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Kampl spricht nach Abschied von RB Leipzig über persönliche Tragödien: „Da bricht dir alles unter den Füßen weg“

Von Meyel Löning

Leipzig – Kevin Kampl (35) hat erstmals ausführlich über den plötzlichen Verlust seines älteren Bruders Seki gesprochen. Der frühere Bundesliga-Profi beendete Anfang des Jahres aufgrund dieses privaten Schicksalsschlags seinen Vertrag bei RB Leipzig und kündigte gleichzeitig sein Karriereende an.

„Die vergangenen zweieinhalb Monate waren die schwersten meines Lebens“, erklärte der 35-Jährige im Interview mit der „Bild“-Zeitung.

Sein Leidensweg begann am 22. Oktober, als seine Familie seinen Bruder Seki nicht erreichen konnte und Kampl sofort in seine Heimatstadt Solingen fuhr.

Dort angekommen, „erhielt ich die schreckliche Nachricht auf meinem Handy. Ich bin ins Krankenhaus gegangen, vor dem hunderte alte Freunde standen, und konnte mich noch von Seki verabschieden“, erzählte Kampl. „Er starb an einem Herzinfarkt. Du siehst deinen Bruder dort liegen, mit dem du noch eine Woche zuvor Arm in Arm auf Mallorca Geburtstag gefeiert hast. In so einem Moment bricht dir alles unter den Füßen weg.“

Als Kampl, der in Solingen geboren und aufgewachsen ist, Mitte November erstmals wieder in Leipzig war, wurde ihm klar, dass er seine aktive Laufbahn beenden möchte. „Ich saß mit meiner Frau in der Küche, wir sahen uns an und sagten: ‚Wir müssen zurück nach Hause.‘ Was bringt es hier zu bleiben, wenn du woanders so viel mehr gebraucht wirst?“

Besonders wichtig ist ihm jetzt die Nähe zu seinem Vater, dessen Gesundheitszustand sich verschlechtert hat. „Kurz vor dem Tod meines Bruders lag er auf der Intensivstation, nachdem er ein Drittel seines Blutes verloren hatte. Er hatte bereits mehrere Schlaganfälle und noch viele weitere gesundheitliche Probleme. Momentan verliert er erneut viel Blut, will aber nicht mehr ins Krankenhaus“, berichtete Kampl.

„Meine Mutter kümmert sich jetzt um ihn, früher war das immer die Aufgabe von Seki. Für sie ist die Situation ebenfalls sehr belastend. In den letzten Monaten hat sie um zehn Jahre gealtert.“

Jeden Tag besucht Kampl das Grab seines Bruders. „Mein Bruder bedeutete für mich alles in einem: Vaterfigur, bester Freund, Mentor, der mir stets den Weg gewiesen hat. Die letzten zehn Jahre haben wir alles gemeinsam erlebt.“ Kampls Bruder wurde 51 Jahre alt.

Der ehemalige Bundesliga-Profi, der in 270 Spielen für Leipzig, Leverkusen und Dortmund auflief, möchte nun neben der Zeit mit seiner Familie auch seine 18 Jahre im Profifußball verarbeiten. Am vergangenen Wochenende wurde der zweifache DFB-Pokalsieger in Leipzig feierlich verabschiedet. Über seine Karriere sagte der ehemalige slowenische Nationalspieler (28 Länderspiele): „Ich habe das Beste aus meiner Laufbahn gemacht.“