Kann Klinsmann seinen ehemaligen Klub noch retten? Der "Sommermärchen"-Trainer bietet sich als Lösung an
London (England) – Bei Tottenham Hotspur brennt es gewaltig: Der renommierte Premier-League-Klub steht kurz vor dem ersten Abstieg in seiner Geschichte und erlitt unter der Woche in der Champions League eine deutliche Niederlage gegen Atlético Madrid. Grund genug für Jürgen Klinsmann (61), sich selbst als möglicher Retter in letzter Minute ins Gespräch zu bringen.
„Wer würde diesen Job nicht annehmen wollen? Es geht schließlich um Tottenham“, äußerte sich der frühere Bundestrainer Deutschlands in einem Interview mit ESPN.
Wahrscheinlich jeder Trainer ohne viel Stressresistenz: Die Spurs konnten in der Liga seit elf Spielen nicht mehr gewinnen, zuletzt folgten sogar fünf Niederlagen in Serie – darunter eine herbe 1:4-Pleite im Nord-London-Derby gegen Arsenal.
Der Wechsel auf der Trainerbank von Thomas Frank (52) zu Igor Tudor (47) blieb ohne Wirkung, während das drohende Ausscheiden aus der Champions League das kleinere Problem an der White Hart Lane darstellt. Momentan liegt der amtierende Europa-League-Sieger nur einen einzigen Punkt vor dem Relegationsplatz. Dies könnte den ersten Abstieg aus der seit 1992 existierenden Premier League und den ersten Rauswurf aus der obersten englischen Spielklasse seit 1977 bedeuten.
Deshalb steht der kroatische Coach nach lediglich vier Spielen und ebenso vielen Niederlagen offenbar schon wieder auf der Kippe. Neben Sean Dyche (54) gilt laut ESPN auch Klinsmann als Kandidat für die Nachfolge. Der ehemalige Stürmer lief in den Spielzeiten 1994/95 und 1997/98 selbst für die Spurs auf.
Das sieht der 61-Jährige zumindest indirekt als Vorteil an: „Egal, wen man wählt, man braucht jemanden, der eine emotionale Bindung zu allen aufbaut, der den Klub kennt, spürt und die Menschen versteht.“
„Um aus diesem Schlamassel herauszukommen, ist echter Kampfgeist gefragt – ein richtig bissiger, unangenehmer Kampfgeist, der nur durch Leidenschaft entfacht werden kann“, ergänzte Klinsmann.
In Nordlondon werde jetzt kein „Taktikgenie“ benötigt, so der ehemalige Trainer des deutschen WM-"Sommermärchens". Als solcher habe er sich selbst nie einen Namen gemacht, vielmehr sei genau jene Rolle gefragt, die er als Antriebskraft und Motivator einnehmen könne.
„Man muss auch mal leiden können und einem Balljungen an der Seitenlinie den Ball wegnehmen“, erläuterte der Ex-Bayern-Stürmer.
Zuletzt war Klinsmann bis Februar 2024 Chefcoach der südkoreanischen Nationalmannschaft. In Deutschland rückte er früher vor allem durch sein missglücktes Engagement bei Hertha BSC in den Fokus.