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St.-Pauli-Blog: Joel-Chima Fujitas Traum von der WM geplatzt

Hamburg – Der FC St. Pauli steht vor einem nervenaufreibenden Endspiel gegen den VfL Wolfsburg, das über die Teilnahme an der Relegation entscheidet. Am Samstag um 15:30 Uhr sind die Kiezkicker zum Sieg verdammt und gleichzeitig auf die Ergebnisse des 1. FC Heidenheim angewiesen.

Für Joel-Chima Fujita gab es schon vor diesem entscheidenden Spiel einen herben Rückschlag.

In unserem St.-Pauli-Blog findet Ihr alle aktuellen Nachrichten rund um das Team, potenzielle Transfers und weitere Geschehnisse im Millerntor-Stadion.

Große Hoffnungen hatte Joel-Chima Fujita (24), im Sommer mit der japanischen Nationalmannschaft an der WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko teilzunehmen – doch am Freitag zerplatzte dieser Traum.

Der japanische Fußballverband gab den Kader für die WM bekannt, in dem der Kiezkicker nicht vertreten ist.

Dabei war der 24-jährige Mittelfeldspieler zuletzt regelmäßig Teil des Teams und kam in fünf von acht Länderspielen zum Einsatz.

Innerhalb Hamburgs steht ein Wechsel an: Der FC St. Pauli verliert das Verteidiger-Talent Calvin Rahr (18), der sich ausgerechnet dem Stadtrivalen HSV anschließt.

In der aktuellen Regionalliga-Saison lief der Nachwuchsspieler 28 Mal für die U23 der Kiezkicker auf, konnte den Abstieg in die Oberliga aber nicht verhindern.

Für die kommende Saison wird Rahr mit der U21 des HSV erneut in der Regionalliga spielen.

Eric Smith wurde für den schwedischen WM-Kader nominiert.

Es ist nicht das erste Mal, dass der St.-Pauli-Verteidiger ins Nationalteam berufen wurde, doch bislang kam er noch nicht zum Einsatz. Immer wieder musste er verletzungsbedingt frühzeitig abreisen oder aus anderen Gründen absagen.

Auch bei den entscheidenden WM-Playoffs war er im Kader. Vor Ort war er aber nur beim 3:1-Sieg gegen die Ukraine in Valencia, wo er auf der Bank saß. Gegen Polen reiste Smith wegen einer Wadenverletzung während des Trainings schon wieder zurück nach Hamburg.

Bislang hat Smith noch kein offizielles Länderspiel für Schweden bestritten. Ob er ausgerechnet bei der WM sein Debüt geben wird, bleibt abzuwarten.

Die Sorge bestätigte sich: Zum Trainingsbeginn muss der FC St. Pauli mit einer kleinen Gruppe auskommen, da ein Magen-Darm-Virus in der Mannschaft grassiert.

Am Dienstag fehlten neben Eric Smith (29) auch Hauke Wahl (32), David Nemeth (25) und Louis Oppie (23) wegen der Erkrankung. Kapitän Jackson Irvine (33) fehlte – wie häufig – aus Gründen der Belastungssteuerung. Dafür kehrte Adam Dzwigala (30) nach seiner Abwesenheit am Wochenende zurück.

Manolis Saliakas (29) und Karol Mets (32) absolvierten individuelle Laufeinheiten auf dem Platz.

Wie der FC St. Pauli am Dienstag mitteilte, wird Eric Smith heute vorsorglich nicht mit der Mannschaft trainieren.

Smith hatte im April aufgrund einer Wadenverletzung drei Spiele pausiert, stand aber im letzten Spiel gegen RB Leipzig fast durchgehend auf dem Feld. War das vielleicht zu viel für den Schweden?

Nikola Vasilj (30) kämpft mit dem FC St. Pauli noch um den Klassenerhalt in der Bundesliga, doch im Anschluss wartet das nächste sportliche Highlight – die WM in den USA, Kanada und Mexiko.

Nationaltrainer Sergej Barbarez (54) berief den Bosnier in den WM-Kader. Überraschend kam das nicht, da Vasilj in den Playoffs gegen Wales und Italien maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte.

