HSV-Blog: Klassenerhalt der Rothosen laut Matthäus zu „85 bis 90 Prozent“ gesichert
Hamburg – Ein weiterer Punkt wurde verbucht: Beim 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Köln präsentierte sich der HSV zwar nicht überragend, dennoch nahmen die Rothosen den Zähler gern mit.
Für die Hanseaten steht nun ein echtes Highlight an: Am kommenden Samstag um 18:30 Uhr geht es im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund.
In unserem HSV-Blog halten wir euch zu allen aktuellen Entwicklungen rund um die Mannschaft, mögliche Transfers und weitere Themen aus dem Volkspark auf dem Laufenden.
Mit neun Punkten Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz und sechs Zählern auf den Relegationsrang befindet sich der HSV nach 26 Spieltagen in einer sehr guten Ausgangsposition, um das angestrebte Ziel Klassenerhalt zu sichern.
„Sky“-Experte Lothar Matthäus (64) sieht die Rothosen nach dem Unentschieden gegen Köln bereits nahezu gerettet. Der ehemalige Weltfußballer schätzte die Chance auf den Klassenerhalt auf „85 bis 90 Prozent“ ein.
HSV-Coach Merlin Polzin (35) reagierte mit einem Schmunzeln: „Ich würde Lothar Matthäus niemals widersprechen.“ Gleichzeitig betonte er jedoch, dass der Weg noch lang sei.
Im Aufsteigerduell wird Schiedsrichter Tobias Welz (48) die Partie zwischen HSV und Köln am Abend leiten.
Unter der Leitung des Wiesbadeners absolvierte der HSV bisher 28 Spiele, wobei die Bilanz negativ ausfällt: Acht Siege, neun Unentschieden stehen elf Niederlagen gegenüber.
Der 1. FC Köln spielte bisher 21 Mal mit Welz als Schiedsrichter, hier fällt die Statistik noch schlechter aus: Fünf Siege, vier Unentschieden und zwölf Niederlagen.
Am Samstag treffen mit dem HSV und FC Köln seine ehemaligen Clubs aufeinander. Im Sommer stand Davie Selke (31) allerdings kurz davor, zu einem anderen Bundesligisten zu wechseln.
Nach Angaben von „Sky“ zeigte der 1. FSV Mainz 05 großes Interesse am Stürmer und unterbreitete sogar ein konkretes Angebot. Genau wie der ebenfalls interessierte schottische Topklub Celtic Glasgow blieben die Bemühungen jedoch erfolglos.
Seit letztem Sommer spielt Selke für Basaksehir Istanbul. Der Aufstiegsheld des HSV von letzter Saison erzielte in 15 Einsätzen bislang sieben Treffer.
Ein herber Rückschlag für einen ehemaligen HSV-Profi: Romeo Castelen (42), der zwischen 2007 und 2011 für die Rothosen auflief, wurde in den Niederlanden wegen Geldwäsche verurteilt.
Das Gericht in Zwolle verhängte gegen den 42-Jährigen eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, davon sechs Monate auf Bewährung, sowie eine Geldbuße in Höhe von zwei Millionen Euro.
Castelen soll über den chinesischen Klub Zhejiang Yiteng mehrere Millionen Euro Schwarzgeld gewaschen haben. 2019 wurde er zudem am Amsterdamer Flughafen mit 139.000 Euro Bargeld aufgegriffen.
Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich drei Jahre Haft gefordert. Der Ex-Profi kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
William Mikelbrencis (22) kämpft derzeit um seine Zukunft beim HSV. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, doch seine Leistungen lassen auf positive Vertragsverhandlungen hoffen.
„Wenn man die Chance bekommt, muss man sie nutzen. Das hat er die ganze Saison über getan“, lobte Trainer Merlin Polzin (35). Mikelbrencis musste zeitweise auch auf der Bank Platz nehmen: „Aus taktischen Gründen haben wir manchmal Konkurrenten bevorzugt. Das konnte er nicht beeinflussen, aber was er beeinflussen konnte, hat er verbessert.“
In seinen ersten beiden Jahren kam der Franzose auf zwölf Einsätze und 571 Spielminuten. Bereits in der Aufstiegssaison absolvierte er 25 Partien und in der laufenden Saison stehen schon 19 Einsätze zu Buche, davon neun in der Startelf.
