Finanzielle Engpässe bei Eintracht Frankfurt: Neues Millionenminus setzt den Klub unter Druck
Frankfurt am Main – Trotz sportlicher Erfolge steht Eintracht Frankfurt erneut vor einem negativen Jahresergebnis. Besonders überraschend erscheint dies angesichts der diesjährigen Teilnahme an der Champions League sowie der hohen Einnahmen aus Spielerverkäufen im vergangenen Sommer. Wie kann es also am Ende zu einem deutlichen Minus kommen?
Obwohl die Ablösesummen bei den Transfers von Hugo Ekitiké (23) und Tuta (26) erneut beträchtlich waren, drohen der SGE laut einem aktuellen Bericht des Fachmagazins „Kicker“ finanzielle Probleme.
Für das Geschäftsjahr 2024/25 hatte der Vorstand der Eintracht im Jahresabschluss für die Saison 2025/26 mit einem Umsatz zwischen 375 und 395 Millionen Euro gerechnet.
Beim Ergebnis war man optimistisch und kalkulierte mit einer Bandbreite von minus acht bis plus zwei Millionen Euro. Nach Einschätzung des „Kickers“ dürfte diese Prognose jedoch zu positiv ausgefallen sein.
Die Planung wurde durch zusätzliche Kosten, vor allem durch die Winter-Transfers und die Entlassung von Trainer Dino Toppmöller (45), deutlich belastet. Dadurch wird das Defizit laut „Kicker“-Informationen voraussichtlich zwischen zehn und zwanzig Millionen Euro liegen.
Um kurzfristig liquide zu bleiben, hat der Verein zudem zwei Forderungsabtretungen vorgenommen. Insgesamt erhielt der Klub auf diese Weise 27,75 Millionen Euro vorzeitig ausgezahlt, indem zukünftige Zahlungen des Stadionsponsors Deutsche Bank an die Oldenburgische Landesbank veräußert wurden, so der „Kicker“.
Ein solcher Schritt wurde bereits 2021 während der Corona-Pandemie vollzogen und überraschenderweise im August 2024 kurz vor Ende der Transferperiode erneut. Dies verdeutlicht, wie knapp die finanzielle Lage bei der Eintracht derzeit ist.
Auch die Gehälter des Vorstands spielen eine erhebliche Rolle: Im Geschäftsjahr 2024/25 beliefen sich diese auf 10,26 Millionen Euro.
Zum Vergleich: Beim VfB Stuttgart betrugen die Vorstandsgehälter im Jahr 2024 insgesamt 3,59 Millionen Euro, bei Borussia Dortmund verdiente die Geschäftsführung unter Hans-Joachim Watzke (66) etwa 7,85 Millionen Euro.
In Frankfurt steht zudem eine mögliche Vertragsverlängerung von Vorstandssprecher Axel Hellmann (54) an, die laut Medienberichten rund 15 Millionen Euro über fünf Jahre umfassen könnte.
Um wirtschaftlich auf Kurs zu bleiben, wird auch in Zukunft der Transfermarkt eine zentrale Rolle spielen. Intern peilt man für den kommenden Sommer einen Überschuss zwischen 50 und 70 Millionen Euro an. Ein möglicher Verkaufskandidat ist Linksverteidiger Nathaniel Brown (22), für den die Eintracht eine Ablösesumme von über 60 Millionen Euro anstrebt.
Angesichts der finanziellen Situation dürfte es hingegen schwierig werden, Leihspieler Arnaud Kalimuendo (24) fest zu verpflichten, dessen Ablöse mit 27 Millionen Euro beziffert wird.
Insgesamt gilt: Die Qualifikation für Europa hat für die wirtschaftliche Stabilität Eintracht Frankfurts höchste Priorität!
Tabelle der 1. Bundesliga
Die Bundesliga-Tabelle entscheidet über Folgendes: Der Tabellenführer am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den letzten beiden Plätzen (17 und 18) steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) muss in der Relegation um den Klassenerhalt spielen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.