Es ist offiziell: Die U23 des FC St. Pauli steigt aus der Regionalliga ab. Im Stadtderby gegen die U21 des HSV erreichten die Kiezkicker am Sonntag nur ein 1:1.

Während die „Rothosen“ sich im gesicherten Mittelfeld befinden und nichts mit dem Abstieg zu tun haben, ist für die Braun-Weißen der Klassenerhalt mit fünf Punkten Rückstand und nur noch einem Spiel nicht mehr zu schaffen.

Benjamin Brand (36) wird am Samstag (15:30 Uhr) das Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC St. Pauli leiten – beiden Teams ist er gut bekannt.

Der Betriebswirt pfiff in seiner Karriere am häufigsten Spiele von RB Leipzig (20), St. Pauli folgt auf Platz drei mit 17 Partien.

RB gewann unter Brand zwölf der 20 Partien, verlor lediglich vier Mal. In dieser Saison sieht die Bilanz jedoch durchwachsen aus – 2:2 gegen Dortmund und 1:3 gegen Leverkusen.

St. Pauli konnte in acht Spielen unter Brand gewinnen, verlor sieben Partien. In dieser Spielzeit trafen sich die Kiezkicker und Brand zweimal, beim 2:1-Sieg gegen den VfB und der 1:2-Niederlage in Freiburg.

Je näher das Saisonende rückt und je mehr Spiele St. Pauli nicht gewinnt, desto größer wird der Druck. Das spürt auch Trainer Alexander Blessin (52), dessen Team zwei Spieltage vor Schluss auf den 17. Platz abgerutscht ist.

Um sich vom Druck im Abstiegskampf abzulenken und neue Energie zu tanken, arbeitet der 52-Jährige gerne im heimischen Garten. „Ich habe Rasen gemäht. Das war gut und bringt Gedanken, die einem guttun“, erklärte er.

Solche kurzen Auszeiten seien wichtig, „um wieder Klarheit zu gewinnen, mit dem Druck umzugehen. Und ja, das befreit manchmal“, so Blessin weiter.

Fabian Hürzeler (33), der einst St. Paulis Aufstiegstrainer war, hat eine Entscheidung getroffen. Der 33-Jährige verlängerte seinen Vertrag bei Brighton & Hove Albion bis Sommer 2029. Er galt unter anderem als möglicher Nachfolger von Kasper Hjulmand (54) bei Bayer Leverkusen.

„Ich arbeite sehr gern für diesen Verein und fühle mich in der Stadt wohl. Ich freue mich riesig über die Vertragsverlängerung. Diese langfristige Bindung ehrt mich und bestärkt mich in meinem Wunsch, unsere gemeinsame Vision umzusetzen“, sagte Hürzeler in einer Mitteilung.

Anfang des Jahres erlebte er noch den „schwierigsten Moment“ seiner Karriere, als Brighton auf Platz 14 stand. Nun kämpfen sie um die Teilnahme am internationalen Wettbewerb.

„Seit seiner Ernennung hat Fabian den Verein mit konstant guten Leistungen auf dem Platz weiterentwickelt und eine klare Spielphilosophie etabliert“, lobte Vereinspräsident Tony Bloom (56).

Für den FC St. Pauli ist es bitter: Neben dem drohenden Abstieg der Profimannschaft in die zweite Liga steht auch die U23 vor dem Abstieg in die Oberliga.

Im Nachholspiel gegen den Bremer SV reichte es für das Nachwuchsteam trotz Führung nur zu einem 1:1. Zwei Spieltage vor Saisonende liegt die U23 auf dem 16. Tabellenplatz der Regionalliga Nord, fünf Punkte hinter dem rettenden Ufer, auf dem Eintracht Norderstedt steht.

Gewinnt Norderstedt am Samstag gegen Weiche Flensburg, ist der Abstieg der Kiezkicker bereits vor dem Stadtderby gegen die U21 des HSV besiegelt. Andernfalls bekommt das Derby eine besondere Bedeutung.

Nach langem Ringen einigte sich der FC St. Pauli mit ver.di auf einen Haustarifvertrag für viele Bereiche des Vereins. Dieser gilt für Beschäftigte des eingetragenen Vereins sowie verbundener Gesellschaften in den Bereichen Vermarktung und Merchandising. Ausgenommen sind leitende Angestellte sowie der Profibereich inklusive Nachwuchsleistungszentrum und eSport.

