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Nicht wegen Personalmangel: Steht Herthas Aufstiegschance deshalb auf der Kippe?

Berlin – Platzt bei den Blau-Weißen endlich der Knoten? Hertha BSC reist mit großen Sorgen im Gepäck zum KSC. Wie schon zu Beginn der Saison wird die Alte Dame erneut vom Verletzungspech geplagt. Trainer Stefan Leitl (48) muss in Karlsruhe auf gleich sechs Profis verzichten: John Anthony Brooks (32), Diego Demme (34), Leon Jensen (28), Niklas Kolbe (28) sowie Maurice Krattenmacher (20) und den erst 16-jährigen Kennet Eichhorn.

Vor allem der Ausfall des vielversprechenden Youngsters Eichhorn trifft Hertha hart, denn der Teenager setzt trotz seines jungen Alters bereits jetzt wichtige Impulse im Spiel. Dennoch bleibt die Zielsetzung unverändert: "Wir fahren dort hin, um zu gewinnen", stellte Leitl klar.

Allerdings benötigt die Mannschaft Tore – und genau daran hapert es bisher. Mit lediglich 21 Treffern zählt Hertha derzeit zu den offensivschwächsten Teams der Liga, nur Düsseldorf (16) und Braunschweig (20) haben noch weniger Tore erzielt.

"Das ist natürlich zu wenig, auch für unsere Ansprüche", kommentierte der Trainer die Situation.

Dass die Alte Dame trotz der mageren Torbilanz noch in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen steht, ist vor allem ihrem starken Defensivverhalten zu verdanken. Langfristig können sich die Berliner jedoch nicht auf knappen Vorsprüngen ausruhen – ein Beispiel ist Bielefeld.

Dabei hätte es in den letzten 18 Partien schon deutlich öfter im Netz klingeln können. Laut dem Wert der "Expected Goals" hätte Hertha eigentlich 28 Treffer erzielen müssen statt nur 21. Das bedeutet: Der Hauptstadtclub muss seine Chancenverwertung verbessern.

"Wir haben zwar nicht überragend geschossen, aber den Ball immer wieder gezielt aufs Tor gebracht", erklärte Leitl mit Blick auf das vergangene Wochenende. Leider stand da mit Loris Karius (32) ein herausragender Torwart im Kasten.

"Der Weg zum Tor war gut. Wir haben stets die richtigen Räume gefunden, uns gut positioniert und auch die Entscheidungen auf dem Platz waren richtig. Die Abschlüsse waren ebenfalls überzeugend."

Nun muss der Ball nur noch den Weg ins Netz finden. Was Hertha derzeit fehlt, ist ein zuverlässiger Vollstrecker – so jemand wie Haris Tabakovic (31), der damals mit 22 Toren die Torjägerkrone holte und mittlerweile bei Gladbach spielt.

Eigentlich hätte Dawid Kownacki (28) das Zeug dazu, in die Fußstapfen von Tabakovic zu treten. Doch kaum war der Pole nach seinem Wechsel nach Berlin in Form, fiel er aufgrund einer Sprunggelenksverletzung aus. Nach seiner Genesung verhinderte dann ein Infekt die Teilnahme am Trainingslager. Der Werder-Leihspieler arbeitet sich nun langsam zurück, muss beim KSC jedoch zunächst von der Bank aus zuschauen.

Leitl dazu: "Luca wird spielen, und Dawid wird vorerst neben mir Platz nehmen."

Tabelle 2. Bundesliga

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat diese Bedeutung: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Gleiches gilt auch für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte muss in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga antreten, um den Aufstieg oder den Klassenerhalt zu klären.