Polzin beschrieb die Entwicklung des jungen Spielers folgendermaßen: „William kam als junger Kerl zu uns, sprach weder Deutsch noch Englisch. Er hat hart an sich gearbeitet, auch wenn er manchmal weniger gespielt hat, als er wollte.“
Und der Trainer sieht bei Mikelbrencis noch längst nicht das Ende seiner Entwicklung: „Er weiß genau, welche nächsten Schritte er gehen muss. Auf dem Platz ist er schnell und abseits ein feiner Typ.“
Schlechte Nachrichten für den HSV: Stürmer Yussuf Poulsen (31) fällt erneut wochenlang aus. Wie Trainer Merlin Polzin (35) am Donnerstag mitteilte, hat sich der Däne eine Verletzung im rechten hinteren Oberschenkel zugezogen.
„Das ist sehr ärgerlich“, sagte Polzin und berichtete, dass Poulsen nach der Diagnose niedergeschlagen sei. „Für ihn und für uns ist das natürlich nicht zufriedenstellend.“ Poulsen kam mit großen Erwartungen zum HSV, musste aber immer wieder aufgrund von Verletzungen pausieren.
„Die Saison ist noch nicht vorbei“, blickte Polzin nach vorne, auch wenn er die Ausfalldauer noch nicht genau einschätzen kann. „Er wird weiterhin seinen Teil dazu beitragen, dass wir eine gute Saison spielen und unsere Ziele erreichen.“
HSV-Trainer Merlin Polzin (35) äußerte sich klar zum Fehlen von Rayan Philippe (25) beim Spiel in Wolfsburg: „Ich wollte ihm verdeutlichen, an welchen Punkten er arbeiten soll. Das haben wir intern besprochen“, erklärte er. „Ich bin gespannt, wie er darauf reagiert.“
Polzin erwartet, dass Philippe nach schwächeren Leistungen zurückkommt. Eine Rückkehr am Samstag gegen den 1. FC Köln ist daher nicht ausgeschlossen, allerdings muss der Angreifer zeigen, dass er den Anforderungen gerecht wird.
„Ich habe einfach höhere Ansprüche an Rayan“, betonte Polzin. „Er hat schon deutlich bessere Leistungen gezeigt.“ Zwar ist Philippe mit fünf Treffern gemeinsam mit Luka Vuskovic (19) der beste HSV-Torschütze, doch schwankt seine Form immer wieder.
Polzin sagte sogar: „Er muss sich noch zurechtfinden.“ Dabei ist Philippe bereits seit acht Monaten beim HSV, die Eingewöhnungsphase sollte also vorbei sein. „Ich sehe das nicht dramatisch“, fügte er hinzu. „Wir versuchen, ihm aufzuzeigen, woran wir arbeiten wollen. Solche Phasen gibt es im Fußball, da muss man durch.“
Der HSV kann schon mehr oder weniger für die kommende Saison in der Bundesliga planen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Luka Vuskovic (19) ein weiteres Jahr im Volkspark bleibt, nimmt mit jedem Spiel ab – seine Leistungen sind zu beeindruckend.
Deshalb suchen die Verantwortlichen bereits nach einem Ersatz. Laut dem griechischen Portal SDNA hat der HSV offenbar ein Auge auf Lorenzo Pirola (24) von Olympiakos Piräus geworfen und soll ihn beim letzten Spiel vor Ort beobachtet haben.
Der Innenverteidiger stammt aus der Jugend von Inter Mailand und spielte für diverse italienische Jugendnationalmannschaften. Seit Sommer 2024 steht Pirola in Piräus unter Vertrag, der bis Ende der Saison 2027/28 läuft. Sein Marktwert wird auf neun Millionen Euro geschätzt.
Der HSV startete am Dienstag mit der Vorbereitung auf das Spitzenspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln. Mit von der Partie war auch der Winter-Neuzugang Albert Grönbaek (24). „Ich freue mich, ihn wieder im Mannschaftstraining zu sehen. Er braucht noch etwa eine Woche, in der er voll belastbar ist und ohne Einschränkungen mittrainieren kann. Ich hoffe, dass er bald eingreifen kann“, sagte Trainer Polzin.
