Hertha BSC patzt immer zum ungünstigsten Zeitpunkt: Innerhalb einer Minute „alles verloren“
Berlin – Es ist wirklich ärgerlich: Jedes Mal, wenn Hertha BSC die Gelegenheit bekommt, im Aufstiegsrennen Boden gutzumachen und sich im Kampf um die Bundesliga zurückzumelden, erleidet das Team von Stefan Leitl (48) einen Rückschlag.
Nach der deutlichen 2:5-Niederlage in Paderborn hatte man die Hoffnung auf eine Rückkehr ins Oberhaus eigentlich schon aufgegeben. Doch betrachtet man die Reaktionen auf den späten Ausgleich beim 1:1 gegen den VfL Bochum, erscheinen diese Aussagen eher als Zweckpessimismus, um den Druck von den Spielern zu nehmen.
Natürlich war es unwahrscheinlich, dass die Konkurrenz derart patzt, aber mit einem Sieg gegen Bochum hätte die Alte Dame den Abstand auf den dritten Platz auf fünf Punkte verringern und sich der Bundesliga-Tür ein Stück weit nähern können.
Bis zur Nachspielzeit schien alles nach Plan zu laufen – doch dann kam die verhängnisvolle Ecke in der 91. Minute, bei der Leandro Morgalla (21) den Berlinern mit seinem Treffer mitten ins Herz stach. Besonders bitter daran: Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Blau-Weißen kaum gefährliche Chancen zugelassen.
„In dieser einen Minute haben wir alles verloren. Dieser Punkt ist nichts wert. Es ist ein Rückschlag“, klagte Geburtstagskind Dawid Kownacki (29), der zuvor per Elfmeter die Führung erzielt hatte. Auch Tjark Ernst (23), der am Sonntag seinen Ehrentag feiert, sprach nach dem Spiel von einem Rückschlag.
„Es ist natürlich extrem unglücklich, so kurz vor Schluss noch den Ausgleich zu kassieren“, äußerte sich auch Stefan Leitl nach Spielende sichtlich enttäuscht bei der Pressekonferenz.
„Ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht haben“ und „wir haben den Führungstreffer völlig verdient erzielt“, betonte der BSC-Trainer.
Im zweiten Durchgang sei das Spiel ausgeglichener gewesen, doch Bochum habe bis zum Schlusspfiff keine großen Chancen gehabt. Leider habe seine Mannschaft es versäumt, die Begegnung mit einem weiteren Tor frühzeitig zu entscheiden.
Kurz vor Schluss brachte der 48-Jährige mit Julian Eitschberger (22) und Rückkehrer John Anthony Brooks (33) noch zusätzliche Körperlichkeit und Präsenz ins Spiel – letztlich jedoch vergeblich, um den knappen Vorsprung zu verteidigen.
Dadurch beträgt der Rückstand von Hertha auf den Relegationsplatz nun sieben Punkte. Bei noch acht verbleibenden Spieltagen ist eine Aufholjagd zwar theoretisch möglich, doch ob die Konkurrenz weiterhin so patzt? Selbst wenn, müssten die Berliner endlich ihre Chancen konsequent nutzen.
2. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Am Saisonende ist der Erstplatzierte Meister der Zweiten Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Gleiches gilt für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte hingegen spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg oder den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse.