FC St. Pauli Blog: Aufstiegsheld erneut Vater geworden
Hamburg – Am Freitagabend um 20:30 Uhr steht für den FC St. Pauli ein weiterer richtungsweisender Abstiegskracher auf dem Programm. Bei Borussia Mönchengladbach wollen die Kiezkicker einen bedeutenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.
Für das entscheidende Auswärtsspiel kehren zwei Spieler zurück in den Kader. Zudem erreichte den Verein erfreuliche Neuigkeiten aus Übersee.
In unserem St.-Pauli-Blog erhaltet Ihr alle aktuellen Informationen rund um die Mannschaft, potenzielle Transfers und Neuigkeiten aus dem Millerntor-Stadion.
Eine wunderbare Botschaft: Aufstiegsheld Marcel Hartel (30) ist zum zweiten Mal Vater geworden. Diese erfreuliche Nachricht veröffentlichte der Mittelfeldspieler auf seinem Instagram-Account. Demnach wurde seine Tochter bereits am 3. März geboren, der Name wurde jedoch nicht bekanntgegeben.
Wegen der Geburt verzichtete Hartel auch auf einen Einsatz bei seinem aktuellen Klub St. Louis FC. Sportlich läuft es dort allerdings noch nicht optimal: Aus drei Spielen holte sein Team lediglich einen Punkt, sodass die Play-off-Teilnahme früh infrage gestellt ist.
Die Bedeutung von Jackson Irvine (33) für die Mannschaft des FC St. Pauli wird durch folgende Statistik deutlich: Immer wenn der Australier die vollen 90 Minuten absolvierte, blieben die Kiezkicker ungeschlagen. Auch Trainer Alexander Blessin (52) zeigte sich voll des Lobes.
„Er ist enorm wichtig und mein verlängerter Arm auf dem Platz“, erklärte er. „Jackson fungiert als Sprachrohr und Taktgeber, er beruhigt die Jungs, wenn es hektisch wird.”
Zu dieser Stabilität trägt vor allem Irvines Erfahrung bei – er bringt über 430 Vereinsspiele sowie 79 Länderspiele für Australien mit. „Seine Präsenz ist für das Team und mich als Trainer ein absoluter Fixpunkt“, betonte Blessin.
Eric Smith (29) ist vor Kurzem Vater geworden, ein weiterer Spieler erwartet bald Nachwuchs. Am Donnerstag gab Abwehrspieler Adam Dzwigala (30) die erneute Schwangerschaft seiner Frau Kiki bekannt.
Das Paar hat bereits zwei Kinder und wird demnächst „in Unterzahl“ sein, wie sie auf Instagram scherzhaft schrieben. Ein genauer Termin wurde jedoch nicht verraten. Zurzeit haben sie eine Tochter und einen Sohn.
Die Verletztenliste lichtet sich allmählich: Für das kommende Spiel bei Borussia Mönchengladbach kann St. Pauli wieder auf Mathias Rasmussen (28) und Andréas Hountondji (23) zurückgreifen. „Beide werden im Kader stehen“, bestätigte Trainer Blessin.
Insbesondere die Rückkehr von Hountondji weckt Hoffnungen. „Seine Dynamik und Schnelligkeit sind ein großes Pfund. Im Training war er äußerst motiviert“, so Blessin, der einen Einsatz von etwa 15 Minuten für den Angreifer in Erwägung zieht.
Ob Verteidiger David Nemeth (24) die Reise nach Gladbach mit antreten wird, ist noch offen. Sicher ist jedoch, dass er am Sonntag Spielpraxis bei der U23 sammeln soll.
Definitiv ausfallen werden Manolis Saliakas (29) und James Sands (25) aufgrund ihrer Verletzungen aus dem Spiel gegen Frankfurt. „Bei Manolis dachte ich zunächst, es sei alles okay, aber die Lage sieht gar nicht so schlecht aus. Es besteht die vage Hoffnung, dass er nächste Woche wieder einsatzbereit ist“, erklärte Blessin. Bei Sands müsse man noch abwarten.