Ransford Königsdörffer (24) und William Mikelbrencis (22) trainierten wegen Belastungssteuerung nicht mit dem Team, ebenso absolvierten Nicolas Capaldo (27), Bakery Jatta (27) und Alexander Rössing-Lelesiit (19) individuelle Reha-Einheiten.
Vor allem bei Capaldo ist ein Einsatz gegen Köln denkbar: „Das könnte eine Punktlandung werden. Wir wollen das schaffen“, erklärte Polzin, schränkte aber ein: „Als Trainer ist man eher Träumer als Realist.“
Luka Vuskovic (19) war beim 2:1-Sieg des HSV in Wolfsburg der herausragende Spieler. Der Abwehrspieler war an der Entstehung beider Strafstöße beteiligt und verwandelte einen – wenn auch mit etwas Glück – selbst.
Im Gespräch bei Sky90 lobte der ehemalige HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (44) den jungen Kroaten als „Schlüsselspieler“ und betonte die fußballerische Leidenschaft der gesamten Familie Vuskovic.
Allerdings kritisierte Boldt auch den HSV: „Es ist fast fahrlässig, so viel Verantwortung auf einen Spieler zu legen.“ Vuskovic erzielte fünf wichtige Tore, beide Elfmeter gegen Wolfsburg gehen auf sein Konto. Obwohl er eigentlich Verteidiger ist, spielt er eine enorme Rolle im Offensivspiel der Rothosen. Wie auch Rayan Philippe hat er fünf Saisontore erzielt.
Boldt ist überzeugt, dass der HSV ohne Vuskovic nicht auf dem zehnten Tabellenplatz stehen würde: „Die zwei Spiele vor seiner Ankunft waren weit entfernt vom Bundesliga-Niveau. Er bringt einen enormen Impuls.“
Zunächst brachte Christian Eriksen (34) Wolfsburg in Führung, doch Luka Vuskovic (19) und Jean-Luc Dompé (30) drehten das Spiel per Elfmeter und schrieben damit Bundesliga-Geschichte.
Die meisten Elfmeter in einem Spiel gab es in der Saison 1965/66 beim Duell Gladbach gegen Dortmund: Fünf Strafstöße wurden gepfiffen, vier davon verwandelt. Endstand damals: 5:4 für Dortmund.
Die Top-Klubs stehen Schlange! Der HSV muss sich wohl darauf einstellen, dass Luka Vuskovic (19) im Sommer zu Tottenham Hotspur zurückkehrt. Ob es in London für ihn weitergeht, bleibt offen.
Der 19-jährige Kroate steht mittlerweile bei vielen europäischen Spitzenvereinen auf dem Zettel, zuletzt wurde dem FC Barcelona Interesse nachgesagt.
Sein Berater Pini Zahavi (83) äußerte sich gegenüber spanischen Medien zu den Gerüchten: „Ich kann dazu aktuell nichts sagen. Der Spieler gehört weiter zum HSV und konzentriert sich voll auf den Verein. In genau zwei Monaten, nach Ablauf seiner Leihfrist und der offiziellen Rückkehr zu Tottenham, kann ich Neuigkeiten mitteilen.“
Nach dem Sieg in Wolfsburg dürfte Daniel Elfadli (28) besonders erleichtert gewesen sein. Der HSV-Verteidiger erlebte in der Volkswagen Arena eine nervenaufreibende Halbzeit.
Elfadli, der gegenüber Warmed Omari (25) den Vorzug erhalten hatte, unterlief in der 18. Minute ein folgenschwerer Fehlpass, aus dem Wolfsburg jedoch kein Kapital schlug.
Nur zwei Minuten später wurde er zum Pechvogel, als er bei einer Klärungsaktion den Kopf von VfL-Profi Yannick Gerhardt (31) traf. Den fälligen Elfmeter verwandelte Christian Eriksen (34) zum 1:0 für Wolfsburg.
Elfadli erhielt Gelb für das Foul und wäre kurz vor der Halbzeit beinahe wegen eines weiteren Vergehens vom Platz geflogen. Nach einer deutlichen Ermahnung des Schiedsrichters Florian Exner (35) sah sich Trainer Polzin (35) gezwungen, ihn zur Pause auszuwechseln.