Der Vertrag läuft zunächst bis zum 30. Juni 2028, gilt aber rückwirkend ab 1. Juli 2025. Die Vereinbarung resultiert aus einem Mitgliedsantrag von 2021 und zogen mehrere komplexe Verhandlungsrunden nach sich.

„Wir freuen uns, für unsere Mitarbeitenden einen tariflichen Rahmen geschaffen zu haben. Der Vertrag sorgt für mehr Transparenz und Verlässlichkeit bei Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Wichtig war uns ein konstruktiver Prozess mit allen Beteiligten, daher gilt unser Dank der Tarifkommission und der Personalabteilung“, erklärte FCSP-Vizepräsidentin Hanna Obersteller (44).

Unklar ist noch, in welcher Liga St. Pauli in der nächsten Saison an den Start geht. Sicher ist aber, dass sich der Kader verändern wird. Mit Sam Klein (22) haben die Braun-Weißen bereits einen Neuzugang verpflichtet.

Außerdem könnte Joel Bichsel vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken hinzukommen. Scouts der Kiezkicker haben den Schweizer Verteidiger mehrfach beobachtet, berichtete die Bild. Sein Vertrag läuft nach der Saison aus, er wäre also ablösefrei.

Bichsel wechselte im Sommer 2024 von den Young Boys Bern nach Saarbrücken, nachdem er zuvor für die zweite Mannschaft des SC Freiburg in der 3. Liga gespielt hatte. Für den FCS bestritt er seitdem 67 Pflichtspiele.

Eine Hiobsbotschaft! Der FC St. Pauli muss im Saisonendspurt auf zwei wichtige Leistungsträger verzichten. Manolis Saliakas (29) und Karol Mets (32) fallen wegen muskulärer Verletzungen aus, wie der Verein am Mittwoch mitteilte. Ob sie in dieser Saison noch einmal zurückkehren, ist fraglich.

Ähnlich sieht es bei Jannik Robatsch (21) aus, der bislang nur in der U23 eingesetzt wurde und noch auf sein Debüt bei den Profis wartet.

Ewald Lienen (72) äußert sich mit deutlicher Kritik an der schwachen Rückrundenleistung der Kiezkicker. Der ehemalige St.-Pauli-Trainer (2014-2017) findet klare Worte zur aktuellen Spielweise der Hamburger.

„Ich habe kein Verständnis dafür, dass St. Pauli die erfolgreiche Spielweise, mit der sie aufgestiegen sind, aufgegeben hat“, sagte der 72-Jährige im Podcast „Der Sechzehner“. Er bezog sich dabei auf das Fehlen von Außenstürmern.

Seiner Meinung nach fehlen dadurch vernünftige Konter, Seitenwechsel und präzise Steilpässe. „Das macht St. Pauli im Angriff ungefährlich. Es schmerzt mich zu sehen, wie chancenlos sie in der Rückrunde sind“, so Lienen.

Während St. Pauli weiter Richtung Abstieg taumelt, kämpft Fabian Hürzeler (33) in der Premier League mit Brighton & Hove Albion noch um einen Platz im internationalen Wettbewerb. Drei Spieltage vor Schluss stehen sie auf Rang acht, nur wenige Punkte hinter Europa- und Conference-League-Plätzen.

Seine Erfolge haben schon einige Vereine auf ihn aufmerksam gemacht. Zwischenzeitlich wurde er sogar als möglicher Nachfolger von Pep Guardiola (55) bei Manchester City gehandelt, auch Bayer Leverkusen soll Interesse zeigen.

Laut Sky Sport hat sich Hürzeler nun aber entschieden, seinen Vertrag bei Brighton langfristig zu verlängern, der eigentlich bis 2027 läuft.

Der Abwehrspieler fehlte am Sonntag im Heimspiel gegen Mainz 05 wegen Adduktorenproblemen, wie Trainer Alexander Blessin nach dem Spiel erklärte. Besorgnis gebe es jedoch nicht.

