Nicht Brekalo: Er ist der stille Held bei Hertha
Berlin – Mit dem 2:1-Sieg gegen Nürnberg gelingt Hertha BSC eine gelungene Revanche. Der entscheidende Akteur ist schnell gefunden: Josip Brekalo, der mit zwei Treffern glänzte (27).
Der Kroate zeigte sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite seine Klasse. Allein durch seine Aktionen verhinderte der flinke Flügelspieler einen weiteren Rückschlag für Hertha. „Die Reaktion war zwar eher kämpferisch als spielerisch, aber deswegen nicht minder beeindruckend“, erklärte Stefan Leitl (48) nach den zahlreichen Rückschlägen seines Teams erfreut.
Der Trainer hatte bereits im Vorfeld angekündigt, auf frische Kräfte zu setzen, und seine fünf Einwechslungen erwiesen sich als goldrichtig – nicht nur wegen Brekalo. Besonders Jeremy Dudziak (30) konnte erneut überzeugen.
Der 30-Jährige war maßgeblich an vielen Angriffen beteiligt und bereitete das 1:0 gedankenschnell vor. Während Dudziak zuletzt meist nur von der Bank kam, durfte er nun erstmals seit über eineinhalb Jahren wieder von Beginn an spielen – und das auf einer ungewohnten Position.
Er ersetzte den formschwachen Michaël Cuisance (26) als Spielmacher, der sich nach dieser Leistung wohl häufiger mit einem Platz auf der Bank abfinden muss. „Was mich besonders freut, ist die Leistung von Jerry Dudziak. Dass er seine Chance nach so langer Verletzungspause so gut nutzt, finde ich großartig.“
Erst im Oktober erhielt Dudziak einen leistungsorientierten Vertrag, nachdem er fast die gesamte vorherige Saison aufgrund einer Verletzung verpasst hatte. Über die U23 kämpfte er sich zurück ins Team. Gegen Schalke feierte der technisch starke Mittelfeldspieler dann sein überraschendes Comeback, rettete Hertha einen Punkt gegen den KSC und lieferte nun auch in der Startelf eine überzeugende Vorstellung ab: Der wahre Gewinner des Spiels.
Die vielen Umstellungen zeigen zudem, dass Leitl klare Konsequenzen zieht. Pascal Klemens (21) stand wegen seiner unklaren Zukunft gar nicht im Kader, Cuisance musste auf der Bank Platz nehmen und auch der sonst so wichtige Fabian Reese (28) wurde bemerkenswert früh ausgewechselt.
Der Top-Torschütze Herthas probierte zwar viel, blieb jedoch glücklos. Nach 64 Minuten war für ihn Schluss. So früh wurde der Kapitän seit seinem Wechsel zu Hertha noch nie ausgewechselt. Leitl dazu: „Er hat viel investiert, doch wir brauchten frische Beine von der Bank.“
In Münster wird Reese aller Voraussicht nach wieder in der Startelf stehen – ebenso wie Dudziak.