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Demme verlässt Hertha: Aus dem Prunkstück wird eine Schwachstelle

Berlin – Der erste Abgang bei Hertha steht fest. „Für mich ist bei Hertha Schluss“, erklärte Diego Demme (34) nach der enttäuschenden 0:1-Niederlage in Magdeburg.

Diese Entscheidung kam nicht überraschend. Die Verbindung zwischen Demme und Hertha BSC war von Anfang an schwierig. Obwohl der Verein den Deutsch-Italiener bereits direkt nach dem Abstieg verpflichten wollte, dauerte es letztlich ein ganzes Jahr, bis er tatsächlich kam.

Doch Demme konnte seine Stärken nur selten zeigen. Immer wieder bremsten ihn die Folgen einer Kopfverletzung aus.

So kam der Sechser in zwei Jahren bei Hertha lediglich auf 33 Ligaspiele und blieb – wie bei der Alten Dame häufig – ein unerfülltes Versprechen.

Dabei galt besonders das Mittelfeld bislang als Aushängeschild: Paul Seguin (31), das Talent Kennet Eichhorn (16), Kevin Sessa (25), Leon Jensen (28), Michael Cuisance (26), Jeremy Dudziak (30) und eben Demme – eine Spielergeneration, um die viele Vereine die Berliner beneideten. Doch nun droht gerade dieses Prunkstück zur Schwachstelle zu werden.

Eichhorn wird aufgrund der finanziellen Zwänge wohl bald verkauft. Das junge Talent bringt den höchsten Transfererlös, hinterlässt sportlich jedoch eine große Lücke. In seinem Debütjahr im Profibereich hat er sich nicht nur einen Stammplatz gesichert, sondern prägt bereits Herthas Spielstil. Für die kommende Saison muss Seguin sich einen neuen Partner im Mittelfeld suchen.

Nach Eichhorns Sprunggelenksbruch mit anschließend rund zweimonatiger Pause zeigte Sessa zwar ansprechende Leistungen, doch auch er wartet nach zwei Jahren in Berlin noch auf seinen endgültigen Durchbruch. Ähnlich verhält es sich bei Jensen, der seine Rückkehr zu seinem Herzensverein wohl anders vorgestellt hatte.

In dieser Spielzeit kam der ehemalige KSC-Profi nur zu sieben Einsätzen. Nach einer komplizierten Muskelverletzung sind weitere Einsätze unwahrscheinlich. Trotz des Mangels im Mittelfeld schaffte es Jensen nicht mal in den Kader für das Spiel in Magdeburg. Auch Pascal Klemens (21) bleibt nach seiner Vertragsverlängerung nur die Rolle des Zuschauers.

In Magdeburg musste Cuisance erneut eine Position weiter hinten aushelfen, eigentlich fühlt sich der Franzose auf der Zehn wohler. Doch auch er hatte sich mehr erhofft – die Gefahr vor dem Tor ist mit erst zwei Saisontoren bisher kaum vorhanden.

Immerhin verfügt Hertha mit Boris Mamuzah Lum (18) noch über ein vielversprechendes Talent im Kader. Doch kaum hatte der 18-Jährige aufgrund einer Gelbsperre seines Konkurrenten die Chance auf einen Platz in der Startelf, ereilte ihn ein Knieverletzung und setzt ihn für mehrere Wochen außer Gefecht.