Ex-Hertha-Talent Königsdörffer sticht gegen Union Berlin hervor: HSV gewinnt bei Baumgarts Rückkehr
Hamburg – Bei der Rückkehr von Steffen Baumgart als Trainer behielt der Hamburger SV in einer packenden Begegnung mit 3:2 (2:1) die Oberhand gegen Union Berlin und kletterte durch den Erfolg in der Tabelle an den Berlinern vorbei. Als herausragender Spieler erwies sich der frühere Hertha-Nachwuchsspieler Ransford Königsdörffer, der doppelt traf.
Die Partie startete mit viel Tempo im ausverkauften Volksparkstadion. Bereits nach drei Minuten hätte es das erste Tor für die Gäste geben können. In der 19. Spielminute sorgte eine Kopfzusammenstoß zwischen Andrej Ilic und Jordan Torunarigha im Strafraum für kontroverse Diskussionen. Die Berliner verlangten einen Strafstoß, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen.
Sieben Minuten später war Ilic erneut im Strafraum aktiv und wurde von Nicolas Capaldo offenbar mit dem Fuß am Kopf getroffen, weshalb Schiedsrichter Florian Badstübner diesmal auf den Elfmeterpunkt zeigte. Leopold Querfeld trat an und verwandelte sicher unten rechts zur Führung für Union.
In der 35. Minute gelang den Hamburgern der Ausgleich. Ein schneller Gegenangriff über Fabio Vieira und Robert Glatzel führte zum Erfolg. Letztlich war es Königsdörffer, der mit einem präzisen Schuss ins lange Eck seinen ersten Treffer des Spiels erzielte.
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gab es noch weitere aufregende Szenen. Daniel Heuer Fernandes unterlief ein Missgeschick bei einem langen Abschlag, sodass Ilic plötzlich frei vor dem Tor zum Abschluss kam, den Ball aber unter Druck von Torunarigha knapp am linken Pfosten vorbeischoss.
Im direkten Gegenzug segelte eine eigentlich ungefährliche Flanke durch den Strafraum von Union. Bakery Jatta hielt den Ball im Spiel und spielte zurück auf Capaldo, der aus kurzer Distanz abzog und mit etwas Glück Torwart Frederik Rönnow überwinden konnte. Der Ball sprang von der Unterkante der Latte ins Tor – der Schlusspunkt einer unterhaltsamen ersten Halbzeit.
Auch im zweiten Abschnitt dominierte der HSV das Geschehen, ohne sich jedoch weitere hochkarätige Chancen zu erspielen.
Zur Stunde markierte Baumgart mit frischen Spielern einen Impuls und zwei seiner Einwechselspieler kamen in einer Kombination beinahe zum Ausgleich. Tim Skarke setzte den Querpass von Livan Burcu aus spitzem Winkel jedoch knapp am Tor vorbei.
Union fand nun besser ins Spiel. In der 71. Minute prallte ein direkter Freistoß von Hamburger Nachwuchstalent Derrick Köhn an die Latte – Glück für Heuer Fernandes. Kurz darauf nahm auch Merlin Polzin erstmals Veränderungen vor und brachte unter anderem den nach seiner Fahrtrundfahrt begnadigten Jean-Luc Dompé ins Spiel.
Doch erneut war es Königsdörffer, der den Deckel draufmachte. Bei einem weiteren Konter setzte sich der Angreifer im Laufduell gegen Unions Verteidiger Querfeld durch und erzielte den Treffer zum 3:1.
Beinahe mit dem Schlusspfiff gelang Ilic noch sein langersehnter erster Saisontreffer. In den hektischen Schlussminuten warfen die Berliner noch einmal alles nach vorne, müssen aber nach der knappen Niederlage weiter auf ihren ersten Sieg im Jahr 2026 warten.
Bundesliga, 22. Spieltag
Hamburger SV – 1. FC Union Berlin 3:2 (2:1)
Aufstellung Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo (87. Elfadli), L. Vuskovic, Torunarigha – Jatta (74. Gotscholeischwili), Fábio Vieira, Remberg, Muheim – Königsdörffer (87. Mikelbrencis), Otele (72. Dompé) – Glatzel (72. Poulsen)
Aufstellung 1. FC Union Berlin: Rönnow – Doekhi, Querfeld, Nsoki (83. Burke) – Trimmel, Khedira (75. Kral), Kemlein (83. Schäfer), Köhn – Ilic, Jeong (61. Burcu), Ansah (61. Skarke)
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Querfeld (28./Elfmeter), 1:1 Königsdörffer (35.), 2:1 Capaldo (45.+2), 3:1 Königsdörffer (82.), 3:2 Ilic (89.)
Gelbe Karten: L. Vuskovic (5), Capaldo (6), Mikelbrencis (2) / –
1. Bundesliga Tabelle
Die Bundesliga-Tabelle besagt Folgendes: Das Team auf dem ersten Platz am Saisonende ist Deutscher Meister. Mannschaften auf den Rängen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) hat die Möglichkeit, in der Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Dabei trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.