Schiedsrichter Florian Exner (35) wird die Bundesliga-Partie zwischen VfL Wolfsburg und HSV leiten.
Unter seiner Leitung absolvierte der HSV bislang fünf Begegnungen und hat dabei eine ordentliche Bilanz: Drei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage.
Wolfsburg hingegen spielte bisher drei Partien mit Exner als Schiedsrichter und gewann nur eine, die anderen beiden gingen verloren.
Wie es mit Luka Vuskovic (19) im Sommer weitergeht, ist noch unklar. Bleibt er beim HSV, um gemeinsam mit seinem Bruder Mario zu spielen? Holt Tottenham ihn zurück? Oder steht ein Wechsel zu einem anderen Klub an?
Nach Informationen von Sky könnte Letzteres eintreten. Der FC Barcelona soll den kroatischen Verteidiger genau beobachten, da sich bei den Katalanen im Sommer eine Lücke in der Innenverteidigung auftut.
Besonders brisant: Vuskovic und Barca-Trainer Hansi Flick (61) haben mit Pini Zahavi (83) denselben Berater.
Eine weitere Hiobsbotschaft für den HSV: Bakery Jatta (27) wird in den kommenden Wochen fehlen.
Der Verein gab bekannt, dass sich der Gambier im Nachholspiel gegen Bayer Leverkusen am Mittwoch eine Verletzung im linken hinteren Oberschenkel zugezogen hat. Er wurde bereits in der 29. Minute ausgewechselt.
Unter Trainer Merlin Polzin (35) spielte Jatta lange keine Rolle, kämpfte sich aber Ende 2025 zurück und bestritt seitdem zehn von zwölf Partien.
HSV-Fans aufgepasst: Die DFL hat die Spieltage 28 bis 30 der Bundesliga zeitgenau terminiert. Der HSV wird – unter anderem im Nordderby gegen Werder Bremen – zweimal samstags um 15:30 Uhr und einmal sonntags um 17:30 Uhr spielen.
Die Begegnungen im Überblick:
Sören Storks (37) ist der Schiedsrichter der Nachholpartie gegen Bayer Leverkusen am Mittwochabend.
Der aus Ramsdorf in Nordrhein-Westfalen stammende Unparteiische leitete bereits vor einigen Monaten ein Spiel der Rothosen, das die Hamburger trotz Unterzahl und einer hitzigen Schlussphase spät für sich entschieden.
In der 81. Minute zeigte Storks Alexander Rössing-Lelesiit (19) die Gelb-Rote Karte, nachdem der Norweger im Duell mit Stuttgarts Josha Vagnoman (25) zu hart zuging.
Insgesamt hat Storks bisher nur fünf Erst- und Zweitliga-Spiele mit Hamburger Beteiligung gepfiffen. Die Bilanz spricht klar für den HSV: Nur einmal verloren die Rothosen unter seiner Leitung.
Besteht Grund zur Sorge bei HSV-Fans? Keeper Daniel Heuer Fernandes (33) hat sich nach dem Bundesliga-Aufstieg als einer der besten Torhüter etabliert. Einziger Wermutstropfen: Sein Vertrag endet im Sommer.
Der Schlussmann gab kürzlich bekannt, sich über seine Zukunft mit dem Verein auszutauschen. Laut „Hamburger Abendblatt“ hat er seinen Berater gewechselt und sich in beiderseitigem Einvernehmen von seiner bisherigen Agentur getrennt.
Der HSV zeigte sich überrascht über diese Entwicklung. Welche Auswirkungen sie auf Heuer Fernandes‘ Zukunft hat, bleibt offen. Möglicherweise will er seine Verhandlungsposition verbessern oder einen Wechsel sondieren.
Ein wichtiger Faktor für den soliden Saisonverlauf des HSV ist Fábio Vieira (25). Nach seiner Leihe vom FC Arsenal hat er sich zum Leistungsträger entwickelt. Wie es mit ihm weitergeht, ist jedoch ungewiss.
SPORT BILD berichtet, dass der Portugiese bereits entschieden habe, im Sommer nicht nach London zurückzukehren. Bei den „Gunners“ hatte er sich seit seinem Wechsel 2023 nicht durchsetzen können.
