Spannendes Derby mit Explosivpotenzial: Köln-Coach reagiert auf Spekulationen zum „Endspiel“
Von Thomas Eßer
Köln – Lukas Kwasniok (44) gibt vor dem richtungsweisenden Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach keine Anzeichen von Furcht preis.
„Man kann das als Angst empfinden, als Herausforderung oder auch als Chance sehen“, erklärte der stark unter Druck stehende Trainer des 1. FC Köln. „Für uns ist dies vor allem eine Gelegenheit, um wieder neuen Schwung zu gewinnen.“
In diesem hochbrisanten rheinischen Traditionsduell mit erhöhter Konfliktgefahr geht es um weit mehr als nur um Ruhm und Ehre. Sowohl die Kölner als auch die Gladbacher unter Coach Eugen Polanski kämpfen gegen den Abstieg. Der seit sechs Partien sieglose FC rangiert nur einen Punkt über dem Relegationsplatz.
Mit einem Dreier könnten die Kölner mit Borussia Mönchengladbach gleichziehen und den Gegner aus dem Rheinland noch tiefer in den Abstiegskampf verwickeln. „Natürlich braucht man dafür auch spielerische Qualität“, so Kwasniok, „doch beim Derby stehen zunächst einmal Emotionen im Vordergrund.“
Für den 44-Jährigen könnte eine Niederlage jedoch unangenehme Folgen haben. Kwasniok sieht sich in dem traditionsreich nervösen Umfeld Kölns mit viel Kritik konfrontiert.
In jüngster Zeit kursierten Berichte, wonach er mit dem Aufsteiger mindestens eines der beiden Duelle gegen direkte Konkurrenten – Hamburger SV (1:1) und nun Gladbach – gewinnen müsse, um seinen Job zu behalten.
„Diese Forderung hat es niemals gegeben und auch diese Woche nicht“, stellte Kwasniok klar. Der Trainer plädierte für Vertrauen und Kontinuität.
„Der 1. FC Köln ist erstmals in der Saison 1997/98 aus der Bundesliga abgestiegen und seitdem siebenmal“, erklärte der Coach, der die Mannschaft seit dem vergangenen Sommer betreut. „Bei all diesen sieben Abstiegen versuchte man es immer mit einem Trainerwechsel.“
Trotz der angespannten Situation lässt sich Kwasniok die Vorfreude auf das Aufeinandertreffen der rheinischen Rivalen nicht nehmen.
„Solche Augenblicke sind genau der Grund, warum ich hier unterschrieben habe“, sagte er vor dem 100. Bundesligaduell und räumte ein, dass die Favoritenrolle eher bei den Gästen aus dem Niederrhein liege: „Auch wenn man das nicht gerne hört, sind die Gladbacher in der Bundesliga deutlich erfahrener.“
Bei den Kölnern kehren die beiden bislang besten Torschützen, Said El Mala (19) und Jakub Kaminski (23), trotz Trainingspause am Mittwoch wieder zurück aufs Spielfeld.
Bundesliga-Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga bedeut folgendes: Der Verein, der die Saison auf Platz 1 abschließt, wird Deutscher Meister. Die Plätze 17 und 18 führen zum Abstieg in die 2. Bundesliga. Der Drittletzte (Position 16) hat die Möglichkeit, in der sogenannten Relegation die Klasse zu halten. Dabei trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.