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Gehaltsbegrenzung im Profifußball: Sportökonom warnt vor großer Gefahr

Köln – Der Sportökonom Christoph Breuer warnt davor, dass die neue Gehaltsbegrenzung im deutschen Profifußball die derzeitigen Machtverhältnisse in den Ligen weiter festigen könnte.

Breuer erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die finanziellen Diskrepanzen zwischen den Vereinen so ausgeprägt seien, dass kleinere Clubs und solche außerhalb der Bundesliga auf kurz und mittelfristige Sicht kaum in der Lage sein werden, bei der Qualität ihrer Mannschaften mit den international aktiven Top-Clubs mitzuhalten.

„Insbesondere die stark gestiegenen Prämien aus Wettbewerben wie der Champions League zählen zu den bedeutenden Einnahmequellen“, fügte er hinzu.

Künftig werden die Personalkosten der 36 deutschen Profi-Vereine gedeckelt. Die Clubs dürfen maximal 70 Prozent ihrer relevanten Einnahmen für Gehälter und ähnliche Ausgaben verwenden. „Dieses Vorgehen ist grundsätzlich zu begrüßen und stellt einen richtigen Schritt dar“, so Breuer.

Der Forscher sieht in der neuen Regelung „dreifache Konsequenz“. Sie fördere mehr finanzielle Nachhaltigkeit, da Gehaltsausgaben nicht mehr durch Schulden, Verkäufe von Immobilien oder andere Umgehungsmöglichkeiten finanziert werden dürfen.

Außerdem würden „zumindest theoretisch die finanziellen Vorteile der beiden Werksvereine reduziert“.

Dies sei ein wichtiger Beitrag für die Bundesliga in der laufenden Diskussion. Insgesamt passe die Liga mit der Reform ihre Lizenzierungsbestimmungen an die UEFA-Richtlinien an.

„Für die Clubs, die sich in europäischen Wettbewerben messen, ändert sich im Grunde genommen kaum etwas. Die übrigen Vereine haben in den meisten Fällen auch unabhängig von dieser Regelung bereits verantwortungsbewusst gehandelt“, erläuterte Breuer.

„Die Regel sorgt jedoch dafür, dass diese Vorgehensweise verpflichtend wird. Man ersetzt damit die bislang auf Vertrauen basierende wirtschaftliche Vernunft durch eine verbindliche Vorschrift.“

Die Einführung der Kaderkostenbeschränkung erfolgt schrittweise vor Beginn der kommenden Saison und wird bis zur Spielzeit 2028/29 vollständig umgesetzt sein.

Breuer zeigt sich „sehr zuversichtlich“, dass die Neuerung tatsächlich durchgesetzt wird – auch wenn er erwartet, dass die Anwälte der Vereine dies mit großer Intensität juristisch begleiten werden.