Dieser Zweikampf sieht schon beim Zuschauen schmerzhaft aus
Hamburg – Ein Spiel, das ihm sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird! St. Paulis Torwart Nikola Vasilj (29) zeigte beim 1:0-Erfolg gegen die TSG 1899 Hoffenheim eine herausragende Leistung, erlitt aber bei einem Zweikampf eine blutige Nase.
Von Beginn an war Vasilj stark gefordert. Besonders in den ersten zehn Minuten prasselten zahlreiche Schüsse auf sein Tor. Zunächst parierte er einen Versuch von Fisnik Asllani (4. Minute), kurz darauf wirkte er bei einem langen Ball unsicher, rettete aber eindrucksvoll gegen Andrej Kramaric und Grischa Prömel (8.).
Danach bekam der 29-Jährige etwas Verschnaufpause, musste aber nach rund 30 Minuten erneut im Fokus stehen. Vasilj spielte den Ball zu ungenau auf Jackson Irvine, Prömel schaltete dazwischen, scheiterte jedoch am Keeper. In der Folge prallten beide hart zusammen, wobei Vasilj sich eine blutige Nase zuzog.
„Meine Nase ist angeschwollen und ich spüre den Druck, aber das Wichtigste war, dass mir nicht schwindelig wurde. Ich hoffe, sie ist nicht gebrochen“, erklärte der Bosnier nach dem Spiel. Nach einer kurzen Behandlungspause setzte er das Spiel fort. Sein Trainer nahm die Situation mit Humor: „Die Nase war schon öfter gebrochen, daher kennt er das Gefühl. Das bekommt man irgendwie hin“, so Alexander Blessin (52).
In der weiteren Spielzeit wurde Vasilj nicht mehr so stark beansprucht wie zu Beginn. Erst in der Schlussphase konnte er sich noch zweimal auszeichnen: Einen Kopfball von Kabak lenkte er an die Latte (80.) und in der Nachspielzeit parierte er einen Schuss von Asllani.
Am Ende stand für ihn das vierte Zu-Null-Spiel der Saison – ein neuer persönlicher Bestwert in dieser Spielzeit. Vasilj hielt insgesamt neun Schüsse auf sein Tor.
„Ich bin mit einigen Dingen nicht zufrieden“, gab er zu. „Ich habe zweimal geschlafen. Trotzdem sehe ich das inzwischen anders. Manchmal spiele ich ohne Gegentor und bin nicht glücklich, manchmal kassiere ich zwei oder drei Tore und fühle mich gut.“
Vor allem war er über den wichtigen Sieg im Abstiegskampf froh. „Es war vielleicht der härteste Kampf der Saison, besonders in der zweiten Halbzeit.“ St. Pauli musste viel defensiv arbeiten, hielt dem Druck jedoch stand. „Das erinnerte mich ein wenig an die letzte Saison. Wenn wir das erste Tor erzielen, fällt es den Gegnern schwer, unsere Abwehr zu durchbrechen.“
Auch sein Gegenüber Oliver Baumann (35) fand lobende Worte für Vasilj: „Er hat seiner Mannschaft den Sieg gesichert. Ich schätze ihn, er ist ein guter Torwart“, sagte der DFB-Keeper.
Solches Lob dürfte Vasilj ebenso gefreut haben wie die Auszeichnung zum „Man of the Match“. Am Ende hob er jedoch vor allem die „unglaubliche Teamleistung“ hervor, die St. Pauli den entscheidenden Vorsprung im Tabellenkeller bescherte.