Nach enttäuschendem Derby ohne Treffer: HSV-Coach Polzin äußert größten Frust
Hamburg – Der HSV hatte ursprünglich vor, die Machtverhältnisse in Hamburg wieder klarzustellen, doch das langweilige 0:0 beim FC St. Pauli verhinderte dieses Vorhaben. Entsprechend niedergeschlagen traten die Rothosen die "Rückfahrt" an.
Die Gäste aus Stellingen starteten zunächst vielversprechend und kontrollierten das Spielgeschehen weitgehend. Dennoch konnte die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin (36) nach vorne kaum Akzente setzen. "Das lag nicht nur an den äußeren Bedingungen oder unserem mangelnden Spielglück, sondern auch an der konsequenten Verteidigungsarbeit von St. Pauli", erklärte er.
In der ersten Halbzeit zeigte der HSV zwar einige gefährliche Szenen, doch oft standen die Spieler im Abseits oder die Abschlüsse, wie etwa von Fabio Baldé (20) kurz vor der Pause, blieben zu ungefährlich.
"Wie schon zuletzt gegen Gladbach haben wir uns vorne erneut nicht belohnt", bemängerte auch Nicolai Remberg (25). "Wir schaffen es immer wieder gut in die Angriffe, doch der entscheidende letzte Pass und die nötige Entschlossenheit vor dem Tor fehlen uns."
Im zweiten Durchgang wurde das Spiel etwas offener, die beste Gelegenheit hatten aber erneut die Hamburger durch einen Kopfball von Luka Vuskovic (18), der jedoch an FCSP-Keeper Nikola Vasilj (30) scheiterte.
Darüber hinaus offenbarte der HSV, warum er mit nur 17 Treffern die zweitschlechteste Offensive der Liga besitzt. "Besonders die Konter frustrieren mich sehr", gestand Polzin. Vor allem der Angriff in der 82. Minute brachte ihn sichtlich auf die Palme. "Da laufen wir drei gegen einen auf das gegnerische Tor zu – solche Situationen müssen wir besser ausspielen können und dürfen."
Rayan Philippe (25) entschied sich jedoch falsch und versuchte, die Kugel mit dem linken Außenrist querzulegen.
Am Ende fehlte es den Rothosen auch an der nötigen Risikobereitschaft nach vorne, obwohl Vuskovic in den letzten Minuten fast die Rolle des Mittelstürmers übernahm. "Wir wollten das Ergebnis noch erzwingen, aber es hat einfach nicht gereicht", gestand der Trainer ein.
Mit dem zweiten torlosen Remis in Folge konnte der HSV zumindest den FC St. Pauli auf Distanz halten – was vor dem Spiel wohl das Mindestziel gewesen sein dürfte. "Im Endeffekt ist das Ergebnis gerecht. Ein weiterer Punkt, und wir haben erneut hinten die Null gehalten", sah Remberg wenigstens einen positiven Aspekt.
Ähnlich äußerte sich auch Polzin: "Mit der Defensivleistung bin ich auf jeden Fall zufrieden, vorne hätte ich mir allerdings mehr erhofft." Da er bereits andere Begegnungen am Millerntor erlebt hat, bewertete er das Gesamtgeschehen und zeigte sich nach dem Derby, das wohl kaum lange in Erinnerung bleiben wird, zumindest teilweise zufrieden.
1. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle in der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) hat die Möglichkeit, über die Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Dabei trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.