CDU-Politiker ins Visier genommen: Jena-Ultras bedrohen Bürgermeister
Von Katrin Zeiß
Jena – Nach dem Thüringenderby in der Fußball-Regionalliga zwischen Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt ermittelt die Polizei wegen Beleidigung und Drohungen gegen den Jenaer Bürgermeister Benjamin Koppe (CDU).
Im Bereich der Jenaer Ultras im Stadion wurde zeitweise ein Banner mit dem Abbild des Kommunalpolitikers in einem Fadenkreuz über die Bande gehängt, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage mitteilte. Das Plakat hatte eine ungefähre Größe von 2,50 mal 2,50 Metern.
Die Beamten sicherten Videoaufnahmen des Vorfalls und hoffen, dadurch konkrete Hinweise auf die Verantwortlichen zu erhalten.
Koppe ist als Bürgermeister von Jena unter anderem für den Bereich Sicherheit zuständig. Für die Ultras, die als besonders engagierte und treue Anhänger des Regionalligisten gelten, steht er seit Monaten im Mittelpunkt von Kritik und Beleidigungen. Auch im öffentlichen Raum traten in der Vergangenheit bereits Parolen gegen den CDU-Politiker zutage.
Im Vorfeld des Spiels der beiden Traditionsvereine aus Jena und Erfurt, das als Hochrisikospiel eingestuft wurde, sorgte die Beschränkung der Anzahl der Gästetickets für Unmut bei den Ultras beider Seiten.
Aus Sicherheitsgründen wurde den Erfurter Fans statt der üblichen 1500 lediglich 800 Tickets für den Gästeblock zugeteilt. Als Zeichen des Protests verzichteten die Anhänger aus Erfurt darauf, die Karten zu nutzen, sodass der Gästebereich leer blieb.
Vor Anpfiff versammelten sich etwa 700 Erfurter Fans in Jena, um gegen die Ticketbegrenzung zu demonstrieren, während zeitgleich rund 2000 Jenaer Anhänger in einem Marsch zum Stadion zogen. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort, um die beiden Fanlager voneinander zu trennen.