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Endgültiger Aufstiegs-Kollaps? Hertha BSC geht im Dauerregen in Paderborn unter!

Paderborn – Der Traum vom Aufstieg scheint geplatzt: Hertha BSC verpasste mit einer deutlichen 2:5 (1:3)-Niederlage beim SC Paderborn wohl die letzte Chance auf die Bundesliga-Rückkehr und liegt nun bereits zehn Punkte hinter dem dritten Tabellenplatz.

Obwohl Herthas Trainer Stefan Leitl vor dem Spiel das Duell nicht als Entscheidungsspiel einstufte, dürfte die klare Pleite die Hoffnungen auf den Aufstieg endgültig zunichtegemacht haben – besonders angesichts der schwachen Vorstellung seiner Mannschaft.

Von Beginn an standen die Berliner viel zu tief, sodass es bereits nach sieben Minuten den verdienten Rückstand gab. Raphael Obermair flankte von der linken Seite ungestört in die Mitte, wo Sebastian Klaas nahezu frei in den Strafraum eindringen und den Ball zum 1:0 ins Tor drücken konnte – so gewinnt man keine Aufstiegsspiele.

Die Gastgeber blieben weiter am Drücker und erhöhten in der 20. Minute nach einer Ecke auf 2:0. Tjark Ernst wurde im Stil einer Arsenal-Abwehraktion geblockt, wodurch Tjark Scheller keine Schwierigkeiten hatte, den Ball im Netz unterzubringen. Nach Überprüfung durch den VAR wegen eines möglichen Handspiels zählte der Treffer dennoch.

Kurz vor dem Seitenwechsel gelang den Blau-Weißen aus dem Nichts eine kleine Ergebniskosmetik. Mit einem Fehler des SCP nutzten sie ihre erste gute Chance und erzielten ein sehenswertes Tor. Luca Schuler traf nach 39 Minuten per Hacke auf eine Hereingabe von Marten Winkler und tunnelte dabei den Paderborner Torwart Dennis Seimen.

Doch die Paderborner ließen sich davon nicht beirren und vergaben weitere hochkarätige Chancen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nutzte Nick Bätzner schließlich ein erneutes Chaos in der Hertha-Abwehr und stellte den verdienten 3:1-Pausenstand her.

Zurück aus der Kabine mussten die Berliner erneut eine Aufholjagd starten. Das konnte so jedoch nicht weitergehen, weshalb Leitl direkt mit einem Dreifachwechsel reagierte.

Die Mannschaft aus der Hauptstadt versuchte nun, durch Ballbesitz mehr Kontrolle zu gewinnen und Druck aufzubauen, wurde dabei aber durch die schlechten Platzverhältnisse bei anhaltendem Regen in der Home Deluxe Arena immer wieder ausgebremst.

In der 56. Minute hätte die Partie eigentlich schon entschieden sein können, doch ein Eigentor von Joker Pascal Klemens wurde nach Videobeweis wegen Abseits aberkannt. Im Gegenzug traf Fabian Reese mit einem strammen Schuss nur den rechten Pfosten.

Schließlich sorgten die Blau-Weißen selbst für die endgültige Entscheidung. Nach einem langen Ball zeigte die Hertha-Abwehr erneut Schwächen, und Tjark Ernst foulte bei dem Versuch, einen Fehler seiner Vorderleute auszubügeln, Stefano Marino. Der daraus resultierende Elfmeter wurde von Mika Baur sicher zum 4:1 verwandelt (65. Minute).

Danach ging es Schlag auf Schlag: Obermair erzielte in der 68. Minute das 5:1, ehe Josip Brekalo mit seinem ersten Treffer im Hertha-Trikot auf 5:2 verkürzte. Für den Berliner Sport Club blieb dies jedoch nur Ergebniskosmetik, sodass am Ende eine verdiente Niederlage zu Buche stand, die in der Hauptstadt sicherlich für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

2. Bundesliga, 23. Spieltag

SC Paderborn 07 - Hertha BSC 5:2 (3:1)

SC Paderborn 07 Aufstellung: Seimen – Scheller, F. Götze, Brackelmann (83. Sticker) – Curda, Baur, Castaneda (67. Hansen), Obermair – R. Müller (67. Okpala), Marino (67. Tigges), Klaas (35. Bätzner)

Hertha BSC Aufstellung: T. Ernst – Gechter (74. K. Sessa), Leistner, Marton Dardai – Eitschberger (46. Kolbe), Cuisance (46. Klemens), Seguin, Karbownik – Reese, Schuler (46. Brekalo), Winkler (83. Grönning)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauerzahl: 14.736

Tore: 1:0 Klaas (7.), 2:0 Scheller (20.), 2:1 Schuler (39.), 3:1 Bätzner (45.+4), 4:1 Baur (65./Elfmeter), 5:1 Obermair (68.), 5:2 Brekalo (70.)

Gelbe Karten: – / Seguin (3)

Tabelle der 2. Bundesliga

Die Platzierung in der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende wird Meister der zweiten Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.