Die Luft ist raus: Hertha BSC gibt die Saison auf, bleibt aber weiterhin eine entscheidende Größe
Berlin – Für Hertha BSC ist die laufende Spielzeit faktisch beendet, was den Frust bei Mannschaft und Fans verständlicherweise steigen lässt. Dennoch sollte die Alte Dame die sportliche Fairness nicht aus den Augen verlieren.
Nach der 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern war endgültig klar, dass die Blau-Weißen den Traum vom Aufstieg begraben müssen. Diese schmerzhafte Heimniederlage beendete abrupt die zuvor starke Phase mit 13 Punkten aus fünf Spielen.
Seitdem herrscht bei der Mannschaft von Trainer Stefan Leitl (48) gedrückte Stimmung. Ein Aufstieg scheint inzwischen ausgeschlossen, höchstens noch eine Verbesserung um einen Tabellenplatz ist möglich. In den letzten drei Partien konnte der Hauptstadtclub lediglich einen Punkt erringen und erzielte dabei nur ein einziges Tor.
Obwohl Leitl bereits eine Zusicherung für seine Trainerposition in der kommenden Saison erhalten hat, zeigte er sich nach der enttäuschenden 0:1-Pleite in Magdeburg sichtlich verärgert. Er gab zu Protokoll, dass er „richtig angefressen“ sei und vorsichtig sein müsse, was er äußere.
Das ist nachvollziehbar, denn obwohl es für die Berliner sportlich kaum noch um etwas geht – abgesehen von einem etwas besseren Tabellenplatz und den damit verbundenen TV-Geldern – können sie im Abstiegskampf anderer Teams noch eine bedeutende Rolle spielen, was sie bereits tun.
So haben sowohl Magdeburg als auch Holstein Kiel dreimal gegen Hertha gepunktet und sich dadurch im Rennen um den Klassenerhalt wichtige Vorteile verschafft. Holstein Kiel hat sich zwischenzeitlich sogar schon den Verbleib in der Liga gesichert.
Für den Hertha BSC stehen in den letzten beiden Saisonpartien noch zwei Aufeinandertreffen mit direkten Konkurrenten am Tabellenende an: gegen Greuther Fürth und bei Arminia Bielefeld. Um später nicht den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung zu riskieren, sollten die Berliner schnell wieder zu ihrer Normalform zurückfinden und Zähler sammeln.
Ein einfaches Auslaufenlassen der Saison kommt für den 48-jährigen Cheftrainer natürlich nicht in Frage – auch wenn das nächste Spiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) ausgerechnet gegen seinen früheren Verein Fürth stattfindet, mit dem er seinen bisher größten Erfolg als Trainer feiern konnte.
Stefan Leitl kündigte deshalb ein „Donnerwetter“ für seine Spieler an und machte unmissverständlich klar, dass er in den letzten beiden Partien ein „gänzlich anderes Gesicht“ erwartet.
2. Bundesliga Tabelle
Die Bedeutung der Tabelle in der 2. Bundesliga ist wie folgt: Der Tabellenführer am Saisonende wird Meister der 2. Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.