Am Dienstag teilte der Verein leider mit, dass Saliakas und Sands vorerst nicht zur Verfügung stehen werden. Beide hatten sich im Match gegen Eintracht Frankfurt verletzt.
Direkt nach dem Wiederanpfiff zog sich Saliakas bei einem Sprint eine „leichte strukturelle Verletzung am rechten Oberschenkel“ zu. Der Grieche wird daher in Gladbach fehlen, für das kommende Heimspiel gegen den SC Freiburg besteht aber noch Hoffnung auf eine Rückkehr.
Schlimmer sieht es bei Sands aus: Der Mittelfeldspieler musste nach einem Foul ausgewechselt werden und erlitt eine „Verletzung am Bandapparat des linken Sprunggelenks“. Wie lange er ausfallen wird, ist noch unklar.
Verteidiger Hauke Wahl (31) hatte beim 0:0 gegen Frankfurt seinen Gegenspieler Jonathan Burkardt (25) gut im Griff. Nach dem Spiel lobte der Eintracht-Profi seinen Gegenspieler.
„Gegen ihn zu spielen ist wirklich unangenehm“, sagte Burkardt am DAZN-Mikrofon und führte weiter aus: „Er ist immer einen Schritt voraus, sehr präsent und körperlich stark. Er hatte mich perfekt unter Kontrolle.“
Wahl revanchierte sich umgehend mit Lob: „Burkardt ist ein unglaublicher Stürmer, wohl einer der besten deutschen Angreifer, die es gibt. Ehrlich gesagt hasse ich es, gegen ihn zu spielen.“
Torhüter Nikola Vasilj (30) erlebte beim torlosen Remis gegen Frankfurt einen ruhigen Nachmittag. „Ich hatte kaum Arbeit, aber das war das Verdienst der gesamten Mannschaft, die defensiv sehr solide gearbeitet hat“, lobte der Keeper. Und wenn er gefordert war, war er zur Stelle.
Am Freitag steht das nächste wichtige Spiel bei Borussia Mönchengladbach an: „Wir müssen das zuletzt gezeigte hohe Niveau halten. Vor allem das Duell gegen den direkten Konkurrenten Mönchengladbach ist entscheidend. Sie sind nur einen Punkt entfernt. Seit Jahresbeginn fühlt sich für uns jedes Spiel wie ein Finale an“, erklärte Vasilj.
Mit einem weiteren Spiel ohne Gegentor könnte Vasilj zudem einen neuen Rekord aufstellen. Derzeit liegt er bei 208 Minuten ohne Gegentor, sein Bestwert beträgt 287 Minuten.
Die Rückkehr steht kurz bevor! Stürmer Andréas Hountondji (23) und Verteidiger David Nemeth (24) trainieren beim FC St. Pauli wieder voll mit, demnächst sind Einsätze wahrscheinlich.
„Andréas hat jetzt eine Woche gut genutzt, auch wenn es nur eine kurze war. Im Training zeigte er schon gute Aktionen“, berichtete Trainer Blessin. Einen kurzen Einsatz am Freitag in Gladbach schloss er nicht aus, die Rückkehr steht unmittelbar bevor.
Bei Nemeth ist geplant, dass er zunächst Spielpraxis bei der stark abstiegsbedrohten U23 in der Regionalliga sammelt. „Wir wollen sehen, wie die Woche verläuft, dann macht es Sinn, ihn einzusetzen“, so Blessin.
Der FC St. Pauli bangt nach dem torlosen Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt um zwei Spieler.
Kurz nach der Halbzeit musste Manolis Saliakas (29) verletzt vom Platz, nachdem er sich im Sprint am Oberschenkel verletzt hatte. „Ich fühlte mich nicht in Ordnung. Wir müssen abwarten, was genau passiert ist. Beim Sprint hatte ich plötzlich Schmerzen im Oberschenkel“, berichtete er nach dem Spiel.
