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„Da bin ich mir ganz sicher“: Darum macht der Hansa-Trainer den Veilchen im Abstiegskampf Mut

Rostock/Aue – „Ich bin fest davon überzeugt, dass Aue dank deiner Erfahrung mittelfristig wieder in einer sicheren Tabellenregion stehen wird. Man erkennt deutlich, dass das Team voll intakt ist und hervorragend zusammenhält“, sagte Hansa-Coach Daniel Brinkmann (39) zu seinem Kollegen Jens Härtel (56) auf der langen Rückfahrt ins Erzgebirge. So schmerzhaft das 1:2 (1:1) in der 94. Minute am Samstag auch war, so tröstlich sind die Worte des Gegners, da sie die Wirklichkeit treffend widerspiegeln.

Das Auftreten von Erzgebirge Aue macht Mut für die zweite Saisonhälfte. „Wir haben eine richtig starke erste halbe Stunde gespielt, in der wir den Ball konsequent eroberten und gute Angriffe nach vorne zeigten“, erklärte Härtel.

Julian Günther-Schmidt (15.) sorgte für die Führung und scheiterte zudem an Benjamin Uphoff. Zuvor hatten er und Mika Clausen energisch den Ball zurückerobert.

Auch in der Defensive war Einsatz gefragt. Jonah Fabisch, der schon nach zwölf Minuten für den verletzten Erik Majetschak eingewechselt wurde, brachte den Ball in höchster Not von Andreas Voglsammers Fuß.

Aue agierte lange sehr kompakt, weshalb Hansa kaum nennenswerte Torchancen verbuchen konnte.

Ein Aufstiegsfavorit erzielte dennoch die beiden Treffer durch Jonas Dirkner (44.) und Ryan Naderi (90.+4.), wobei das erste Gegentor noch verschmerzbar war, weil Marcel Bär (45.+4.) – ausgerechnet er, zehn Monate nach seinem Achillessehnenriss an genau derselben Stelle – sehenswert per Kopf traf.

Härtel: „Wir haben nach dem 0:1 eine starke Reaktion gezeigt und sofort den Ausgleich gut herausgespielt. In der zweiten Halbzeit hatte Hansa etwas mehr vom Spiel, aber kaum gefährliche Chancen.“

Wäre Uphoff nicht zur Stelle gewesen, als Clausen in der 60. Minute zum Abschluss kam, hätte Aue die Führung wohl früher erzielt. Stattdessen fiel, so Härtel wörtlich, das „krumme Ding“ von Naderi nur 26 Sekunden vor Ablauf der vierminütigen Nachspielzeit. „Natürlich haben wir durch Fehler zu diesem Gegentor beigetragen“, räumte der Veilchen-Trainer ein.

Der Beginn der letzten Szene lag bei Moritz Seiffert, der wenige Minuten zuvor für den starken, aber erschöpften Collins eingewechselt wurde und statt den Ball hinten über Louis Lord zu spielen, eine lange Flanke schlug. Hansa baute das Spiel im Mittelfeld ohne Druck auf, der Ball gelangte auf die rechte Seite zu Nico Neidhardt, wo Seiffert die Hereingabe nicht verhindern konnte. Naderi stand anschließend zentral völlig frei, da sich Anthony Barylla und Ryan Malone in Richtung Strafraum bewegten, während Tristan Zobel seinen Gegenspieler Emil Holten deckte.

Härtel: „Das ist sehr ärgerlich für uns, denn mindestens einen Punkt hätten wir verdient gehabt. Wir müssen schnell wieder auf die Beine kommen, denn nächste Woche erwartet uns mit Ulm eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.“

3. Liga Tabelle

Die Bedeutung der 3. Liga Tabelle ist folgende: Derjenige, der am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt unmittelbar auf. Der Dritte muss in einer Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder Verbleib in der Liga zu klären.