Hertha fährt mit glücklichem Sieg gegen Fürth knapp am Abstieg in die 3. Liga vorbei und stellt neuen Rekord auf
Berlin – Ein weiterer Rekord für Hertha BSC! Die Berliner kämpfen sich zu zehnt zu einem glücklichen 2:1 (0:0)-Erfolg gegen Greuther Fürth – dank des Ausnahmetalents Kennet Eichhorn.
Der junge Spieler hält nun den Rekord als jüngster Zweitligaakteur aller Zeiten, jüngster Spieler mit einer Roten Karte und zudem jüngster Torschütze in der zweiten Liga. In seiner Debütsaison sammelt Eichhorn Rekorde wie andere Spieler Scorerpunkte.
Sein Treffer zum 1:0 ebnete den Weg zum erst zweiten Heimsieg der Rückrunde. Auf den letzten Spieltag kann Hertha höchstens noch Rang fünf erreichen, während Fürth in Angst vor dem Abstieg steckt. Die Kleeblätter belegen mit 34 Zählern den 17. Platz und sind auf fremde Hilfe angewiesen – ausgerechnet von Hertha.
Vor einem Jahr feierte Fabian Reese mit großer Emotion im Olympiastadion seine Vertragsverlängerung, doch nun stand der Abschied bevor: Noch vor dem Anpfiff wurde das Quartett um Toni Leistner (35), Jay Brooks (33) und weitere verabschiedet. Von der Bank aus mussten sie mitansehen, wie die Berliner gegen die abstiegsbedrohten Fürther ins Straucheln gerieten.
Für die Hauptstädter geht es nur noch um die Fernsehgelder, Fürth kämpft um den Liga-Verbleib – das zeigte sich auch auf dem Platz. Die Gäste hatten durch Noel Futkeu die ersten riesigen Möglichkeiten, um früh in Führung zu gehen.
Ohne echten Stürmer und mit Marten Winkler als einziger Spitze suchte Hertha noch den richtigen Schwung im Angriffsspiel. Von einer Reaktion nach dem enttäuschenden 0:1 in Magdeburg war nichts zu sehen.
Eine Einzelaktion von Michael Cuisance brachte dann die erste Chance: Er tanzte zunächst an der Außenlinie, zog dann ab – doch der Treffer (28. Minute) wurde wegen Abseits zurückgenommen.
Statt die Führung zu feiern, erschwerten sich die Berliner zunehmend selbst das Spiel. Ein eigener Eckball wurde katastrophal verteidigt: Gleich drei Fürther stürmten auf zwei Herthaner zu, Futkeu spielte im richtigen Moment Felix Klaus an. Josip Brekalo versuchte noch zu klären, berührte Klaus jedoch minimal und wurde dafür mit Rot vom Platz gestellt.
Besonders bitter für den Kroaten: Erst gegen Kiel hatte er seine Sperre abgesessen, nun muss er erneut von außen zuschauen.
Für seine Mannschaft blieb es ein riskantes Unterfangen. Die Kleeblätter hätten bereits führen müssen, doch jubeln durften am Ende die Hausherren. Cuisance leitete mit einem Pass auf Reese ein, der wiederum das junge Talent Eichhorn bediente. Trotz der Präsenz von Schiedsrichter Michael Bacher blieb Eichhorn cool, ließ seinen Gegenspieler aussteigen und verwandelte souverän – ein weiterer Rekord!
Eine verrückte Geschichte: Noch vor zwei Wochen kritisierte die Alte Dame beim 0:1 gegen Kiel die mangelnde Chancenverwertung, diesmal waren es die Fürther, die zahlreiche Topchancen vergaben. Bei Hertha hingegen stimmte endlich die Effektivität. Cuisance erhöhte mit einem traumhaften Tor auf 2:0.
Doch die Kleeblätter gaben nicht auf. Futkeu gelang der Anschlusstreffer und sorgte nochmal für Spannung – der späte Nackenschlag blieb für Hertha jedoch aus.