„Er ist auf dem Rasen hängen geblieben. Das ist ärgerlich“, berichtete Blessin. „Wir müssen von Tag zu Tag schauen. Am Sonntag war es noch zu frisch“, gab er mit Blick auf das kommende Spiel gegen Leipzig Hoffnung.

Das Spiel unter der Leitung von Schiedsrichter Timo Gerach (39) aus Landau in der Pfalz ist das achte Ligaspiel mit Beteiligung des Pfälzers bei Partien mit St. Pauli. Gerach pfiff bereits fünf Zweitliga- und zwei Erstligaspiele der Kiezkicker.

Nach dem letzten Heimspiel gegen Bayern München war Trainer Alexander Blessin (52) jedoch nicht zufrieden mit der Leistung des Schiedsrichters.

Am 9. November 2024 unterlagen die Braun-Weißen mit 0:1 gegen die Bayern. Blessin forderte nach einem Foul an Morgan Guilavogui (28) durch Minjae Kim (29) eine Rote Karte, bekam jedoch nur Gelb.

Als Manolis Saliakas (29) den Video-Assistenten forderte, erhielt auch er lediglich eine Gelbe Karte. Für Blessin war das zu viel, er äußerte nach dem Spiel deutliche Kritik.

Unter Gerach haben die Kiezkicker eine relativ ausgeglichene Bilanz: Drei Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden.

Verstärkung für den FC St. Pauli: Die Braun-Weißen gaben am Freitag die Verpflichtung des Australiers Sam Klein (22) bekannt.

Der zentrale Mittelfeldspieler mit norwegischer Staatsangehörigkeit kommt vom australischen Klub Brisbane Roar aus der A-League ans Millerntor. Über die Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Sportchef Andreas Bornemann (54) betonte: „Wir freuen uns auf einen Spieler mit vielseitigem Profil, der unser Mittelfeld deutlich verstärkt. Sam bringt sowohl im Spiel mit Ball als auch defensiv Akzente.“

Trainer Alexander Blessin (52) ergänzte: „Sam hat spannende Fähigkeiten und kann im zentralen Mittelfeld verschiedene Aufgaben übernehmen. Er kombiniert Übersicht, sauberes Passspiel und sucht selbst den Abschluss. Defensiv ist er aggressiv und mutig, um Ballgewinne zu erzielen.“

Klein selbst sagte: „Ich freue mich sehr auf den FC St. Pauli, auf neue Mitspieler, ein neues Land und eine andere Liga. Der Club hat in den letzten Jahren mehrfach australische Spieler erfolgreich integriert. Die Verantwortlichen haben mir eine interessante Perspektive aufgezeigt, daher bin ich überzeugt, dass dies der richtige Weg für mich ist.“

St. Pauli dürfte den direkten Klassenerhalt wohl abschreiben. Christoph Kramer sieht ein großes Problem bei den Kiezkickern.

„Wenn du so spielst, wie St. Pauli es möchte, braucht es eine starke mentale Präsenz. Fehlt die, wird es schwierig, man macht Fehler und wirkt nervös.“ Für die derzeitige Situation ist das aus seiner Sicht nicht der Fußball, den die Mannschaft benötigt. „Man muss auch mal das spielen, was gebraucht wird“, sagte der Weltmeister von 2014 zu Tommi Schmitt.

Der gepflegte Spielaufbau und das ansprechende Spiel bis zur gegnerischen Hälfte sind zwar da, doch wenn die Mannschaft diesen Stil nicht umsetzen kann, wird sie überrannt.

Mit Kapitän Jackson Irvine (33) und Connor Metcalfe (26) erreichten zwei Spieler trotz der 0:2-Niederlage in Heidenheim persönliche Meilensteine: Irvine absolvierte sein 150. Pflichtspiel für St. Pauli, Metcalfe sein 100.

Irvine, der im Sommer 2021 von Hibernian Edinburgh kam, entwickelte sich schnell zum Leistungsträger und erlebte mit der Meisterschaft und dem Aufstieg einen Höhepunkt. Im Oberhaus blieb er bislang ohne Torerfolg.

Metcalfe wechselte ein Jahr später aus Melbourne City ans Millerntor. Während er in der 2. Liga noch Stammspieler war, hat er unter Blessin einen schweren Stand und wurde von Verletzungen zurückgeworfen.

