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Hertha-Frust bleibt gleich: „Fühlt sich auf jeden Fall richtig mies an“

Berlin – Hertha BSC erleidet erneut einen Rückschlag im Aufstiegskampf. Bereits seit sechs Partien wartet die Alte Dame auf einen Sieg. Trotz einer 2:0-Führung gegen Darmstadt reichte es am Ende nur zu einem weiteren Unentschieden – das fünfte in Folge für den ambitionierten Hauptstadtklub.

Dies fühlte sich bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wie eine Niederlage an. Das bekannte Muster setzt sich fort: Hertha zeigt ansprechende Leistungen, doch der Ertrag bleibt hinter dem Aufwand zurück. Außerdem erlaubt man dem Gegner immer wieder, zurück ins Spiel zu finden.

„Es fühlt sich auf jeden Fall richtig mies an“, erklärte Torwart Tjark Ernst (22). Die Berliner schaffen es einfach nicht, ihre Situation zu verbessern. Nach dem Rückrundenstart lag der Abstand auf den Relegationsplatz noch bei fünf Punkten, mittlerweile sind es schon sieben. Als Tabellenachter droht der Hauptstadtverein den Anschluss zu verlieren.

Der dringend benötigte Sieg bleibt aus. Wie schon gegen Schalke oder beim KSC zeigt Hertha sich zu fahrlässig im Umgang mit Chancen. „Das sind die Wochen der Wahrheit. Entweder wir holen den Sieg – oder wir haben es nicht verdient“, brachte Fabian Reese (28) bei Sky die Lage auf den Punkt.

Gegen Darmstadt legten die Berliner eigentlich fulminant los und führten nach nur 15 Minuten durch Treffer von Fabian Reese (28) und Julian Eitschberger (21) mit 2:0. Anschließend gab es zahlreiche Möglichkeiten, die Führung weiter auszubauen.

Insbesondere Michaël Cuisance (26) dürfte seiner großen Gelegenheit auf das 3:0 noch lange nachtrauern. Der Franzose versuchte es zu genau und verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter. „Wenn Cuisance trifft, ist das Spiel wahrscheinlich entschieden“, kommentierte Stefan Leitl (48) bei Sky. Selbst Florian Kohfeldt (43) war überzeugt, dass Darmstadt danach wohl nicht mehr zurückgekommen wäre.

Doch Hertha erschwerte sich die Sache selbst: Pascal Klemens (20) verursachte aus heiterem Himmel einen unnötigen Strafstoß. „Passi hat da leider eine falsche Entscheidung getroffen“, sagte Leitl. Luca Marseiler (28) wollte eigentlich aus dem Strafraum klären, doch Klemens trat ihm auf den Fuß. Der Elfmeter wurde klar gepfiffen und Fraser Hornby (26) verwandelte sicher. Kurz nach der Pause traf Darmstadts Top-Torjäger erneut.

„Das passiert jetzt schon zum wiederholten Mal, keine Ahnung wie oft. Das ist einfach frustrierend, weil wir das Spiel trotz allem gewinnen müssen“, äußerte Paul Seguin (30).

Zum besonders bitteren Spielverlauf passte, dass Leitl in den nächsten Partien auch noch auf Stürmer Dawid Kownacki (28) verzichten muss. Der Pole sollte eigentlich ausgewechselt werden, musste jedoch einen Gegenangriff stoppen. Ohne Aussicht auf den Ball holte er Marseiler von den Beinen. Schiedsrichter Florian Lechner (34) zeigte direkt Rot statt Gelb.

Eine harte, aber nachvollziehbare Entscheidung. „Ich hoffe, die Sperre fällt nicht zu lang aus. Dawid klärt die Situation für die Mannschaft. Michael Cuisance hätte vorher schon ein kleines Foul ziehen und Gelb kassieren können, das haben wir aber nicht gemacht. Deshalb muss Dawid aus der ersten Reihe über 50 Meter zurücklaufen und den Konter stoppen“, erklärte der Cheftrainer.

Definitiv wird Kownacki nächste Woche in Elversberg fehlen. Wollen die Berliner im Aufstiegsrennen noch ein Wörtchen mitreden, sind dort drei Punkte Pflicht. Ein weiteres Unentschieden würde den Zweitligisten nicht weiterbringen.