Fürth oder Bielefeld: Welcher Verein steigt mit Hertha in die 3. Liga ab?
Berlin – Ein spannender Abstiegskampf steht auf der Alm bevor. Für Hertha BSC ist die Saison bereits entschieden, doch für Arminia Bielefeld, die mit 36 Punkten auf Rang 16 stehen, geht es um alles. Beim Saisonfinale (15.30 Uhr/Sky) bei den Ostwestfalen wird es hochdramatisch.
Die Alte Dame kann zwar höchstens noch den fünften Platz erreichen, spielt aber trotzdem eine zentrale Rolle im Abstiegskampf: Fürth oder Arminia – einer von beiden wird den Gang in die 3. Liga antreten müssen.
Wenn der Hauptstadtklub in Bielefeld gewinnt und der Vorletzte Fürth (34 Punkte) gleichzeitig seine Hausaufgaben gegen den 15. Düsseldorf (37) erledigt, könnten die Kleeblätter noch die Relegation schaffen. Selbst der direkte Klassenerhalt wäre bei einem deutlichen Sieg möglich oder falls Braunschweig (37) bei Meister Schalke eine Niederlage erleidet.
Ein Unentschieden dürfte wegen des deutlich besseren Torverhältnisses bei entsprechenden Fehlern der Konkurrenz eher den Arminen zugutekommen. Aus Sicht von Hertha soll es aber erst gar nicht dazu kommen.
„Wir wollen dieses Spiel gewinnen, und zwar ausschließlich für uns selbst, nicht für irgendjemanden sonst. Die Saison möchten wir bestmöglich abschließen. Das heißt für uns: ein Auswärtssieg“, betont Stefan Leitl (48) vor dem Saisonfinale und peilt die vollen drei Punkte an.
Auch aus Verbundenheit zu seinem früheren Verein: Dreieinhalb Jahre lang trainierte er Fürth und führte die Franken 2021 in die Bundesliga. Nun sind sie auf Unterstützung aus Berlin angewiesen. „Als Verein tragen wir eine sportliche Verantwortung gegenüber unseren Fans, den Zuschauern und der Liga“, erklärt der Chefcoach. „Wir konzentrieren uns ausschließlich auf uns selbst, damit wir am Sonntag in Bielefeld punkten.“
Für Arminia zählt jeder einzelne Punkt, um die Klasse doch noch zu halten. Deshalb erwartet Leitl ein sehr intensives Spiel, das seine Mannschaft prägen soll: „Es ist eine mentale Herausforderung für uns, die nötige Intensität konstant aufrechtzuerhalten.“
Hertha hingegen spielt eigentlich nur um die goldene Ananas. Im besten Fall wird es Platz fünf, im schlechtesten Rang sieben. Trotzdem ist dies bereits jetzt die beste Platzierung seit dem Abstieg.
Einen Sommerfußball oder Experimente wird Hertha kaum zeigen. Bereits nach dem versöhnlichen, wenn auch etwas glücklichen Heimsieg gegen Fürth kündigte Leitl an, seine bestmögliche Elf aufzustellen. Das stellt ihn vor einige Schwierigkeiten, denn in Bielefeld fehlen gleich acht Hertha-Spieler verletzungs- oder sperrungsbedingt.
Fest steht: Maurice Krattenmacher (20) erhält erneut eine Startelfchance. „Maurice war immer ein Kandidat, allerdings erwarte ich von meinen Spielern auch eine entsprechende Trainingsleistung, die in manchen Phasen nicht gleichbleibend war. Darüber haben wir gesprochen“, so Leitl.
Es könnte sein letzter Einsatz für Hertha werden – die Zukunft des Bayern-Leihspielers ist ungewiss.