„Leitl raus“-Rufe nach Hertha-Debakel: Die Stimmung kippt!
Berlin – Das muss man erst einmal hinbekommen! Die ohnehin schon geduldigen Hertha-Fans haben endgültig die Nase voll. Trotz eines der teuersten Kader und großer Vorfreude auf die Saison konnte die Alte Dame nicht einmal den sechsten Platz verteidigen – denn beim Spiel in Bielefeld ging sie komplett unter. Nach einer 1:0-Führung zur Halbzeit stand am Ende eine ernüchternde 1:6-Niederlage zu Buche.
Alle sechs Gegentore fielen im zweiten Durchgang. Hertha präsentierte sich völlig auseinandergefallen. Im zweiten Abschnitt spielte die Mannschaft so, wie man es in einem Spiel ohne jegliche Bedeutung nicht tun sollte – als wäre ihnen alles egal.
„Die zweite Halbzeit war wirklich katastrophal“, räumte Niklas Kolbe (28) selbstkritisch ein. „Es ist für mich unerklärlich, wie wir uns nach der Pause vor 3000 mitgereisten Fans derart aufgeben konnten.“
Nach dem Abpfiff folgte die Quittung: Die Stimmung kippte! Aus dem gut gefüllten Gästeblock ertönten wütende Pfiffe und Rufe „Leitl raus“.
Für viele Anhänger ist Stefan Leitl (48) der Hauptverantwortliche für die Misere. Zwar stabilisierte der Trainer Hertha und führte die Mannschaft zum Klassenerhalt, doch das ambitionierte Saisonziel, der Aufstieg, wurde klar verfehlt.
Selbst der sechste Platz war nicht mehr zu erreichen, obwohl sogar Rang fünf möglich gewesen wäre. Stattdessen rutschten die Berliner noch auf den siebten Platz ab. Viel schlimmer ist jedoch die Art und Weise des Auftritts, denn der bleibende Eindruck zählt. „Man kann jetzt nicht einfach sagen, das Spiel hätte keine Bedeutung gehabt“, so Sportdirektor Benjamin Weber (46).
Nur zwei Wochen nach Leitls Bekenntnis, dass sich seine Mannschaft so nicht mehr präsentieren werde, lief seine stark ersatzgeschwächte Mannschaft (zehn Ausfälle) in der zweiten Hälfte vollkommen unter.
„So darfst du dich auswärts nicht zeigen“, sagte Leitl. „Die Art und Weise, wie wir im zweiten Durchgang gespielt haben und wie wir das Spiel hergeschenkt haben, sollte uns wirklich zu denken geben.“
Schon vor dem Spiel gegen Fürth gab es Pfiffe gegen den Coach, nun wird die Kritik an seiner Person immer lauter. „Die Rufe waren unüberhörbar und angesichts der Leistung verständlich. Für mich besteht aber keine Notwendigkeit, das weiter zu kommentieren. Das Ergebnis spricht für sich. Dass alle enttäuscht sind, ist völlig normal.“
Hertha steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Kader wird sich stark verändern, selbst ein Verbleib von Fabian Reese (28) ist unklar. Einzig der Trainer wird zum Trainingsstart Ende Juni weiterhin derselbe sein. Hertha-Boss Peter Görlich (59) sicherte Leitl und Weber ihre Jobs zu.
Der Trend ist jedoch besorgniserregend: Aus den letzten sechs Begegnungen holten die Berliner lediglich vier Punkte – davon drei mit viel Disziplin, Einsatz und auch etwas Glück gegen Fürth.