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Wurden Schmiergelder als Sponsoring an Erzgebirge Aue gezahlt?

Bielefeld/Aue – Vor dem Landgericht Bielefeld stehen derzeit drei Männer vor Gericht, denen vorgeworfen wird, ihren ehemaligen Arbeitgeber, den Baukonzern Goldbeck aus Bielefeld, um mehrere Millionen Euro betrogen zu haben.

Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, sollen die Beschuldigten in den vergangenen Jahren von über 30 verschiedenen Firmen Schmiergelder in Millionenhöhe erhalten haben.

Die Männer waren für eine Tochtergesellschaft von Goldbeck tätig, die rund 200 Mitarbeiter beschäftigt und unter anderem Subunternehmer sowie Lieferanten mit der Durchführung großer Bauprojekte beauftragt. Wer sich an dem Schmiergeldsystem beteiligte, bekam Aufträge für Arbeiten oder Materiallieferungen.

Hierdurch entstand Goldbeck ein Schaden in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro.

Der Hauptverantwortliche für das Schmiergeldsystem sei ein 45-jähriger Projektleiter aus Ostdeutschland. Ein Teil der illegal erworbenen Gelder habe dieser genutzt, um seinen Lieblingsfußballverein, den FC Erzgebirge Aue, zu unterstützen.

Dies habe er auf Nachfrage der vorsitzenden Richterin bestätigt, so die Wirtschaftswoche.

Die Unterstützung soll über ein eigens dafür eingerichtetes Sponsoring erfolgt sein, durch das der Klub in mehreren Raten insgesamt etwas mehr als 40.000 Euro erhalten habe. Die Zahlungen seien über einen Zuliefererunternehmen abgewickelt worden, das Goldbeck mit Baumaterial belieferte, und als offizielles Sponsoring an den Verein geflossen. Der Projektleiter habe vor Gericht erklärt, dass es sein Wunsch gewesen sei, Teile der Schmiergelder auf diese Weise zu verwenden.

Bis heute werde der Name des Unternehmens, über das die Förderung des Vereins lief, auf der Internetpräsenz von Erzgebirge Aue als Sponsor geführt, schreibt die Wirtschaftswoche.

TAG24 erkundigte sich beim Pressesprecher Lars Töffling (56), der mitteilte, dass weder Staatsanwaltschaft noch Polizei bislang Kontakt mit dem Verein aufgenommen hätten.

„Woher die vereinbarten finanziellen Mittel aus dem Sponsoring stammen, war dem Verein nicht bekannt“, erklärte Töffling.