Trainer Blessin äußerte sich besorgt: „Das sah nicht gut aus, ich vermute, es ist eine strukturelle Verletzung.“ Das würde einen mehrwöchigen Ausfall bedeuten.
Bei James Sands (25) sieht es etwas besser aus. „Jimmy ist nur umgeknickt, wir müssen aber abwarten“, sagte Blessin vorsichtig. Sands wurde nach dem Spiel von einem Betreuer gestützt.
Ein ungünstiges Zeichen: Felix Zwayer (44) wird am Sonntag das Heimspiel des FC St. Pauli gegen Eintracht Frankfurt leiten. Die Kiezkicker verbinden nicht die besten Erinnerungen mit dem Schiedsrichter.
Zwayer leitete bislang 25 Partien von St. Pauli, von denen acht gewonnen und neun verloren wurden. Die letzten drei Begegnungen unter seiner Leitung endeten für St. Pauli mit Niederlagen – zuletzt im November bei der 1:3-Pleite gegen Bayern München.
Bei Frankfurt ist die Bilanz gemischter: 44 Einsätze mit 18 Siegen und 15 Niederlagen. In dieser Saison war Zwayer bei der SGE noch nicht im Einsatz.
Der FC St. Pauli muss am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt auf einige Spieler verzichten. Neben David Nemeth (24) fallen drei weitere Profis aus, wie Trainer Alexander Blessin (52) mitteilte.
„Mathias Rasmussen (28) wird erneut nicht dabei sein, er konnte diese Woche nur laufen“, sagte Blessin. „Auch bei Karol Mets (32) sieht es diese und nächste Woche noch nicht gut aus.“
Auch Andréas Hountondji (23) wird fehlen, obwohl sich seine Situation deutlich verbessert hat. „Die Tests verliefen positiv, er hat keine Schmerzen. Wir haben ein gutes Gefühl und erwarten, dass er bald wieder spielen kann“, so der Trainer.
Wieder mit dabei ist Tomoya Ando (27), der zuletzt gegen Hoffenheim fehlte.
Eric Smith (29) fehlte in den vergangenen Tagen im Training. Nun ist der Grund bekannt: Auf Instagram teilte der Schwede mit, dass er zum zweiten Mal Vater geworden ist. Damit dürfte er am Sonntag gegen Frankfurt wieder einsatzbereit sein.
Für die FCSP-Fans: Die DFL hat die Ansetzungen der Bundesliga-Spieltage 28 bis 30 mit genauen Uhrzeiten veröffentlicht. St. Pauli bestreitet ein Spiel freitags, eins samstags und eins sonntags.
Die Termine im Überblick:
Sonntag, 5. April (15:30 Uhr): 1. FC Union Berlin vs. FC St. Pauli
Samstag, 11. April (18:30 Uhr): FC St. Pauli vs. FC Bayern München
Freitag, 17. April (20:30 Uhr): FC St. Pauli vs. 1. FC Köln
Schlechte Nachrichten für den FC St. Pauli: Karol Mets (33) wird vorerst fehlen. Der Verteidiger verletzte sich bei der Auswärtsniederlage in Hoffenheim an der linken Wade und fällt unbestimmt aus.
Besonders ärgerlich: Mets hatte sich nach hartnäckigen Problemen an der Patellasehne mühsam zurückgekämpft und sein Comeback Mitte Oktober gefeiert.
Trainer Blessin stehen jedoch genügend Alternativen zur Verfügung. Neben Lars Ritzka (27), der Mets bereits im Spiel ersetzt hatte, können auch Adam Dzwigala (30) oder Tomoya Ando (27) in die Abwehr rücken.
Mit zwei aufeinanderfolgenden Siegen hat sich St. Pauli etwas Luft im Abstiegskampf verschafft und steht nun auf Platz 15. Am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt will das Team nachlegen. Doch wann war die Mannschaft zuletzt so erfolgreich?
