Heldt übt scharfe Kritik an den Union-Spielern: „So darfst du dich nicht präsentieren“
Berlin – Deutliche Worte vom Manager! Nach der deutlichen 0:4-Pleite beim FC Bayern München zeigte sich Horst Heldt alles andere als zufrieden. Der 56-Jährige war mit der Darbietung von Union Berlin überhaupt nicht einverstanden und übte am Sky-Mikrofon deutliche Kritik an den Spielern.
„So kannst du nicht auftreten“, monierte Heldt das mutlose Verhalten seiner Mannschaft. „Um ehrlich zu sein, können wir froh sein, dass wir nicht noch zwei weitere Gegentore kassiert haben.“
Die Eisernen stellten sich von Beginn an hinten rein und verteidigten in den ersten 30 Minuten recht ordentlich. Doch dann kam Bayern immer besser ins Spiel. Mit dem schnellen Doppelschlag kurz vor der Pause war die Niederlage praktisch besiegelt. Insgesamt waren die Berliner über die gesamte Spielzeit viel zu ungefährlich.
„Hier zu spielen ist immer eine Herausforderung. Man probiert verschiedene Taktiken aus. Man kann sich nicht nur hinten reinstellen, sondern muss auch versuchen, nach vorne Akzente zu setzen“, erklärte Heldt.
Das Ballspiel der Berliner fand jedoch kaum statt. Ein abgefangener Freistoß und ein guter Schuss von Jeong Woo-yeong (26) – das war so ziemlich alles. Torwart Jonas Urbig (22) hatte kaum etwas zu tun. Die Statistik lautete am Ende 31:5 Torschüsse für Bayern.
„Wir müssen natürlich genau analysieren, was schiefgelaufen ist. Das war eine Menge“, kritisierte Heldt. Details wollte er aber nicht nennen. „Das wird intern besprochen. Gegen keinen Gegner darf man so auftreten wie heute.“
In der ersten halben Stunde kamen die Bayern noch nicht durch das Bollwerk der Berliner. Doch danach setzte sich der Favorit immer mehr durch. Innerhalb von drei Minuten drehte Bayern die Begegnung: Erst erzielte Michael Olise (24, 43. Minute) das Führungstor für die klar überlegenen Gastgeber, kurz darauf erhöhte Doppel-Torschütze Serge Gnabry (30) quasi mit dem Pausenpfiff (45.+1). Statt mit einem 0:0 ging Union mit einem zwei Tore Rückstand in die Kabine.
Kaum wieder auf dem Platz, legte Harry Kane (32) nach (49.). Ab diesem Zeitpunkt war die Niederlage besiegelt. Der Rekordmeister wollte noch mehr, scheiterte jedoch zweimal am Pfosten und ließ einige gute Chancen liegen. „Wir hatten uns mehr vorgenommen. Ehrlich gesagt, sind wir mit dem 4:0 noch gut bedient. Es hätte sogar höher ausgehen können. Bayern ist eine starke Mannschaft, aber insgesamt war es einfach zu wenig“, stimmte Christopher Trimmel (39) dem Manager zu.
Für die Eisernen stehen nun entscheidende Wochen bevor. Nach der Länderspielpause folgen Duelle gegen die direkten Konkurrenten im Tabellenkeller: St. Pauli, Heidenheim und Wolfsburg. Mit drei Siegen könnten sie sich aus der Abstiegszone befreien, ansonsten droht ein harter Kampf ums Überleben.
Eines ist klar: Mit einer solchen Vorstellung wird es auch gegen die Tabellennachbarn schwer. „Es ist ein seltsames Gefühl, es geht ständig auf und ab. Wir bringen immer wieder starke Leistungen, wie zum Beispiel in Freiburg, aber dann gibt es auch Spiele wie dieses, obwohl es gegen einen guten Gegner war. Wir müssen einfach konstanter werden“, so Trimmel.