zurück

Herrmann kritisiert Fanproteste zur Stadionsicherheit als unbegründete Panikmache

Von Marco Hadem

München – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (69, CSU) bewertet die Proteste der Fans bezüglich der Stadionsicherheit als völlig unbegründete Panikmache.

„Die derzeitige Diskussion um angebliche Beschlüsse der Innenministerkonferenz zur Sicherheit in Stadien basiert auf einer Schein-Debatte. Es werden vermeintliche Maßnahmen bemängelt und Ängste geschürt, obwohl diese Themen auf der kommenden Innenministerkonferenz in Bremen gar nicht behandelt werden“, erklärte Herrmann.

„Insbesondere Angelegenheiten wie Gesichtserkennung im Stadion oder personalisierte Tickets stehen nicht auf der Agenda – entsprechende Entscheidungen sind weder geplant noch vorgesehen“, unterstrich der CSU-Politiker.

Stehplätze in Fußballarenen gehören zum festen Bestandteil der Fankultur, und über Kollektivstrafen für Fans werde bei der Konferenz in Bremen ebenfalls nicht gesprochen.

„Ich halte es für unverantwortlich, durch solche falschen Behauptungen Panik bei den Fans zu verbreiten und die Sicherheitsdiskussion mit unbegründeten Vorwürfen zu belasten“, so Herrmann. Die Gewährleistung von Sicherheit in Fußballstadien sei keine Selbstverständlichkeit, sondern erfordere entschlossene und effektive Maßnahmen sowie eine enge Kooperation aller Beteiligten.

Als gutes Beispiel nannte Herrmann den Ausbau der Stadionallianzen, die in Bayern seit Oktober 2025 für alle Vereine der oberen drei Ligen eingeführt wurden und auf der Innenministerkonferenz breite Unterstützung genießen.

„Sicherheitsarbeit ist ein kontinuierlicher Prozess, da ständig neue Herausforderungen auftauchen, die entschlossen bewältigt werden müssen. Nur so kann der hohe Sicherheitsstandard im Fußball und in den Stadien auch in Zukunft sichergestellt werden.“

Am vergangenen Wochenende hatten Fans verschiedener Vereine in zahlreichen Stadien erneut mit Schweige-Protesten und Plakaten auf vermeintlich geplante politische Maßnahmen im Bereich Stadionsicherheit reagiert.

„Innenminister Herrmann: Finger weg von unserer Fankultur“, war auf einem Transparent der Augsburger Anhänger beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim in Sinsheim zu lesen. Die Fans des FC Bayern richteten ihren Protest beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli zudem gegen Hamburgs Innensenator Andy Grote (57, SPD), der auf einem Plakat mit überdimensionalem Schlagstock dargestellt wurde.