Willi Orban ungläubig: „Wenn das als Foul zählt, höre ich mit Fußball auf!“
Mönchengladbach/Leipzig – David Raum (27) stellte am Freitagabend unter Flutlicht fest: „Gladbach ist wieder auf Kurs“. Der Kapitän von RB Leipzig erreichte bei Borussia Mönchengladbach „nur“ ein 0:0. Besonders zwei Entscheidungen zugunsten von RB sorgten für reichlich Gesprächsstoff.
Eine dieser Szenen ereignete sich in der 74. Minute. Beim Versuch, den Ball aus dem Strafraum zu klären, berührte Willi Orban (33) offenbar den Fuß von Shuto Machino (26), der daraufhin sofort zu Boden ging und sich schmerzverzerrt wälzte.
Schiedsrichter Timo Gerach (38) zögerte kurz in seinem 24. Bundesligaspiel, entschied sich dann aber für einen Elfmeter. „Willi kam direkt zu mir und zum Schiedsrichter und sagte: ‚Wenn das ein Foul ist, höre ich mit Fußball auf!‘ Da war für mich klar, dass es kein Foul sein kann“, erklärte Raum bei Sky. „Willi hat genug Erfahrung, um zuzugeben, wenn er gefoult hätte.“
Der VAR ließ den Pfälzer dennoch zum Monitor gehen, welcher den Strafstoß dann aber zurücknahm – Orban hatte zuerst den Ball gespielt und den Japaner erst danach berührt.
Orban bestätigte diese Einschätzung selbst: „Ich spiele den Ball, während der Stürmer versucht, etwas zu ziehen, was nicht ziehbar ist. Das ist kein Elfmeter, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Die Bilder sprechen für sich.“
Auch das Abseitstor kurz nach der Pause sorgte für Diskussionsstoff. In der 47. Minute war nur die Fußspitze von Franck Honorat (29) im Abseits – eine minimal, aber wohl regelkonforme Entscheidung.
Eugen Polanski (39) hingegen sah Honorats Fuß und Raums Kopf auf gleicher Höhe. „Das ist eine Zumutung für den Sport“, äußerte der Gladbach-Coach deutlich. „Wir jubeln zwei Minuten, stehen zwei Minuten still – vermutlich ein Marketing-Gag, damit die Zuschauer noch eine Bratwurst kaufen. Ich verstehe das nicht.“
Der gebürtige Pole, mittlerweile zum Cheftrainer aufgestiegen, zweifelt daran, ob die halbautomatische Abseitserkennung den Zeitpunkt der Ballabgabe stets korrekt erfasst.
Eine erfreuliche Nachricht für ganz Deutschland: Tim Kleindienst kam in der siebenminütigen Nachspielzeit ins Spiel, wird nach seiner Meniskusverletzung von Woche zu Woche mehr Spielzeit erhalten und könnte für die WM im Sommer wieder eine Option für Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) werden.
1. Bundesliga Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Am Saisonende ist der Tabellenführer Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) darf in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen – Gegner ist dabei der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.