Drei Erfolge in Folge gelangen St. Pauli zuletzt in der Bundesliga-Saison 2010/11. Damals gewannen sie gegen Köln, den HSV und Gladbach – am Ende stieg die Mannschaft dennoch ab.
Den längsten Siegesserie feierten die Kiezkicker 1989/90 mit vier Siegen nacheinander gegen Dortmund, Nürnberg, Gladbach und Homburg. Das führte zu Platz zehn in der Tabelle.
Im Jahr davor blieb St. Pauli elf Spiele am Stück ungeschlagen, mit drei Siegen und acht Unentschieden.
Philipp Treu (25) feierte mit dem FC St. Pauli zwei große Erfolge: den Aufstieg in die Bundesliga und den Klassenerhalt in der Folgesaison. Dennoch wechselte er im Sommer zurück zum SC Freiburg. Im Interview mit transfermarkt.de erläuterte er seinen Entschluss.
„Nach der starken Zweitliga-Saison und einem stabilen Erstliga-Jahr war für mich klar, dass jetzt der nächste Schritt folgen muss“, erklärte Treu. „Ich habe auch überlegt, vielleicht bei St. Pauli zu bleiben, aber ich wollte zu einem größeren Bundesliga-Klub, der sogar international spielt.“
Seine Zeit bei den Kiezkickern bereut er nicht: „Ich habe mich bewusst für St. Pauli entschieden. Der Sprung von der dritten Liga direkt in die Bundesliga und das internationale Geschäft wäre mir zu groß gewesen. Deshalb bin ich zu einem ambitionierten Zweitligisten gewechselt. So verlief alles perfekt. Vom Aufstieg mit St. Pauli kann ich den Kindern später erzählen. Und wir haben anschließend auch die Klasse gehalten – das war ganz besonders.“
Mittlerweile hat er sich beim SC Freiburg einen Stammplatz erkämpft und freut sich sicher auf seine Rückkehr ans Millerntor am 22. März.
Nach dem wichtigen Sieg gegen Werder Bremen wollte St. Pauli bei TSG Hoffenheim nachlegen – was auch gelang.
„Ich bin sehr erleichtert. Es war enorm wichtig, den ersten Auswärtssieg außerhalb Hamburgs zu holen, gerade in unserer Lage“, sagte Abwehrspieler Hauke Wahl (31).
Mit diesem Erfolg zeigte St. Pauli erneut, dass sie gegen Topmannschaften mithalten können. Hoffenheim, Tabellendritter, hatte zuvor acht Heimspiele in Serie gewonnen.
Zwar musste St. Pauli in der ersten Halbzeit einige brenzlige Situationen überstehen, doch selbst wurde man immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor. „Wir haben es geschafft, ihnen wehzutun. Das 1:0 kurz vor der Pause war unglaublich wichtig“, so Wahl.
In der zweiten Hälfte ging es darum, das Ergebnis zu verteidigen. „Das war purer Kampf ums Überleben, und ich glaube, das haben wir heute nicht schlecht gemacht“, gab der 31-Jährige zu.
Ein gutes Zeichen: Deniz Aytekin (47) wird am Samstag die Partie St. Pauli gegen Hoffenheim leiten. Unter seiner Leitung hat St. Pauli eine ordentliche Bilanz.
Aytekin pfiff bisher 17 Spiele des FC St. Pauli, von denen die Mannschaft zehn gewann und nur drei verlor. Die letzten fünf Begegnungen mit ihm als Schiedsrichter wurden allesamt gewonnen, und St. Pauli ist seit neun Spielen unter ihm ungeschlagen.
Auch Hoffenheim hat unter Aytekin eine positive Bilanz mit 14 Siegen, 12 Niederlagen und 11 Unentschieden. Beide Teams hat er zuletzt in der Saison 2023/24 gepfiffen – St. Pauli gewann damals mit dem Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft gegen Wehen Wiesbaden.
