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Wie sich Herthas Dardai aus der Krise kämpfte: „Ein großer Stein ist von meinem Herzen gefallen“

Lagos (Portugal) – Das Lob hat er sich wahrlich verdient: „Für mich gehört er zu den besten Innenverteidigern der Liga“, äußerte Stefan Leitl (48) im Dezember über Marton Dardai (23). Zu Beginn der Saison hätte man solche Worte vom Trainer wohl noch skeptisch aufgenommen, doch mittlerweile stimmen wohl alle zu.

Der Innenverteidiger hat eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. Nach seinem Einsatz bei der EM mit Ungarn folgte in der 2. Liga ein harter Rückschlag. Dardai geriet in ein Formtief, verursachte nicht nur ein Gegentor, sondern stand kurz davor, seinen Stammplatz zu verlieren. Umso bemerkenswerter ist es, wie er sich wieder zurückkämpfen konnte.

„Das war eine schwierige Phase für mich. Aber zum Glück habe ich viel Rückhalt von meinen Mitspielern und dem Trainer erhalten. Dafür bin ich sehr dankbar. Deshalb freut es mich umso mehr, dass sowohl die Mannschaft als auch ich selbst unsere Leistung wiedergefunden haben“, erklärte der Innenverteidiger am Rande des Trainingslagers in Portugal, bei dem auch TAG24 vor Ort war.

In dieser schweren Zeit hatte er einen starken Unterstützer: den Cheftrainer. „Das Trainerteam, insbesondere Stefan Leitl, hat sehr oft das Gespräch mit mir gesucht und mir Mut gemacht. Auch einige Mitspieler haben mich zur Seite genommen und unterstützt.“

Mit großem Einsatz arbeitete sich Dardai zurück. „Ich habe versucht, noch mehr zu leisten, damit ich mir selbst nichts vorwerfen muss und keine Ausreden finde. Ich habe sogar mehr trainiert als zuvor. Als es dann besser lief, fiel mir ein großer Stein vom Herzen.“

Der Wendepunkt kam mit dem Auswärtserfolg in Hannover: „3:0 gewonnen, kein Gegentor kassiert und keinen Fehler gemacht, der zu einem Gegentor führte. So baut man Woche für Woche im Training Selbstvertrauen auf. Die Umstellung auf die Viererkette war dabei der entscheidende Schritt.“

Obwohl erst 23 Jahre alt, zählt Marton Dardai inzwischen zu den dienstältesten Spielern bei Hertha. Selbst Jay Brooks (32), der 2017 nach zehn Jahren den Verein verließ und später zurückkehrte, kann da kaum mithalten. „Darauf bin ich schon stolz und kann einiges über Hertha erzählen, was hier passiert ist. Ich habe eine Menge Erfahrung mit Hertha BSC gesammelt“, gesteht er mit einem Schmunzeln.

Seit seinem Profi-Debüt vor fünf Jahren hat Dardai acht Trainer und drei Manager erlebt. Trotz des Abstiegs blieb er dem Club treu und verlängerte zuletzt seinen Vertrag bis 2028. „Mir war es wichtig, nach dem Abstieg alles wieder gutzumachen und den Aufstieg zu schaffen. Dieses Ziel habe ich mir gesetzt. Hoffentlich gelingt es uns in dieser Saison.“

Der Verteidiger hält die Chancen bei nur fünf Punkten Rückstand auf Platz drei für realistisch: „Wir sind ein starkes Team. Wenn wir unser Maximum abrufen, so wie es uns in der Hinrunde gelungen ist, ist der Aufstieg definitiv möglich.“