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Skurrile VAR-Panne bei Herthas Last-Minute-Erfolg: Fans kappen Videobeweis-Verbindung

Berlin/Münster – Eine bizarre Szene mit einem unerwarteten Ausgang: Hertha BSC sicherte sich durch einen Treffer von Marten Winkler in der Nachspielzeit einen 2:1-Sieg (1:0) gegen Preußen Münster. Besonders in Erinnerung bleiben wird dabei ein ungewöhnlicher Vorfall, bei dem Anhänger von Münster dem Video-Assistenten (VAR) förmlich den Stecker zogen.

Schiedsrichter Felix Bickel begab sich kurz vor der Halbzeitpause zum Bildschirm, nachdem Michael Cuisance im Strafraum zu Fall gekommen war (44. Minute).

Zunächst konnte sich der Unparteiische die Situation noch kurz ansehen, doch dann zeigte der Monitor nur noch einen schwarzen Bildschirm. Obwohl er nichts sehen konnte, entschied Bickel peu à peu auf Elfmeter – basierend auf einer Rückmeldung aus dem Kölner Keller, wo die Verantwortlichen offenbar den Überblick behielten.

Offenbar handelte es sich um eine gezielte Aktion. Laut Angaben von Sky sollen zwei maskierte Personen die Verbindung zum VAR unterbrochen haben. Außerdem entrollten die Fans ein Banner mit der klaren Aufforderung: „Dem VAR den Stecker ziehen.“

Am Ende half die Störung jedoch nicht weiter. Der Strafstoß wurde dennoch gegeben. Fabian Reese übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher – sein siebtes Tor in dieser Saison. Nächste Woche gegen Bochum wird der Kapitän jedoch fehlen, da er in der langen Nachspielzeit (acht Minuten) die fünfte Gelbe Karte sah.

Die Gäste präsentierten vor allem im ersten Durchgang eine starke Vorstellung. Sie kontrollierten das Spiel und ließen den Ball sowie den Gegner geschickt laufen. Was fehlte, waren klare Chancen oder gar ein Treffer.

Trainer Stefan Leitl hatte seine Mannschaft hervorragend eingestellt. Von dem Preußen-Team, das Hertha im Pokal noch besiegen konnte, war kaum etwas zu erkennen. Für die verdiente Führung benötigten die Berliner allerdings die Unterstützung des VAR, denn Katrin Rafalski im Kölner Keller hatte das Foul erkannt.

Kaum war die Alte Dame aus der Kabine zurück, fiel auch schon der Ausgleich. Jannis Heuer erzielte nach einer Ecke per Kopf den 1:1-Ausgleich – offenbar waren die Berliner noch gedanklich in der Pause.

Das Spiel wurde nun offener. Obwohl Hertha weiterhin viel Ballbesitz hatte, blieben sie zu ungefährlich. Münster hatte nicht nur dem VAR den Stecker gezogen, bei den Berlinern lief nun nicht mehr viel zusammen. Dennoch gab es noch eine entscheidende Szene. Die Preußen wollten den Sieg, kassierten aber einen letzten Konter. Marten Winkler setzte sich gegen alle durch und schob den Ball in die lange Ecke – der Lucky-Punch in der Nachspielzeit.

Schon im Spiel gegen Nürnberg hatte Hertha durch einen späten Treffer von Brekalo das letzte Wort behalten, diesmal trafen sie erneut spät.

Preußen Münster – Hertha BSC 1:2 (0:1)

Preußen Münster: Schenk – ter Horst, Heuer (74. Paetow), Koulis, Meyerhöfer – Preißinger (46. Benger) – M. Schulz (62. Bouchama), Hendrix – Yamada (46. Mees) – Rondic (62. Vilhelmsson), Batista Meier
Hertha BSC: T. Ernst – Karbownik (81. Eitschberger), Gechter, Marton Dardai, Kolbe – K. Sessa (60. Mamuzah Lum), Seguin – Reese (72. Winkler), Cuisance (82. Dudziak), Brekalo – Kownacki (72. Schuler)

Schiedsrichter: Felix Bickel (Wolfsburg)

Zuschauer: 10.642 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Reese (45.+4/Elfmeter), 1:1 Heuer (46.), 1:2 Winkler (90.+3)

Gelbe Karten: Koulis (1), Benger (3) / Reese (5), Cuisance (4)