HSV: Rechtsbeistände von Kuntz weisen Vorwürfe zurück – „völlig haltlos“
Hamburg – Wie ist die Sachlage wirklich? Nachdem eine angebliche Anwältin neue Details zu den gravierenden Anschuldigungen gegen den ehemaligen HSV-Manager Stefan Kuntz (63) vorgebracht hatte, meldeten sich jetzt die Juristen des Fußball-Europameisters von 1996 zu Wort.
Die gegen Kuntz erhobenen Vorwürfe sind schwerwiegend: Am Mittwoch äußerte sich eine Anwältin, die einige der Frauen vertritt, die Kuntz angeblich belästigt haben sollen. Im Magazin Stern sprach sie von „unangemessenen Berührungen, Bemerkungen (vor allem bezüglich der Brüste einer Mitarbeiterin), sexuellen Anspielungen und klar zweideutigen Aufforderungen zu sexuellen Handlungen“.
Am Freitag reagierten die Anwälte des 63-Jährigen und wiesen die Vorwürfe zurück. Christian Schertz und Nicolas Nadolny erklärten gegenüber der Süddeutschen Zeitung, die „im Stern anonym und ohne Nennung von Namen vorgetragenen falschen Behauptungen“ seien „völlig haltlos und erfüllen in keiner Weise strafrechtliche Kriterien“.
Im Mittelpunkt standen vor allem eine „unangenehme Situation“ in der Büroküche sowie ein Treffen auf Mallorca zwischen Kuntz und einer Mitarbeiterin. Letzteres kam jedoch nicht zustande, da der ehemalige Profi einen gemeinsamen Gin Tonic ablehnte.
Der Süddeutschen Zeitung soll angeblich der Chatverlauf zwischen Kuntz und der Frau vorliegen, die zeitgleich mit ihm auf der Balearen-Insel war. Die Kopie umfasst angeblich sechs Seiten.
Die Anwälte behaupten, die Gegenseite habe den Chatverlauf „stark gekürzt“ wiedergegeben. Insgesamt stelle „der gesamte Austausch zwischen Kuntz und der Mitarbeiterin eine völlig harmlose Unterhaltung zweier Personen dar, die offenbar gut miteinander auskommen“, so ihre Auffassung.
Neben dem Wetter wurde auch das Golfspiel thematisiert. Es sei wohl zutreffend, dass Kuntz mehrfach um ein Treffen gebeten und nachgehakt habe. Der konkrete Vorschlag für ein Treffen kam jedoch von der Mitarbeiterin, die das „Rocabeach“ in der Nähe von Palma erwähnte – Kuntz lehnte dies ab. Als Begründung gab er an: „Er liege bereits auf der Couch und wolle nun lieber Fußball schauen.“
Die neuen Details machen die gesamte Angelegenheit unübersichtlicher denn je. Inhaltlich wirkt der schriftliche Austausch zwischen Kuntz und der Frau wie eine Unterhaltung zwischen guten Bekannten, während nur drei Wochen später von grenzüberschreitendem Verhalten in mehreren Fällen die Rede ist.
Außerdem bleibt offen, weshalb Kuntz – der zwischenzeitlich selbst Anzeige wegen Stalking erstattet hatte – ein Treffen auf Mallorca vorgeschlagen haben soll. Eine baldige Aufklärung des Falles scheint momentan nicht in Sicht.