Vieira fühlt sich in Hamburg und beim HSV sehr wohl und kann sich grundsätzlich einen Verbleib vorstellen. Das große Problem ist aber der finanzielle Aspekt: Die Kaufoption liegt bei über 20 Millionen Euro – zu teuer für die Rothosen.
Die Verantwortlichen hoffen, die Ablösesumme reduzieren zu können, vor allem wenn Vieira ein klares Bekenntnis zu einem festen Wechsel abgibt. Der Ausgang bleibt offen.
Diagnose steht fest: HSV-Profi Nicolas Capaldo hat sich im Spiel gegen Leipzig eine Muskelverletzung im Bauchbereich zugezogen. Das ergab eine MRT-Untersuchung am Montag im Athletikum im Volkspark.
Der Argentinier wird den Rothosen laut Verein einige Wochen fehlen, nachdem er gegen RB Leipzig bereits nach etwa 20 Minuten ausgewechselt werden musste. Anfangs wurde noch von einer Adduktorenzerrung ausgegangen.
So wenige Gästefans gab es lange nicht mehr. Das Volksparkstadion war beim Spiel zwischen HSV und RB Leipzig mit 57.000 Zuschauern zwar ausverkauft, doch die Leipziger Anhängerzahl war mit etwa 1.500 so gering wie selten.
Selbst der abgeschlagene Tabellenletzte 1. FC Heidenheim hatte mit knapp 2.100 mitgereisten Fans eine größere Gästekulisse.
Bereits im März beim torlosen Unentschieden gegen SV Elversberg waren nur rund 1.000 Gästefans angereist.
Bittere Nachrichten: Neben der Niederlage gegen Leipzig verlor der HSV am Sonntag auch zwei Verteidiger.
Miro Muheim (27) sah von Schiedsrichter Bastian Dankert (45) wegen eines harten Fouls seine fünfte Gelbe Karte und wird damit das Nachholspiel gegen Leverkusen verpassen. „Wir haben drei, vier Spieler, die als Ersatz infrage kommen“, sagte Trainer Polzin (35).
Zudem macht Nicolas Capaldo (27) Sorgen. Der Argentinier musste nach kurzer Zeit mit Schmerzen im Oberschenkel-/Adduktorenbereich ausgewechselt werden und wirkte sichtlich angeschlagen.
Polzin erklärte, dass sich Capaldo bei einem Sprint verletzt habe und kündigte am Montag weitere Untersuchungen an. Ein Einsatz gegen Leverkusen erscheint fraglich, vielleicht droht sogar ein längerer Ausfall.
Im hitzigen Volkspark muss Schiedsrichter Bastian Dankert (45) einen kühlen Kopf bewahren, wenn er das Duell zwischen HSV und RB Leipzig leitet.
Der HSV spielte bisher 18 Partien unter seiner Leitung, mit einer eher negativen Bilanz: sieben Siege, ein Unentschieden und zehn Niederlagen.
Leipzig absolvierte 17 Spiele mit Dankert und hat eine positive Bilanz: neun Erfolge, fünf Remis und nur drei Niederlagen.
Beste Voraussetzungen für einen magischen Abend im Volkspark: Wenn der HSV am Sonntag RB Leipzig empfängt, kann das Team nahezu in Bestbesetzung antreten.
Nur die verletzten Albert Grönbaek (24) und Alexander Rössing-Lelesiit (19) stehen laut Trainer Polzin (35) nicht zur Verfügung. Alle anderen seien „heiß und einsatzbereit“.
Auch Leistungsträger Albert Sambi Lokonga (26) gilt nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk wieder als ernsthafte Option. Ob er rechtzeitig fit wird, entscheidet sich etwa eine Stunde vor Anpfiff.
Erfreuliche Worte: Matthias Ginter (32), Profi beim SC Freiburg, äußerte sich im Podcast „Copa TS“ positiv über den HSV.
Er lobte zunächst die Entwicklung beim VfB Stuttgart, der vor kurzem noch in der zweiten Liga spielte, inzwischen DFB-Pokalsieger und Champions-League-Teilnehmer ist. Eine ähnliche Entwicklung traut er auch dem HSV zu.