Am Samstag (15:30 Uhr) muss der FC St. Pauli bei der TSG 1899 Hoffenheim antreten. Besonders für die Verteidiger Hauke Wahl (31) und Karol Mets (32) wird es eine harte Aufgabe, denn Hoffenheim verfügt über die zweitbeste Offensive der Liga.
„Sie haben viel Qualität und die richtigen Spieler für jede Position“, so Mets. „Es ist ein starkes Team, das das Spiel kontrollieren will.“
Im Hinspiel am Millerntor zeigte die TSG mit einem 3:0-Sieg ihre Überlegenheit, ließ St. Pauli kaum Chancen. „Da haben sie vieles richtig gemacht“, räumte Wahl ein. Im Pokal drehte St. Pauli allerdings den Spieß um und gewann, obwohl Hoffenheim auch da wenig falsch machte.
Der 31-Jährige sieht Hoffenheim in einer starken Phase: „Sie haben Selbstvertrauen, aus den Fehlern des Vorjahres gelernt und sind ein komplett anderes Team. Über die individuelle Qualität muss man nicht sprechen.“
Ein Sieg gegen Hoffenheim ist möglich, wie der Pokalerfolg zeigte, wird am Samstag aber sehr schwer.
Taichi Hara (26) stand bislang nur in zwei Spielen für insgesamt 22 Minuten auf dem Platz. Trainer Alexander Blessin (52) erläuterte den Umgang mit dem japanischen Stürmer.
„Wir wollten ihm mehr Spielzeit geben, aber beim letzten Spiel passte es einfach nicht. Ich hatte kein gutes Gefühl“, erklärte Blessin. Im Training zeigt Hara jedoch vollen Einsatz. „Er hat gute Momente und könnte vielleicht wieder eine Einwechslung bekommen.“
Ein Platz in der Startelf kommt für Blessin noch nicht infrage: „Das ist noch zu früh. Aber als Option für die letzten 20 Minuten ist er definitiv eine Lösung.“
Martijn Kaars (26) hat es nicht leicht. Für eine Rekordablöse von vier Millionen Euro verpflichtete St. Pauli den Angreifer mit der Empfehlung von 19 Zweitliga-Toren. Ein kompletter Durchbruch ist ihm bisher nicht gelungen – in 24 Pflichtspielen stehen fünf Tore und eine Vorlage zu Buche.
Trainer Blessin sieht Kaars jedoch nicht primär an der Torausbeute gemessen, sondern an seiner Arbeitsleistung. „Ich habe in letzter Zeit zweimal ausführlich mit ihm gesprochen und Videomaterial analysiert.“
Das Hauptproblem ist offensichtlich: „Kaars selbst sagt, als Stürmer wird man an Toren gemessen. In letzter Zeit hat er nicht viele Chancen bekommen, und wenn das so ist, zögert man.“
Seine Mitspieler konnten ihn bislang noch nicht oft in Szene setzen, dabei besitzt er klare Stärken im Strafraum. „Wenn er den Ball im Sechzehner hat, muss er auch die Chancen bekommen und wir müssen ihm helfen.“
Blessin ist zuversichtlich, dass Kaars bei weiterer harter Arbeit bald wieder glücklicher in Interviews auftreten und über seine Tore sprechen wird.
Gute Nachrichten vom Training: Nach David Nemeth (24) ist nun auch Andréas Hountondji (23) zurück auf dem Platz. „Er war draußen und hat Lauftraining absolviert“, bestätigte Blessin.
Der Angreifer war lange Zeit getrennt vom Team und trainierte individuell. Nun beginnt die Phase der schrittweisen Wiedereingliederung. „Wir sind jetzt bei den ersten Schritten, hoffentlich folgen bald weitere“, erklärte der Trainer.
