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Peinlicher Fauxpas: Der Hertha-Transfer, der keiner ist – jedenfalls noch nicht

Berlin – Es ist kein Geheimnis, dass Hertha BSC seinen teuersten Spieler und doch selten eingesetzten Agustin Rogel (28) möglichst schnell von der Gehaltsliste streichen möchte. Dass die Bekanntgabe seines Abgangs jetzt allerdings auch für die Verantwortlichen bei der Alten Dame schneller als erwartet erfolgt, überrascht.

Bereits seit einiger Zeit wird Rogel mit einer Rückkehr zu seinem Jugendverein Nacional Montevideo in Verbindung gebracht. Südamerikanische Medien berichteten sogar, dass der Wechsel kurz vor dem Abschluss stehe.

Bis hierhin schien alles klar, doch die offizielle Bekanntgabe des Transfers auf dem Instagram-Kanal des uruguayischen Spitzenklubs kam überraschend früh und unerwartet.

„Der Tisch ist gedeckt“, lautete der Kommentar unter einem Video, das eine Kaffeetasse und einen kleinen flambierten Kuchen zeigt, in den zum Abschluss eine Sammelkarte mit Rogels Bild gesteckt wird. Darunter steht: „Willkommen Agustin“.

Dieser Willkommensgruß spielt auf Rogels Spitznamen „Pastelito“ an, den er in seiner Heimat trägt und der so viel wie „Küchlein“ bedeutet. Problematisch daran ist, dass zu diesem Zeitpunkt der Vertrag noch gar nicht unterzeichnet war.

Inzwischen hat sich Nacionals Vizepräsident Flavio Perchman für das Missgeschick entschuldigt. Auch Rogels Berater Ariel Krasouski äußerte sich in der uruguayischen Sportsendung „Punto penal“ zu dem Missverständnis.

„Nacional ging davon aus, dass die Angelegenheit in Deutschland bereits geregelt sei und hat daher die Präsentation vorgezogen“, erklärte Krasouski den Hintergrund.

Seinen Angaben zufolge wurde der Vertrag bei Hertha bislang weder gekündigt noch bei Nacional unterschrieben. „Wir sind uns zwar einig, aber die Unterschriften fehlen noch“, ergänzte er. Grundsätzlich bestehe eine mündliche Übereinkunft zwischen beiden Vereinen.

Rogels Berater hält es für unwahrscheinlich, dass der Transfer jetzt noch scheitert. Immerhin kann Hertha so mehrere Monatsgehälter einsparen. Eine Ablösesumme soll Nacional nicht bezahlen, verpflichtet sich aber dazu, bei einem möglichen Weiterverkauf zehn Prozent der Einnahmen an den Hauptstadtklub abzugeben.