Am vergangenen Samstag löste die Niederlage gegen Heidenheim nicht nur bei Spielern und Trainer Frust aus, sondern auch bei den zahlreich mitgereisten Fans, die ihren Unmut durch Pfiffe und vereinzelt Beschimpfungen äußerten.

Nach dem Schlusspfiff suchte die Mannschaft die Gästetribüne auf, woraufhin Capos schnell reagierten und gemeinsam mit dem Team entschieden, sich in die Kabine zurückzuziehen. Trainer Blessin führte anschließend ein klärendes Gespräch mit einem der Capos, das mit einer Umarmung endete.

Der Verein ist sich der schwierigen Saison bewusst und hofft trotz allem auf die weiterhin große Unterstützung der Fans für die letzten Spiele.

Nach der 0:2-Pleite in Heidenheim ist der direkte Klassenerhalt für den FC St. Pauli in weite Ferne gerückt. Zwar sind es noch fünf Punkte bis zum rettenden Ufer, jedoch kommt das schlechtere Torverhältnis hinzu.

Lars Ritzka (27) forderte klar: „Wir dürfen nicht aufhören, müssen aber unbedingt eine Reaktion zeigen. Die Relegation ist unser Ziel – und Wolfsburg ist näher an uns als wir an Platz 15.“

Auch Hauke Wahl (32) betonte: „Der Trainer sagt, wir müssen weitermachen. Die Relegation als Minimalziel liegt in unserer Hand.“

Mit Stürmern aus der französischen Ligue 1 hat St. Pauli gute Erfahrungen gemacht: Morgan Guilavogui (27) war in der letzten Saison ein Schlüsselspieler für den Klassenerhalt.

Journalist Pete O’Rourke berichtete auf X, dass die Kiezkicker an Bamba Dieng (26) vom FC Lorient interessiert sind. Der senegalesische Nationalspieler erzielte neun Tore in 18 Spielen und wäre im Sommer ablösefrei.

Neben St. Pauli zeigen auch Blackburn Rovers, Leicester City, FC Portsmouth und Oxford United Interesse. Ein Wechsel ans Millerntor wäre aber wohl nur möglich, wenn St. Pauli die Klasse hält.

Am Samstag trifft Hauke Wahl (32) auf alte Weggefährten: Von Januar bis Juni 2017 spielte der St.-Pauli-Verteidiger für den 1. FC Heidenheim. „Das war eine sehr lehrreiche Zeit“, sagte er bei Sky. „Unter Frank Schmidt habe ich viel gelernt.“

Beide Teams stehen unter großem Druck. „Wir kennen die Tabellensituation, unser Ziel ist weiterhin Platz 15“, betonte Wahl. „Dafür müssen wir heute gewinnen.“

Heidenheim will mit einem Sieg nochmals näher an St. Pauli heranrücken.

Felix Zwayer (44) wird das Duell zwischen Heidenheim und St. Pauli am Samstag leiten. Beide Vereine konnten unter seiner Leitung zuletzt nicht gewinnen.

St. Pauli weist unter Zwayer eine fast ausgeglichene Bilanz auf: Acht Siege, neun Unentschieden und neun Niederlagen. In dieser Saison trafen beide Teams bereits zweimal aufeinander – mit einem 1:3 in München und einem 0:0 in Frankfurt.

Heidenheims Bilanz unter Zwayer ist schlechter: zwei Siege, fünf Niederlagen und fünf Unentschieden, darunter zwei Niederlagen in dieser Saison gegen Dortmund und Augsburg.

Insgesamt warten beide Vereine seit Jahren auf einen Sieg unter Zwayers Leitung – St. Pauli gewann zuletzt im November 2024, Heidenheim im April 2023.

Im Hinspiel erzielte Martijn Kaars (27) mit einem Doppelpack den 2:1-Sieg für St. Pauli gegen Heidenheim. Für das Rückspiel wäre solch ein Ergebnis wünschenswert.

„Uns allen ist die Wichtigkeit des Spiels bewusst. Wir müssen gewinnen“, betonte Kaars. Ein Sieg könnte St. Pauli näher an die Konkurrenz bringen und Heidenheim in die zweite Liga schicken.