Nemeth ist bereits ein Stück weiter: „Wir wollen die Belastung langsam erhöhen und prüfen, ob wir ihn in der zweiten Mannschaft einsetzen können, um Spielpraxis zu sammeln.“
Außerdem kehrt Connor Metcalfe (26) zurück in den Kader. Der Mittelfeldspieler trainiert seit zwei Wochen komplett mit. „Er kann der Mannschaft viel geben, daher freue ich mich, ihn auf der Bank zu haben.“
Der Sieg gegen Werder Bremen war nicht nur enorm wichtig, sondern auch historisch: Das 2:1 war der 50. Heimsieg des FC St. Pauli in der Bundesliga.
Bislang hatten die Kiezkicker gegen Bremen erst zwei Pflichtspiele gewinnen können – das erste Bundesliga-Duell 1977/78 (3:1) sowie ein legendäres Pokalspiel 2006, als St. Pauli als Drittligist den Favoriten mit 3:1 ausschaltete.
Die Bilanz wurde nun etwas verbessert, steht aber weiterhin bei drei Siegen, fünf Unentschieden und 13 Niederlagen.
Nach dem 2:1-Erfolg war die Erleichterung bei den Spielern groß, was auch gefeiert wurde.
„Ich gönne mir ein oder zwei Bier“, gestand Abwehrspieler Karol Mets (32). „Es war ein hartes Spiel, aber der Sieg war verdient.“
Zu Beginn agierte St. Pauli aus Sicht des Esten etwas nachlässig und verlor viele Bälle, doch nach der Pause zeigte man sich deutlich verbessert. „Wir hatten viele gute Momente und Chancen. Das erste Tor fiel etwas glücklich, aber Glück muss man sich erarbeiten“, so Mets. Am Ende zog St. Pauli am Konkurrenten Bremen vorbei auf einen Relegationsplatz.
Für James Sands (25) war es am Sonntag ungewohnt, auf der Bank zu sitzen. Erstmals in dieser Saison wurde der US-Amerikaner nicht in der Startelf berücksichtigt – zuvor hatte er bis auf eine Verletzung stets von Beginn an gespielt.
Trainer Blessin erklärte die Entscheidung: „Es hängt auch mit Frische zusammen.“ Zudem kehrte mit Eric Smith (29) eine qualitativ hochwertige Alternative zurück.
Der Trainer räumte ein: „James bringt viel Qualität im Zweikampf. Er ist unscheinbar, aber extrem wichtig. Es tut weh, solche Qualität auf der Bank zu lassen.“
In den kommenden Spielen könnte Sands öfter auf der Bank sitzen, da mit Smith und Jackson Irvine (32) zwei Führungsspieler auf seiner Position spielen.
Mit einem Sieg könnte St. Pauli im Abstiegskampf an Werder Bremen vorbeiziehen. Das ist auch Kapitän Jackson Irvine (32) bewusst.
„Der Druck ist groß, das kann man nicht wegreden“, sagte der Australier vor dem Spiel. „Es ist eine wichtige Partie, auch wenn noch viele folgen.“
Irvine weiß, dass ein Erfolg einen großen Schritt bedeuten kann. Er freut sich zudem über die Rückkehr von Wahl und Smith. „Trainer Blessin macht einen ruhigen und fokussierten Eindruck“, ergänzte er.
Am Sonntag (17:30 Uhr) wird Schiedsrichter Sören Storks (37) das Duell zwischen St. Pauli und Werder Bremen leiten. Er pfiff bereits das Hinspiel, das Bremen 1:0 gewann.
St. Pauli verbindet bessere Erinnerungen mit Storks: Im November konnten sie unter seiner Leitung gegen Heidenheim mit 2:1 siegen, trotz einer umstrittenen roten Karte gegen Eric Smith. Sonst gab es zwei weitere Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen unter ihm.
Auch Bremen hat unter Storks eine negative Bilanz mit vier Siegen, drei Unentschieden und fünf Niederlagen.
Vor dem direkten Duell am Sonntag erreichte beide Vereine eine traurige Nachricht: Sepp Piontek ist im Alter von 85 Jahren verstorben.
