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FC St. Pauli und die Problematik der mangelnden Durchschlagskraft im Angriff

Hamburg – Ein deutlicher Rückschlag für den FC St. Pauli: Am Samstag verlor das Team beim FC Augsburg mit 1:2, obwohl zahlreiche Chancen für einen Sieg vorhanden waren. Erneut fehlte es jedoch an der nötigen Effektivität vor dem Tor. Die Spieler bewerteten die Situation unterschiedlich.

16 Torschüsse und ein erwarteter Torwert (xG) von 3,29 stehen nur ein Treffer gegenüber. Damit wurde erneut das Hauptproblem der Kiezkicker sichtbar. Hochkarätige Gelegenheiten, wie die von Danel Sinani (14. Minute) oder Mathias Rasmussen (72. Minute), wurden leichtfertig vergeben.

Wie es erfolgreicher geht, demonstrierte der Gegner vorbildhaft. Augsburg kam mit drei Schüssen weniger aus, hatte einen xG-Wert von lediglich 1,43, erzielte jedoch zwei Tore – eines davon durch Michael Gregoritsch (31.).

"Das tut heute besonders weh, vor allem nach den Chancen, die wir hatten", erläuterte Torwart Nikola Vasilj (30), der bei beiden Gegentreffern machtlos war. "Es liegt auch an deren Qualität, diese Tore zu erzielen. Sie haben ihre Möglichkeiten genutzt, wir nicht."

Genau das vermissen die Kiezkicker am Samstag erneut. Liegt es also an fehlender Qualität? "Vielleicht ist das der Grund. Wir sprechen oft davon, dass es unglücklich läuft. Letztlich ist es aber auch eine Frage der Qualität", gab Vasilj offen zu und fügte hinzu, "wir haben viele junge, neue Spieler im Team. Wir wollen und werden als Mannschaft weiter zusammenwachsen."

Kapitän Jackson Irvine (32) zeigte sich geteilter Meinung. "Alle unsere Stürmer haben bereits bewiesen, dass sie torgefährlich sind. Im Training sieht man ständig, dass die Qualität da ist", betonte er.

Andererseits meinte er: "Es ist natürlich frustrierend. Wir waren die bessere Mannschaft mit den klareren Chancen, doch wir schaffen es nicht, etwas mitzunehmen. Wir hatten viele gute Momente und waren kreativ. Wenn du deine Möglichkeiten verwertest, nimmst du auch Punkte mit."

Das Ziel Klassenerhalt rückt immer weiter in die Ferne. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt bereits vier Punkte, während die Konkurrenz, auch dank qualitativ hochwertiger Wintertransfers, scheinbar einen Schritt voraus ist.

"Wir sind es leid, immer wieder zu betonen, dass wir gute Spiele gezeigt haben, aber am Ende ohne Punkte dastehen", zeigte sich Vasilj müde, das Thema weiter zu diskutieren. "Wir wussten, dass wir die drei Punkte dringend brauchen, um aus der Abstiegszone herauszukommen."

Trainer Alexander Blessin (52) äußerte sich zur mangelhaften Chancenverwertung eher zurückhaltend: "Ihr müsst diese Frage nicht ständig stellen. Ich möchte mich dazu nicht weiter äußern." Mit jeder weiteren Niederlage wird auch für ihn die Situation zunehmend schwieriger.