Hertha stolpert in der Generalprobe: Gibt es Sorgen um die Sturmhoffnung?
Albufeira (Portugal) – Die Generalprobe ist gründlich daneben gegangen! Hertha BSC kehrt mit einer Niederlage aus Portugal zurück. Das letzte Freundschaftsspiel gegen Standard Lüttich endete mit 2:3 (1:2) zugunsten der Belgier.
Trainer Stefan Leitl verzichtete auf Experimente und setzte knapp eine Woche vor dem Rückrundenstart auf die vermeintliche Stammelf.
Besonders auffällig war, dass der wechselwillige Julian Eitschberger von Beginn an spielte. Da er aufgrund mangelnder Einsatzzeiten den Verein noch im Winter verlassen möchte, bekam der Rechtsverteidiger erneut die Chance, sich zu beweisen – und startete vielversprechend.
Fabian Reese setzte sich auf der linken Seite durch und spielte den Ball zurück zu Michael Cuisance, der einen Gegenspieler geschickt ausspielte und mit dem schwächeren rechten Fuß das 1:0 erzielte (4. Minute). Genau so hatte sich Leitl das vorgestellt.
Die anschließende Defensivleistung der Berliner ließ jedoch zu wünschen übrig. Nach einem Fehlpass von Linus Gechter nutzte Marco Ilaimaharitra die Gelegenheit zum schnellen Ausgleich (5.). Die Führung hielt somit nur eine Minute.
Obwohl Hertha danach das aktivere Team blieb, leisteten sie sich weiterhin immer wieder Konzentrationsfehler. Ein weiterer missglückter Klärungsversuch führte zum nächsten Gegentreffer: Diesmal verwandelte Caper Nielsen einen Freistoß humorlos und unhaltbar kurz vor dem Strafraum.
Besonders bitter: Kurz darauf musste Schuler vom Feld – eine Verletzung lag jedoch nicht vor, wie Leitl nach dem Spiel erklärte.
Schon vor Anpfiff hatten sich Marton Dardai und Maurice Krattenmacher krankheitsbedingt abgemeldet. Auch Kevin Sessa fehlte erwartungsgemäß, da er in den letzten Tagen nur individuell trainieren konnte.
Im zweiten Durchgang bemühte sich Hertha um den schnellen Ausgleich, vergab aber eine gute 3-gegen-1-Situation durch zu kompliziertes Spiel (57.). Dennoch gelang kurz darauf noch der verdiente Ausgleich: Cuisance setzte den Torwart Matthieu Epolo unter Druck, blockte dessen Klärungsversuch, der direkt vor die Füße von Jeremy Dudziak fiel. Mit etwas Glück landete dessen Schuss durch die Arme des Keepers im Netz (70.).
Dieser Treffer wird Dudziak guttun, der fast die gesamte letzte Saison verletzungsbedingt ausfiel, aber Anfang Oktober trotzdem einen leistungsbezogenen Vertrag erhielt.
Das letzte Tor des Spiels erzielte jedoch der belgische Erstligist: Léandre Kuavita sorgte mit dem 3:2 in der 88. Minute für die Entscheidung.