Der gebürtige Pole, der in Ostfriesland aufwuchs, spielte zwischen 1960 und 1972 für Werder Bremen und absolvierte über 300 Pflichtspiele für die Grün-Weißen. Nach seiner aktiven Karriere trainierte er den Verein von 1971 bis 1975.
Nach Stationen bei Fortuna Düsseldorf und auf Haiti übernahm Piontek auch den Trainerposten bei St. Pauli und betreute die Kiezkicker in 39 Zweitliga-Spielen.
Weitere Details zu seinem Tod findet Ihr im Artikel „Er wurde Deutscher Meister und ließ sich mit Fischen bezahlen: Trainer-Legende Sepp Piontek (†85) ist tot“.
Manolis Saliakas (29) war beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart rechts defensiv sehr aktiv und krönte seine Leistung mit dem Führungstreffer.
„Ich hatte schon den Jubel im Kopf, als der Ball zu mir kam“, sagte der Grieche nach der Partie. „Ich hatte viel Platz.“ Mit einem sehenswerten Spannschuss erzielte er das Tor. „Es ist immer schön, ein Tor zu machen, besonders wenn es so wichtig ist.“
Sein Jubel war eindeutig: Saliakas legte sich den Ball unter das Trikot und steckte sich den Daumen in den Mund. „Meine Frau ist schwanger“, verriet er stolz. „Es wird ein Junge, der Geburtstermin ist im Juni.“
Glücklicherweise ist zu diesem Zeitpunkt Sommerpause, sodass Saliakas sich voll auf seine Vaterrolle konzentrieren kann.
Der FC St. Pauli benötigt dringend Punkte gegen den Abstieg, während der VfB Stuttgart um die Champions-League-Plätze kämpft. Mit einem Sieg könnten die Schwaben einen Bundesliga-Rekord aufstellen.
Der VfB gewann zuletzt dreimal auswärts deutlich – 4:0 in Bremen, 4:1 in Leverkusen und 3:0 in Gladbach. Gelingt am Millerntor ein Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied, würden die Schwaben Bundesliga-Geschichte schreiben.
Bisher gelang keinem Verein diese Serie, derzeit liegen der VfB, Bayern (je zweimal), RB Leipzig (zweimal) und Bochum in dieser Hinsicht gleichauf.
Benjamin Brand (36) wird am Samstag die Partie St. Pauli gegen Stuttgart leiten. In dieser Saison pfiff er bereits Partien beider Teams.
Unter Brand hat St. Pauli eine ordentliche Bilanz: Von 16 Spielen gewannen sie sieben, dazu kamen zwei Unentschieden. In dieser Saison leitete er die 1:2-Niederlage gegen Freiburg.
Bei Stuttgart sieht die Statistik anders aus: Sechs Siege, vier Unentschieden und nur eine Niederlage. Zuletzt pfiff Brand das Spiel der Schwaben am 11. Spieltag gegen Dortmund (3:3).
Der FC St. Pauli droht am Samstag erneut der Ausfall von zwei wichtigen Spielern. „Bei Hauke Wahl (31) besteht zwar Hoffnung, aber die schwindet täglich. Für das Spiel gegen den VfB wird es vermutlich nicht reichen“, sagte Trainer Blessin (52). Bei Eric Smith (29) gebe es zumindest noch eine leise Hoffnung.
Das Defensivduo fehlte bereits bei der Pokal-Niederlage in Leverkusen.
Wegen des Ausfalls von Ricky-Jade Jones (23) könnte ein Spieler aus der U23 eine Chance erhalten. „Romeo Aigbekaen, Max Herrmann und Nick Schmidt stehen zur Auswahl. Wir werden sehen, wen wir für das Spiel nominieren.“
Bundesliga-Tabelle
Die Bedeutung der Tabelle in der Bundesliga ist wie folgt: Wer am Saisonende Platz 1 belegt, ist Deutscher Meister. Die Plätze 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) spielt in der Relegation den Klassenerhalt aus. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.