zurück

Pokaltraum zerplatzt: Hertha BSC scheitert nach nervenaufreibendem Elfmeterschießen am SC Freiburg

Berlin – Aus und vorbei: Nach einem intensiven Duell verliert Hertha BSC erst im Elfmeterschießen mit 4:5 gegen den SC Freiburg und verpasst somit auf dramatische Weise den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals.

Im Elfmeterschießen vergab bei den Berlinern zunächst Michael Cuisance als dritter Schütze, doch Tjark Ernst glich den Patzer sofort wieder aus. Auch die Verlängerung des Shootouts brachte keine Entscheidung. Erst beim sechsten Schützen kam die Entscheidung: Pascal Klemens scheiterte an Freiburgs Torwart Florian Müller, nachdem Yuito Suzuki mit etwas Glück für die Gäste getroffen hatte.

Vor knapp 57.000 Zuschauern begann das Heimteam scheinbar perfekt: Fabian Reese drückte den Ball in der 7. Minute nach einer Ecke über die Linie. Doch der VAR griff ein und erkannte ein knappes Abseits von Julian Eitschberger bei der Entstehung des Treffers.

Davon ließen sich die Berliner jedoch nicht beirren und hielten gegen den Bundesligisten gut dagegen, immer wieder lauernd auf schnelle Umschaltmomente.

Ausgerechnet der ehemalige Herthaner Derry Scherhant hätte seinen alten Kollegen fast einen Strich durch die Rechnung gemacht – nur dank des langen Beins von Ernst konnte ein Treffer nach etwa 20 Minuten verhindert werden.

Mit zunehmender Spielzeit ließ die Intensität nach. Erst kurz vor der Halbzeit bekamen beide Teams nochmal gefährliche Chancen, die jedoch von den Torhütern vereitelt wurden. So ging es torlos in die Pause, ohne dass ein Klassenunterschied zu erkennen war.

Auch nach dem Seitenwechsel, unter den Augen von Ex-Bundestrainer Joachim Löw, zeichnete sich ein ähnliches Bild ab: Beide Mannschaften bemühten sich um Ballkontrolle und Fehlervermeidung, echte Torchancen blieben jedoch Mangelware.

Die Alte Dame erzeugte durch Standards zwar immer wieder Gefahr, konnte diese jedoch nicht in Tore ummünzen. Mit fortschreitender Zeit stieg die Anspannung auf beiden Seiten – der nächste Fehltritt hätte das Spiel entscheiden können. Doch bis zum Schlusspfiff blieb alles offen.

In der Verlängerung geriet Hertha dann durch einen eigenen Fehler in Rückstand: Linus Gechters Rückpass war nach 96 Minuten zu kurz, sodass Suzuki den Ball erobern konnte und Tjark Ernst umkurvte, um Freiburg in Führung zu bringen.

Doch der Hauptstadtclub kämpfte weiter und glich durch ein Traumtor von Fabian Reese aus. Der Kapitän nahm sich in der 104. Minute ein Herz und jagte den Ball aus circa 20 Metern mit rechts ins linke Eck.

In der zweiten Hälfte der Verlängerung hatte Cuisance die beste Gelegenheit, verfehlte das Tor aber knapp über die Querlatte. Somit blieb es auch nach 120 Minuten beim Unentschieden und das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen.

DFB-Pokal, Viertelfinale

Hertha BSC – SC Freiburg 4:5 n.E. (0:0, 0:0, 1:1)

Aufstellung Hertha BSC: T. Ernst – Eitschberger (116. Klemens), Leistner (99. Dudziak), Gechter, Karbownik – Marton Dardai, Seguin – Reese, Cuisance, Winkler (80. Brekalo) – Kownacki (80. Schuler)

Aufstellung SC Freiburg: F. Müller – Treu, Ginter, Rosenfelder, Makengo (78. Günter) – M. Eggestein, Osterhage (78. Manzambi), Beste (117. Irié), Y. Suzuki, Scherhant (63. Grifo) – Matanovic (113. Höler)

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 56.743

Tore: 0:1 Y. Suzuki (96.), 1:1 Reese (104.)

Elfmeterschießen: 0:1 Grifo, 1:1 Reese, 1:2 Ginter, 2:2 Schuler, 2:3 M. Eggestein, Parade F. Müller nach Cuisance, Parade T. Ernst nach Manzambi, 3:3 Brekalo, 3:4 Höler, 4:4 Seguin, 4:5 Y. Suzuki, Parade F. Müller nach Klemens

Gelbe Karten: Leistner (1), Seguin (1), Schuler (1) / Grifo (1)