Herthas neue Stärke: Die Alte Dame trifft jetzt auch spät
Berlin – Am Ende hatte doch Hertha BSC das letzte Wort. Wie schon eine Woche zuvor gewannen die Berliner mit 2:1 – erneut durch ein Tor in der Schlussphase.
In der Nachspielzeit verlor Preußen Münster eine eigene Ecke aus den Augen. Boris Lum (18) eroberte den Ball, passte sofort auf Luca Schuler (26). Obwohl dieser zu Fall gebracht wurde, startete Marten Winkler (23) einen beeindruckenden Sprint, ließ alle Gegner hinter sich und platzierte die Kugel sehenswert im langen Eck.
Der glückliche Siegtreffer fiel in der 93. Minute. „Zweifellos etwas glücklich, aber nicht unverdient“, zeigte sich Stefan Leitl (48) zufrieden mit dem zweiten Erfolg in Folge. „Wir haben damit klargemacht, dass unsere Saison noch lange nicht vorbei ist.“
Bemerkenswert: Winkler war kurz zuvor noch vom Pech verfolgt, avancierte dann aber zum Matchwinner. Zufällig kam der Ball zu dem schnellen Flügelspieler, der die Chance vergab. Doch nur zwei Minuten später setzte er zum entscheidenden Sprint an und sorgte erneut für späten Jubel.
Wird das jetzt zum Standard? Schon in der Vorwoche erzielte Josip Brekalo (27) in der 88. Minute den erlösenden 2:1-Siegtreffer. Diesmal war es Winkler in der Nachspielzeit. Zuletzt gelang Maurice Krattenmacher (20) in der Hinrunde gegen Düsseldorf ein ähnliches Last-Minute-Tor. Damit verzeichnet Hertha in dieser Saison bereits drei späte Siege.
Nur beim 2:3 gegen Hannover reichte ein spätes Tor von Julian Eitschberger (22) nicht zum Punktgewinn. Dennoch zeigt das, dass sich die Berliner niemals aufgeben. Sie haben ihre neue Stärke entdeckt: Tore in den letzten Minuten.
Dabei hätten die Gäste den Sieg eigentlich entspannter holen können. Gerade in der ersten Halbzeit hatten sie alles im Griff, dominierten Münster nach Belieben, benötigten für die Führung allerdings die Unterstützung des VAR. Schiedsrichter Felix Bickel (29) wurde kurz vor der Pause zum Bildschirm gerufen, konnte aber nichts erkennen. Die Fans hatten den Videobeweis sabotiert.
Also musste das Kölner Kellerzentrum die Entscheidung treffen. Trotz dieser Behinderung bekam Hertha den Elfmeter zugesprochen. „Ich kann den Frust von Alex nachvollziehen, aber schaut euch doch das Schienbein von Micka Cuisance an – das war ganz klar ein Strafstoß.“
Fabian Reese (28) verwandelte sicher, doch kurz nach Wiederanpfiff glich Münster aus (46.). Danach war es eigentlich Preußen, die dem Führungstreffer näher waren, doch am Ende war es Winkler, der den entscheidenden Sprint gewann.