Sexuelle Belästigung? HSV nimmt Stellung zum Fall Stefan Kuntz: „Vorwürfe sind glaubwürdig“
Hamburg – Im Dezember trennte sich der Hamburger SV überraschend von seinem Sportvorstand Stefan Kuntz (63). Der wahre Grund dafür: sexuelle Belästigung, wie die BILD am Sonntag berichtete. Nun äußert sich der HSV-Aufsichtsrat mit einer offiziellen Stellungnahme.
Offiziell wurde angegeben, dass der 63-Jährige den Verein aus „familiären Gründen“ verlassen habe.
Dies schien jedoch nicht der tatsächliche Anlass für die Trennung zu sein, wie die BILD am Sonntag enthüllte.
Recherchen zufolge beschuldigen mehrere Mitarbeiterinnen des HSV den Manager der sexuellen Belästigung.
Kuntz selbst wies die Anschuldigungen am Sonntagabend auf Instagram umgehend zurück und erklärte: „Im Interesse meiner Familie und aller mir nahestehenden Personen habe ich meine Rechtsanwälte (Kanzlei Schertz Bergmann) damit beauftragt, gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen vorzugehen.“
Der Aufsichtsrat des Hamburger SV reagierte am Montagmorgen umgehend auf den Social-Media-Beitrag des ehemaligen Sportvorstands. In der Erklärung heißt es, der Aufsichtsrat habe die Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz sehr ernst genommen und „sofort nach Kenntnis der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Untersuchung der Vorfälle eingeleitet“.
Weiter betont der Verein, dass nach gründlicher Prüfung der Aussagen die Vorwürfe als glaubwürdig eingestuft wurden. „Der Aufsichtsrat hat unverzüglich beschlossen, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben.“
In der Erklärung wird außerdem mitgeteilt, dass Kuntz einer Trennung zum 31. Dezember 2025 zugestimmt habe. Dabei sei er anwaltlich vertreten gewesen.
Darüber hinaus schreibt der Aufsichtsrat als Reaktion auf Kuntz’ Statement:
„Trotz mehrfacher Angebote hat Herr Kuntz die Möglichkeit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat explizit nicht wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund sind die Behauptungen einer ‚Verleumdungskampagne‘ gegen Stefan Kuntz eindeutig falsch und irreführend.“
Abschließend unterstreicht der Hamburger SV: „Unabhängig von der jeweiligen Führungsebene wird Fehlverhalten dieser Art nicht toleriert. Der Verein bekennt sich klar zu den in der Satzung verankerten Werten von Toleranz und Respekt und stellt sich entschieden gegen jede Form von Diskriminierung.“