Zwei Spieltage vor Saisonschluss stellt sich die Trainerfrage: St. Pauli erntet Pfiffe, Blessin wird zum Sündenbock
Hamburg – Beim Heimspiel des FC St. Pauli gegen den 1. FSV Mainz 05 am Sonntagnachmittag (1:2) ließen die Anhänger der Kiezkicker ihrem Unmut über die überwiegend schwache Leistung freien Lauf. Besonders Trainer Alexander Blessin stand dabei im Fokus der Kritik. Der 52-Jährige richtete noch am Sonntag eine deutliche Botschaft an die Fans.
„Sie dürfen mich ausbuhen. Das können sie gern durchgehend tun, aber bitte nicht die Mannschaft“, stellte Blessin nach der enttäuschenden Niederlage am Millerntor klar. „Jetzt geht es darum, das Team zu unterstützen und anzutreiben“, fügte er hinzu.
Bereitwillig übernehme er die Rolle des Sündenbocks und nehme alle negativen Gefühle auf sich. „Mit mir können sie gerne hart ins Gericht gehen.“
Nach einer eher enttäuschenden Spielzeit hatten sich schon mehrfach Stimmen für einen Trainerwechsel ausgesprochen. Bislang hielt St. Pauli jedoch an dem ehemaligen Stuttgarter fest.
Und offenbar soll das auch in den letzten beiden Begegnungen so bleiben. Sowohl Blessin selbst als auch die Mannschaft zeigen sich geschlossen: Wir ziehen das gemeinsam durch!
„Wir müssen alle zusammenstehen. Jeder muss seine Verantwortung übernehmen und seine Rolle erfüllen“, betonte Kapitän Jackson Irvine (33) direkt nach der Niederlage.
Trotzdem erschienen Blessin die negativen Reaktionen aus den Rängen „ein wenig verfrüht“. Aus seiner Sicht gibt es angesichts der Tabellensituation momentan „keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen“.
Die Spieler hingegen zeigten mehr Verständnis für den Unmut der Fans.
„Wir erwarten nicht, dass die Anhänger zufrieden sind, wenn wir schlecht spielen und keine Erfolge erzielen“, erklärte Jackson Irvine (33).
Auch Verteidiger Hauke Wahl (32) sieht die Mannschaft in der Pflicht: „Wir müssen uns der Situation stellen. Gerade, wenn man den ersten Durchgang betrachtet, ist das nachvollziehbar.“