HSV ärgert sich nach Unentschieden gegen Gladbach über sich selbst: „Wirklich enttäuschend“
Hamburg – 27:6 Torschüsse, 57 Prozent Ballbesitz und ein Expected-Goals-Wert von 1,03 zu 0,47 – diese Zahlen zeigen deutlich die deutliche Überlegenheit des HSV über große Teile der Partie gegen Borussia Mönchengladbach. Doch all diese Werte nützen den Rothosen wenig, da die entscheidenden Treffer fehlten.
„Wir haben das Spiel sehr gut kontrolliert, aber ohne Tore zu erzielen ist das natürlich extrem ärgerlich. Wir hatten die Partie im Griff und hätten gewinnen müssen, so ehrlich muss man sein“, fasste Nicolai Remberg (25) nach dem Spiel in der Mixed Zone seine Gedanken zusammen.
Sein Teamkollege Miro Muheim (27) stimmte ihm zu: „Wir hätten mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Doch wir haben keine Tore gemacht und so mit nur einem Punkt nach Hause zu fahren, ist wirklich enttäuschend“, betonte der Schweizer.
Besonders in der ersten Halbzeit waren die Hamburger so überlegen, dass das torlose Remis wie ein schlechter Scherz wirkte. „Wir waren komplett am Drücker, haben aber leider den Abschluss nicht verwertet“, unterstrich Damion Downs (21) nach seinem Debüt im heimischen Stadion.
Auch Trainer Merlin Polzin (35) nannte die vielen verpassten Chancen seiner Mannschaft „extrem frustrierend“. Gleichzeitig lobte er aber: „Wenn wir so eine erste Halbzeit mit dieser Dominanz im Ballbesitz und der Aggressivität gegen den Ball spielen, dann ist das sehr beeindruckend.“
Insgesamt versuchten die HSV-Spieler, die positiven Aspekte aus dem Spiel mitzunehmen – davon gab es schließlich genug. „Wir waren äußerst aggressiv, sehr intensiv und voll in den Zweikämpfen. Auch mit dem Ball haben wir gute Lösungen gezeigt. Das war eine starke Leistung“, zog Muheim Bilanz.
Vor allem im zentralen Mittelfeld präsentierten sich die Hanseaten mit „Abräumer“ Remberg und Spielmacher Fábio Vieira (25) sehr dominant. Der Ausfall des zuletzt starken Albert Sambi Lokonga (26, Wadenverletzung) fiel kaum ins Gewicht.
Den HSV-Fans dürfte es Hoffnung machen, dass der 26-Jährige laut Polzin in der kommenden Woche im Stadtderby gegen den FC St. Pauli wieder einsatzbereit sein wird. Gleiches gilt für Nicolas Capaldo (27, Oberschenkel), der gegen Gladbach vorzeitig ausgewechselt werden musste.
Tabelle 1. Bundesliga
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Am Ende der Saison ist der Spitzenreiter Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) hat die Möglichkeit, in der sogenannten Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.