„Mann mit zwei Gesichtern“: HSV-Insider äußern sich zu Stefan Kuntz
Hamburg – Nach der Veröffentlichung von Vorwürfen wegen sexueller Belästigung gegen den früheren HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz (63) durch die BILD am Sonntag, hat sich nun eine Angestellte des Bundesligisten gegenüber dem SPIEGEL zu Wort gemeldet.
Für viele Fans des HSV galt der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig lange als beliebte Figur. Er war derjenige, der die „Rothosen“ nach sechs gescheiterten Versuchen endlich zurück in die Bundesliga führte.
Umso überraschender kam die Trennung Anfang dieses Jahres. Kuntz hatte angeblich aus „persönlich-familiären“ Gründen um die Auflösung seines ursprünglich bis zum Sommer laufenden Vertrags gebeten.
Am Sonntag erschien jedoch der Bericht der BILD, wonach schwerwiegende Anschuldigungen von mehreren HSV-Mitarbeiterinnen der wahre Grund für die Trennung sein sollen.
Der SPIEGEL sprach mit einer mutmaßlich betroffenen Mitarbeiterin des Vereins. Diese bestätigte die Angaben der BILD und berichtete, dass Kuntz sich ihr sowie anderen Frauen am HSV-Geschäftssitz unangebracht verhalten habe.
Darüber hinaus soll es zu „unangemessenem Körperkontakt“ gekommen sein, wie das Magazin die Mitarbeiterin direkt zitierte.
Auch zwei weitere Quellen äußerten sich gegenüber dem SPIEGEL ähnlich zu den Anschuldigungen. Mehrere Insider beschrieben den ehemaligen deutschen Fußballer des Jahres 1991 als einen „touchy guy“, also jemanden, der häufig körperliche Nähe sucht.
Das Bild, das die Öffentlichkeit vom Ex-Sportvorstand hatte, unterscheidet sich deutlich von dem, was intern beim HSV kursiert. „Den Kuntz, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt, gibt es hier nicht“, erklärte ein HSV-Insider gegenüber dem Magazin.
Eine weitere Quelle beschrieb den 63-Jährigen als „Mann mit zwei Gesichtern“. Sein Führungsstil wurde innerhalb des Vereins kritisch beurteilt.
Nach Angaben des SPIEGEL haben Kuntz’ Anwälte bisher nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme reagiert. Auch auf eine Anfrage von TAG24 gab es bislang keine Antwort.
Noch am Sonntag veröffentlichte Kuntz selbst eine Stellungnahme auf Instagram. Die Anschuldigungen hätten ihn tief getroffen.
„Eines ist klar: Ich weise diese Vorwürfe aufs Schärfste zurück! Im Interesse meiner Familie und aller mir nahestehenden Menschen habe ich meine Anwälte (Kanzlei Schertz Bergmann) beauftragt, gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen vorzugehen“, schrieb der 63-Jährige.