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Trainer Leitl zeigt sich erleichtert: Mit dieser Entwicklung hatte er nicht gerechnet, Hertha-Chef weicht klarer Weber-Unterstützung aus

Berlin – Mit beiden Füßen trifft er sicher! Nach der Niederlage gegen Paderborn schafft Hertha BSC die Revanche – dank des Matchwinners Josip Brekalo (27).

Der Winterneuzugang sicherte mit seinem Doppelpack nahezu im Alleingang den Sieg. Erst erzielte er per flachem Schuss mit links das 1:0, kurz vor Spielende setzte er mit einem weiteren flachen Treffer mit rechts noch eins drauf. „Ich bin natürlich sehr zufrieden und hoffe, dass wir mit diesem Erfolg nun aufbauen können“, kommentierte der Doppeltorschütze.

Schon beim 2:5-Desaster in Paderborn hatte Brekalo sein erstes Saisontor erzielt, nun legte er seine ersten Treffer vor heimischem Publikum nach. Es war zugleich der erste Heimsieg seit November. Auch Hertha-Trainer Stefan Leitl (48) wirkte deutlich erleichtert.

„Wir haben jetzt keine Meisterleistung abgeliefert“, meinte Leitl. „Nach der schweren Woche muss ich ehrlich sagen, dass ich diese Leistung nicht erwartet hatte. Wir hatten schon eine große Last zu tragen.“

Von Anfang an setzte Hertha alles daran, Wiedergutmachung zu leisten, ohne jedoch wirklich zwingend aufzutreten. Doch dann war Brekalos Zeit gekommen: Aus 16 Metern erzielte er die verdiente Führung. Obwohl Nürnberg kurz vor der Pause überraschend ausglich, hatte man den schnellen Flügelspieler nicht auf dem Schirm. Dank ihm konnte Hertha zumindest teilweise Wiedergutmachung betreiben.

„Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, wurden dann aber mit dem ersten Angriff zum 1:1 bestraft. Das trifft eine Mannschaft, die nicht viele Siege einfährt, schon,“ sagte Paul Seguin (30). „Wir haben uns nicht hängen lassen und schwierige Phasen überstanden. Dieser Erfolg tut uns gut und sollte uns Selbstvertrauen geben.“

Am Tabellenstand selbst ändert der Heimsieg jedoch wenig bis gar nichts. Das erklärte Ziel Aufstieg ist bereits nach dem 24. Spieltag nicht mehr realistisch.

„Ich verstehe nicht, warum wir Trainer immer herumdrucksen müssen. Wenn man merkt, dass das Ziel weit entfernt ist und man beim direkten Konkurrenten mit 2:5 untergeht, dann können wir uns nicht hinstellen und behaupten, noch im Rennen um den Aufstieg zu sein. Diese Klarheit tut gut, auch wenn sie niemand hören möchte. Aber es ist die Wahrheit“, machte Leitl deutlich und schloss die Tür für Hoffnungen.

Die bislang enttäuschende Saison bleibt nicht ohne Folgen. Bereits vor Spielbeginn kündigte Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich (58) im Sky-Interview Veränderungen an. Auffällig dabei: Ein eindeutiges Bekenntnis zu Sportdirektor Benjamin Weber (45) fehlte.

Auf die Frage, ob Weber weiterhin für die Kaderplanung der nächsten Saison verantwortlich sei, antwortete der 58-Jährige: „Darauf gibt es keine kurze Antwort, da wir schon seit September mit der Planung für die kommende Saison beschäftigt sind.“

Der Manager, der die sportlichen Geschicke seit drei Jahren unter schwierigen Bedingungen lenkt, steht zuletzt zunehmend in der Kritik. Die von ihm zusammengestellte Mannschaft ist einfach nicht aufstiegswürdig. Mit Kaderplaner Bastian Huber (46) hat er zwar bereits Verstärkung, doch ob Weber weiterhin für die kommende Saison planen darf, bleibt offen.

„Nach einer solchen Saison wird es im Gesamtsystem Veränderungen geben. Es geht nicht darum, die Verantwortung auf eine einzelne Person zu schieben. Wir müssen uns als gesamte Organisation hinterfragen: Sind wir in der Lage, mit unseren hohen Ansprüchen umzugehen? Das betrifft nicht nur eine einzelne Person“, stellte Görlich klar.