest eigentlich.
Bei Wagner hatte man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass er nur halbherzig auf dem Platz steht. Im Gegenteil: Im Verlauf der Rückrunde entwickelte sich der 22-Jährige zweifellos zum wichtigsten und besten Winter-Neuzugang bei Dynamo. Was er im zentralen Mittelfeld zeigt, entspricht klar einem gehobenen Zweitliga-Niveau – trotz seiner wechselhaften Vergangenheit.
Aus Sicht von Dynamo begann die Geschichte am Abend des 20. Dezembers 2025 in Kiel, als Holstein mit Wagner in der Startelf ein 2:1 errang.
„Als ich mit Kiel gegen Dynamo antrat, war mir bereits klar, dass ich nach Dresden wechseln werde. Das war natürlich eine etwas ungewöhnliche Situation“, erklärt Wagner.
„Ich habe versucht, das bestmöglich auszublenden. Während ich für Kiel auf dem Platz stand, wollte ich einfach mein Spiel machen. Das ist jetzt vorbei – jetzt bin ich hier und froh darüber.“
Seine neuen Mannschaftskameraden wussten zu diesem Zeitpunkt noch nichts von dem Wechsel. „Ganz sicher war es damals noch nicht. Ich habe es den Spielern erst verraten, als ich am 2. Januar hier angekommen bin. Es gab ein kurzes Schmunzeln, doch das Thema war schnell wieder abgehakt“, erzählt der Spielmacher der Dresdner schmunzelnd.
Am Sonntag hat Wagner nun die Aufgabe, das Ergebnis aus dem Hinspiel zu drehen. Vielleicht ist es ein Vorteil, dass Kiel schon gesichert ist und den Klassenerhalt seit fast zwei Wochen sicher hat. So fällt es ihm leichter, seinen ehemaligen Teamkollegen, darunter Ex-Dynamo Phil Harres (24), nicht zu sehr weh zu tun.
Apropos Schmerz: Die Niederlage in Braunschweig „nervt total“, wie Wagner sagt. „Aber das ändert nichts. Wir haben das Vertrauen“, meint er und spielt damit auf den Glauben an den eigenen Klassenerhalt an.
Für Dynamo plant Wagner vorerst nur noch einen Einsatz, nicht drei. Danach soll seine Reise weitergehen – zunächst zurück nach Freiburg, zu seinem Stammverein, und dann möglicherweise zu seinem Trainer Stamm. Für Dynamo wäre das eine sehr positive Entwicklung.
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