Kaars rechnet jedoch mit starkem Widerstand: „Heidenheim wird alles geben und mehr Risiko gehen. Das eröffnet uns aber auch Chancen.“

Besondere Aufmerksamkeit muss St. Pauli auf Heidenheims Konterstärke legen – der FCH ist in dieser Statistik Dritter. „Die restliche Defensive und das Gewinnen der Zweikämpfe sind entscheidend“, so Kaars, der am Samstag möglicherweise wieder von Anfang an spielen wird.

Nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen Köln erlitt der FC St. Pauli unter der Woche einen weiteren Rückschlag: Mathias Pereira Lage (28) zog sich eine schwere Knieverletzung zu und fällt monatelang aus.

„Es tut weh, aber wir müssen jetzt erst recht nach vorne schauen“, sagte Trainer Alexander Blessin (52), der die Bedeutung des Spiels am Samstag bei Heidenheim kennt.

Die Mannschaft musste in dieser Saison bereits mehrere lange Ausfälle kompensieren. „Solche Rückschläge wegzustecken und wieder aufzustehen – das ist St. Pauli“, so der Trainer. „Die Mannschaft lebt, wirkt intakt und ist bereit, bis zum letzten Spieltag alles zu geben.“

Vier Spieltage vor Schluss sei das Team noch enger zusammengerückt. „Es ist wichtig, dass sie intern zusammensitzen und bestimmte Situationen besprechen“, zeigte sich Blessin erfreut.

Im Hinspiel Mitte Dezember glänzte Martijn Kaars mit zwei Toren. In den letzten Wochen war sein Einsatz jedoch eher sporadisch.

„Er gibt weiterhin Gas und ist bereit“, erklärte Blessin. „Ich führe viele Gespräche mit ihm. Er weiß, was ich von ihm erwarte und auch, was er von sich selbst erwartet.“

Bis auf eine Ausnahme kam Kaars zuletzt nur als Joker zum Einsatz und saß oft 90 Minuten auf der Bank. Als Ersatz für den verletzten Pereira Lage könnte er am Samstag wieder starten. „Wenn er spielt, gibt er Vollgas“, versicherte Blessin.

Mathias Pereira Lage wird am Samstag definitiv fehlen. Hinter den Einsätzen von Eric Smith (29) und Nikola Vasilj (30), die beide an Dienstag und Mittwoch nicht trainieren konnten, stand noch ein Fragezeichen.

„Beide haben heute mittrainiert. Das ist eine gute Nachricht“, erklärte Blessin. Bei Smith sei man jedoch noch vorsichtig. „Er war dreieinhalb Wochen außer Gefecht, aber wir sind optimistisch, dass er Samstag dabei ist, wenn keine Reaktion folgt.“

Vasilj wird nach einem kleinen Infekt wieder im Tor stehen. David Nemeth (24) ist ebenfalls im Kader, nachdem er sich bei der U23 eine Platzwunde zuzog. „Er macht einen guten Eindruck und sieht mit den alten Tacklings schon ziemlich wild aus“, scherzte Blessin, der sich auch über die Rückkehr von Joel-Chima Fujita (24) nach dessen Sperre freute.

Die Befürchtungen bestätigten sich: Mathias Pereira Lage hat sich im Training eine komplexe Knieverletzung mit Kreuzbandriss zugezogen, wie der FC St. Pauli am Donnerstag mitteilte.

Der 29-Jährige soll noch am Donnerstag im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf operiert werden.

Seit fast drei Jahren ist Hauke Wahl (32) beim FC St. Pauli und zählt zu den wichtigsten Spielern, verpasste in dieser Zeit nur sechs Spiele.

Laut „Kicker“ sind seine Leistungen auch anderen Vereinen nicht entgangen. Demnach soll der abstiegsbedrohte VfL Wolfsburg Interesse an dem gebürtigen Hamburger haben. Wahl hatte jedoch im September 2024 seinen Vertrag am Millerntor verlängert.

Besonders brisant: Am letzten Spieltag treffen St. Pauli und Wolfsburg direkt aufeinander – möglicherweise ein entscheidendes Spiel im Kampf um den Klassenerhalt oder die Relegation.

