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FC St. Pauli ärgert sich erneut über zu einfache Gegentore: „Das darf einfach nicht passieren“

Leverkusen – Die volle Aufmerksamkeit gilt jetzt der Bundesliga! Nach der 0:3-Pleite im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen kann sich der FC St. Pauli wieder ganz auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren. Gegen die Werkself war jedoch deutlich mehr möglich.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison der Kiezkicker: Gerade gegen die Top-Teams der Liga zeigt das Team von Trainer Alexander Blessin (52) gute Leistungen, wird dafür aber am Ende meist nicht belohnt – so auch am Dienstagabend.

„In der ersten Halbzeit haben wir ein wirklich starkes Spiel abgeliefert“, erklärte Blessin. „Wir haben viele hervorragende Ballgewinne erzielt, Leverkusen wusste kaum, wie sie sich positionieren sollten und kam kaum ins letzte Drittel. Wir waren sehr präsent.“

Leider konnten die Hamburger die gewonnenen Bälle nicht effektiv nutzen, oft wurden falsche Entscheidungen getroffen oder Pässe zu ungenau gespielt. Ein langer Ball in der 32. Minute drehte die Partie fast komplett. „Da haben wir nicht richtig nachgearbeitet“, ärgerte sich der Trainer. Aus einem Halbchancen entstand das Führungstor für die Werkself durch Martin Terrier (28). „Wir stehen zu fünft nur da und schauen zu – so etwas darf einfach nicht passieren.“

Im Anschluss hatte St. Pauli durch Martijn Kaars (26) sogar die Gelegenheit zum Ausgleich, doch der Niederländer schoss den Ball aus kurzer Distanz über die Latte. Genau darin zeigte sich auch der Unterschied in der ersten Hälfte: Leverkusen erzielte ein Tor aus wenig, während die Kiezkicker aus vielen Chancen nichts machten.

Im zweiten Durchgang wollte die Mannschaft von Blessin das Spiel offenhalten, zeigte sich beim zweiten Gegentreffer aber äußerst ungeschickt. Zuerst ließ Tomoya Ando (27) einen Kopfball unbedrängt zu einer Ecke zu, dann war die komplette Abwehr nicht aufmerksam. „Zuerst müssen wir den Ball besser aus der Gefahrenzone bringen, danach rücken wir nicht richtig raus. Das sind zwei sehr, sehr unglückliche Gegentore“, erklärte Blessin, der über das dritte Tor gar nicht mehr sprechen wollte.

Am Ende musste sich der Coach erneut Fragen zur mangelnden Chancenverwertung und der Qualität im Offensivspiel stellen. „Ich bleibe dabei: Wir hatten Chancen“, machte er klar. Allein reicht das jedoch nicht, denn der Ball muss auch im gegnerischen Tor landen.

Wenn allerdings keiner der zehn Abschlüsse am Dienstag auf das Tor kam, fällt es schwer, Treffer zu erzielen. Auch wenn man sich immerhin 45 Minuten gegen eine Champions-League-Mannschaft gut präsentierte, reicht das nicht. „Im Verteidigen machen feine Details den Unterschied. Wir kassieren zu einfache Gegentore“, stellte Blessin fest.

Besonders beschäftigt ihn der Leistungsabfall seines Teams in der zweiten Halbzeit. „Natürlich hat Leverkusen auch Qualität, das kannst du nicht 90 Minuten lang verteidigen“, räumte er ein. Dennoch könne man sich in solchen Situationen geschickter anstellen.