„Klar, sie haben viel mit Leihspielern gearbeitet“, sagte Ginter und bezog sich dabei auf Transfers von Luka Vuskovic (19), Fábio Vieira (25) und anderen. Auch wenn es dem HSV vielleicht schwerfällt, sie zu halten, sieht er gute Voraussetzungen.
„Die Stadt, der Verein und das Stadion sind enorm attraktiv“, lobte er und zeigte sich sicher, dass der HSV bald wieder in höheren Tabellenregionen stehen wird.
Gute Nachrichten vom Trainingsplatz: Albert Sambi Lokonga (26) kehrt am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurück. Am Dienstag hatte er noch individuell mit Reha-Coach Sebastian Capel gearbeitet.
„Das Ziel ist, dass er im Laufe der Woche wieder mit einsteigt und womöglich am Wochenende im Kader steht. Bei Yussi (Poulsen) achten wir aufgrund der langen Trainingswoche und seiner Vorgeschichte besonders auf die Belastung. Er wird ab morgen wieder mit der Mannschaft trainieren und am Wochenende zur Verfügung stehen“, erklärte Polzin (35) am Dienstag.
Yussuf Poulsen (31) dagegen trat aus Belastungsgründen kürzer, Albert Grönbaek (24) arbeitete weiterhin individuell an seinem Comeback.
Daniel Heuer Fernandes (33) steht seit sechseinhalb Jahren beim HSV und war nicht immer unumstritten. Dennoch setzte er sich immer wieder durch, was wesentlich dazu beiträgt, dass der Aufsteiger nach 23 Spieltagen deutlich über dem Strich steht.
Experte Stefan Effenberg (57) brachte den Torhüter sogar für die Nationalmannschaft ins Gespräch: „Er hat es verdient, als Backup bei einer WM in den Fokus zu rücken. Ferro ist absolut loyal, auch in schwierigen Situationen. Er würde sich hundertprozentig einfügen.“
Effenberg sieht in Heuer Fernandes einen wichtigen Erfolgsfaktor für den HSV: „Er entscheidet Spiele, holt Punkte. Eigentlich spricht nichts dagegen, ihn als dritten Torwart mitzunehmen. Wenn man über die Nationalmannschaft spricht: Wer ist da auf zwei, wer auf drei? Ich glaube, Ferro ist gar nicht so fern dran.“
Beim HSV wird man solche Aussagen gerne hören, doch seine Leistungen wecken auch Begehrlichkeiten – vor allem, weil sein Vertrag im Sommer ausläuft. „Wir führen gute Gespräche. Ferro weiß, was er am HSV hat, und wir wissen, was wir an ihm haben. Er ist eine wichtige Stütze“, erklärte Sportdirektor Claus Costa (41).
Silvan Hefti (28) hatte beim HSV keine Chance, nun versucht er sein Glück in der nordamerikanischen MLS bei D.C. United. Sein Debüt war erfolgreich.
Zum Saisonstart stand Hefti in der Anfangsformation und spielte durch. Sein Team gewann gegen Philadelphia Union mit 1:0.
Auch Ex-Kapitän Sebastian Schonlau stand beim 1:0-Sieg der Vancouver Whitecaps erstmals seit August wieder im Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz.
Fábio Vieira (25) sorgt immer wieder für entscheidende Momente beim HSV. Ob er über den Sommer hinaus bleibt, ist jedoch ungewiss.
„Fabio ist ein außergewöhnlicher Spieler, der sich täglich besser eingewöhnt. Wir sind froh, dass wir ihn für ein Jahr leihen konnten“, sagte Sportdirektor Claus Costa (41) im „Doppelpass“.
Vieira kam auf Leihbasis von Arsenal nach Hamburg, der HSV sicherte sich eine Kaufoption über 20 Millionen Euro, die der Klub wohl nicht ziehen wird.
„20 Millionen für einen Spieler zu zahlen, ist unrealistisch“, so Costa. Trotzdem sieht er Chancen für einen Verbleib: „Am Ende brauchen wir ein klares Commitment vom Spieler. Im Sommer bewerten wir die Lage neu.“
Robert Braun (30) wird am Freitagabend die Partie des HSV beim FSV Mainz 05 leiten. Beide Teams pfiff er bereits jeweils einmal in dieser Saison.