Bittere Nachrichten für St. Pauli im Abstiegsendspiel gegen Heidenheim: Eric Smith (29) und Nikola Vasilj (30) fehlten am Dienstag und Mittwoch beim Training wegen Erkältung. Ein Einsatz von Smith ist nach seiner Verletzung fraglich und er wird wohl höchstens auf der Bank sitzen.

Deutlich schlimmer sieht es bei Mathias Pereira Lage aus, der sich am Mittwoch im Training schwer am Knie verletzte. Bei einem Torabschluss prallte er mit einem Mitspieler zusammen und blieb schmerzverkrümmt liegen. Nach der Behandlung in der Kabine wurde er sofort ins Krankenhaus gebracht.

Im 89. Pflichtspiel für St. Pauli erzielte Karol Mets (32) sein erstes Tor. Nach einem Eckball traf er auf Vorlage von Hauke Wahl (32).

„Wir trainieren oft Standards“, erklärte Mets. „Die Jungs haben immer Witze gemacht, dass ich nie ein Tor schießen werde. Ich sagte immer, dass ich treffe, wenn es wirklich zählt.“ Wahl fügte hinzu: „Ich freue mich für Karol. Er musste sich viel anhören. Und ich kann jetzt sagen, ohne mich hätte er das nicht geschafft“, scherzte er.

Dennoch reichte der Treffer nicht zum Sieg, denn Mets verursachte kurz vor Schluss einen Elfmeter.

Matthias Jöllenbeck (39) wird am Freitagabend (20:30 Uhr) das Spiel zwischen St. Pauli und dem 1. FC Köln leiten. Er leitete in seiner Karriere bereits 13 Partien mit Beteiligung der Kiezkicker, was ihn zu einem der häufigsten Schiedsrichter bei beiden Klubs macht.

Seine Bilanz mit St. Pauli: vier Siege, drei Unentschieden und sechs Niederlagen. In dieser Saison pfiff er die Kiezkicker bereits zweimal – beim 3:3 gegen Borussia Dortmund (1. Spieltag) und beim 0:0 in Mainz (15. Spieltag).

Bei Köln leitete Jöllenbeck zwölf Spiele, mit vier Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen, darunter eine Niederlage in dieser Saison beim 1:2 gegen Stuttgart.

Angesichts des Restprogramms sieht Trainer Alexander Blessin (52) keine große Bedeutung darin, ob es gegen direkte Konkurrenten oder Mannschaften aus dem Mittelfeld geht.

„Am Ende ist es egal. Ob es schwerer ist, gegen direkte Konkurrenten zu spielen, weil es um alles geht, oder leichter gegen Teams, die im Mittelfeld stehen und nicht viel zu verlieren haben.“

Das Positive an der Situation sei, dass St. Pauli alles selbst in der Hand habe und mit Siegen den direkten Klassenerhalt sichern könne. „Alle Spiele sind schwierig, aber wir wollen sie so angehen, dass wir eine Chance auf Sieg haben“, erklärte Blessin.

Die Heimspiele am Millerntor sind nicht nur für die Profis des FC St. Pauli Highlights, sondern auch für Journalisten und TV-Reporter.

Sky-Reporter Marlon Irlbacher (37), der sonst über Borussia Dortmund, Köln, Leverkusen oder Gladbach berichtet, schwärmt von der besonderen Atmosphäre bei St. Pauli. „Die brennen hier für Fußball. Die Stimmung am Millerntor ist unglaublich. Das St.-Pauli-Torlied ist für mich das beste der Welt. Das bringt mir jedes Mal Gänsehaut“, gestand er im Podcast von Sky Sport „Geschichten aus dem Geißbockheim“.

Für ihn gehört das Millerntor zu den „ehrlichsten, authentischsten und geilsten Fußballstadien in Deutschland – vielleicht sogar in ganz Europa.“

DFB-Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig, der früher beim FC St. Pauli und 1. FC Köln tätig war, glaubt, dass einer der beiden Klubs nach dieser Bundesliga-Saison in die Relegation muss.

„Ich denke, dass am Ende beide Mannschaften Köln und St. Pauli die Klasse halten werden, auch wenn es bei einem von beiden etwas länger dauern könnte“, sagte Rettig der dpa bei der Veranstaltung „Hamburgs Spitzen“. Der 62-Jährige war unter anderem von 2015 bis 2019 kaufmännischer Geschäftsführer beim FC St. Pauli und von 2002 bis 2005 Manager beim 1. FC Köln.

„Meine Sympathie für die Braun-Weißen habe ich auch nach meinem Weggang nicht verloren“, so Rettig über St. Pauli. „Allerdings bin ich als Wahl-Kölner etwas hin- und hergerissen.“

Trotz längerer Verletzungspause zählt Andréas Hountondji (23) beim FC St. Pauli zu den Top-Torschützen. Die Hoffnungen im Saisonendspurt ruhen auf dem Angreifer, der nach seinem Comeback zunehmend besser in Form kommt.

„Er hat schon zwei, drei gute Aktionen gezeigt“, sagte Trainer Blessin mit Blick auf das Spiel gegen Bayern. „Da ist aber noch Luft nach oben.“ Besonders seine Schnelligkeit, Dynamik und Körperlichkeit seien für den Angriff wichtig.

In den vergangenen Wochen hat das Trainerteam viel Videoarbeit mit Hountondji gemacht. „Er ist sehr klar und sieht das auch selbst schnell. Es gehört dazu, dass man ihm auch mal kritische Dinge sagt, die weh tun. Aber er ist offen dafür. Ich bin sicher, dass er den nächsten Schritt macht“, so Blessin.

Eigentlich deutete vieles auf einen Einsatz von Eric Smith (29) am Freitag gegen Köln hin, doch nun steht seine Teilnahme in Frage.

„Bei Eric wird es eng“, gab Blessin zu. Zwar habe er keine Schmerzen an der Wade, doch ein kleiner Schlag im Training habe Probleme bereitet.

„Ob es für Freitag reicht, wissen wir noch nicht. Wir haben noch vier Spiele, und wenn die Gefahr besteht, dass er komplett ausfällt, muss man vorsichtig sein.“

Anders sieht es bei Manolis Saliakas (29) aus, der wieder im Kader steht. „Ob er startet, werden wir sehen“, ließ sich Blessin nicht in die Karten schauen.

Bei Jackson Irvine (33) steht der Einsatz fest – er rückt für den gelbgesperrten Joel-Chima Fujita (24) ins Team.

Seit Januar ist Mathias Rasmussen (28) beim FC St. Pauli unter Vertrag. Er fühlt sich mit seiner Familie in Hamburg sehr wohl und schwärmt von der Atmosphäre am Millerntor.

„Ich liebe es hier zu spielen, die Fans sind fantastisch“, sagte der Norweger. Bei der deutlichen 0:5-Niederlage gegen Bayern waren fünf seiner Freunde im Stadion. „Sie sind keine richtigen Fans, haben nicht alles gesehen, was auf dem Feld passierte, aber sie haben durchgehend gesungen“, erinnerte sich Rasmussen.

Ex-St.-Pauli-Profi Marvin Ducksch (32) muss sich ab dem 20. Mai vor Gericht verantworten. Sein aktueller Verein Birmingham City teilte mit, dass Ducksch einen Unfall verursacht hatte und offenbar alkoholisiert am Steuer saß.

„Marvin möchte sich bei seinen Teamkollegen, dem Trainerteam und den Fans entschuldigen und übernimmt die volle Verantwortung. Der Verein hat den Fall intern behandelt und wird aktuell keine weiteren Kommentare abgeben“, hieß es.

Am vergangenen Wochenende gegen Wrexham (2:0) wurde Ducksch aus dem Kader gestrichen.

Nach einem Zweikampf mit Adam Dzwigala (30) ging Eric Smith (29) zu Boden. Frustriert verließ er anschließend das Spielfeld und trat gegen ein Tor.

Er lief noch einige Minuten über den Platz, bevor er langsam wieder zu joggen begann. Trainer Alexander Blessin gesellte sich kurz zu ihm und erkundigte sich nach seinem Befinden.

1. Bundesliga Tabelle

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Erstplatzierte am Saisonende ist Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) darf in der Relegation um den Klassenerhalt spielen. Sein Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.