Der HSV hat keine besonders guten Erinnerungen an ihn: Das Spiel in Augsburg verlor man mit 0:1. Unter Braun gewann der HSV eine Zweitliga-Partie und spielte einmal unentschieden.
Mainz holte unter Braun überraschend im Dezember einen Punkt gegen Bayern München (2:2) und gewann vor drei Jahren ein DFB-Pokalspiel unter seiner Leitung.
Beim Auswärtsspiel in Mainz muss der HSV auf die verletzten Alexander Rössing-Lelesiit (19), Albert Sambi Lokonga (26), Albert Grönbaek (24) sowie den gesperrten Luka Vuskovic (18) verzichten. Hinter Kapitän Nicolás Capaldo (27) stand noch ein Fragezeichen.
Trainer Polzin (35) erklärte: „Capaldo war gesundheitlich angeschlagen und konnte nicht alle Einheiten absolvieren. Im Gespräch zeigte er aber seinen Willen zu spielen und ist fit.“
Am Donnerstag kehrte Capaldo ins Training zurück und meldete sich damit einsatzbereit für Mainz.
Der Fall Jean-Luc Dompé (30) und sein Alkohol-Fahrt sorgten für Aufsehen. Mittlerweile versucht der HSV-Profi, auf dem Platz zu überzeugen. Beim letzten Spiel gegen Union Berlin (3:2) kehrte er nach seiner Sperre zurück und spielte 18 Minuten.
Die Verantwortlichen scheinen dem Spieler vergeben zu haben. Polzin sagte: „Das Thema haben wir intensiv behandelt. Für den Verein und mich als Trainer war klar, dass wir Haltung zeigen. Trotzdem geht es nicht darum, jemanden zu verurteilen, sondern als Team zusammenzustehen.“
Dompé soll sich geläutert zeigen. „Mir ist wichtig, dass wir einen Cut machen, damit er sich sportlich wie alle anderen wieder für die Startelf qualifizieren kann“, betonte Polzin. Ob er am Freitag in Mainz wieder spielt, ist unklar. Vermutlich wird Winter-Neuzugang Philip Otele (26) erneut starten.
In Mainz fehlt Luka Vuskovic (18) wegen einer Gelbsperre. Das Supertalent verpasst damit das Spiel und hat noch elf Partien im HSV-Trikot vor sich – oder vielleicht mehr?
Trainer Polzin (35) antwortete auf die Frage, ob er an einen Verbleib des Abwehrspielers über den Sommer hinaus glaubt: „Ich bin Optimist und glaube an fußballromantische Dinge.“
„Wir sind sehr daran interessiert, dass er weiter für den HSV spielt, insbesondere in Kombination mit seinem Bruder Mario. Dessen Dopingsperre endet Mitte November, dann könnten beide gemeinsam auflaufen.“
Entscheidend ist allerdings die Absprache mit Tottenham Hotspur. „Wir sind sehr dankbar, dass wir im letzten Sommer eine Lösung gefunden haben, besonders mit Tottenham. Das muss auch für diesen Sommer geregelt werden.“
Nach der Partie gegen Union Berlin sah Vuskovic seine fünfte Gelbe Karte und fehlt nun in Mainz. Die Sperre bringt ihm jedoch auch ein paar trainingsfreie Tage.
„Luka hat bei uns jedes Spiel gemacht und war in den Länderspielpausen oft mit der Nationalmannschaft unterwegs, teilweise für mehrere Teams“, erklärte Polzin. „Es war uns wichtig, dass er jetzt eine Pause bekommt. Außerdem profitiert die Mannschaft davon, wenn er zwei Tage den Kopf frei bekommt.“
Vuskovic soll am Dienstagabend nach Hamburg zurückkehren und die Reise nach Mainz antreten. „Er hat darum gebeten, weil er unbedingt dabei sein will. Das ist ein gutes Zeichen.“
Wer ihn in Mainz ersetzt, ist noch offen. „Daniel Elfadli kennt diese Position, er hat sie zu Saisonbeginn schon gespielt. Auch Warmed Omari, der heute mehr trainieren konnte und für Freitag gut aussieht, wäre eine Option“, so Polzin.
Bundesliga-Tabelle
Die Bedeutung der Tabelle in der 1. Bundesliga ist folgende: Wer am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) spielt in der Relegation um den Klassenerhalt gegen den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.