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Lebenszeichen im Abstiegskampf: FC St. Pauli verhindert neuen Bundesliga-Rekord

Hamburg – Endlich klappt es wieder! Nach sechs Spielen ohne Sieg feierte der FC St. Pauli am Samstag in der Bundesliga wieder einen Erfolg. Die Kiezkicker setzten sich gegen den VfB Stuttgart mit 2:1 (1:0) durch und verhinderten damit die Entstehung eines neuen Rekords.

Die Schwaben starteten mit dem Elan ihres Pokalsieges aus der Vorwoche in Kiel und kombinierten sicher im eigenen Ballbesitz. Abgesehen von einem Schuss von Chris Führich in der 12. Minute sowie einem Kopfball von Deniz Undav aus spitzem Winkel (24.) fanden sie gegen die gut organisierte Abwehr des FC St. Pauli kaum Mittel.

Die Hamburger zogen sich im Laufe der ersten Halbzeit etwas weiter zurück, nutzten ihre Kontermöglichkeiten jedoch häufig zu unpräzise. Wenn sie doch einmal durchkamen, blockte meist ein Stuttgarter Verteidiger den Angriff ab.

Nachdem zunächst Martijn Kaars und kurz darauf Arkadiusz Pyrka an der gegnerischen Abwehr gescheitert waren (33.), erzielte Manolis Saliakas wenig später die verdiente Führung für die Braun-Weißen (35.). Ein Querpass von Pyrka leitete Danel Sinani gekonnt durch seine Beine weiter, sodass der Grieche aus halbrechter Position erfolgreich abschloss.

Die Führung war durchaus verdient und hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn James Sands kurz vor der Pause nicht den am Boden liegenden Ramon Hendriks abgelenkt hätte (45.).

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß reagierte auf die wenig überzeugende Leistung seines Teams und brachte Jamie Leweling ins Spiel. Zwar brachte dieser zunächst keine neue Dynamik, doch beinahe fiel der Ausgleich: Adam Dzwigala lenkte den Ball bei einer Rettungsaktion unglücklich an den eigenen Pfosten (50.).

In der 53. Minute rückte Schiedsrichter Benjamin Brand ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Nach einem Handspiel von Führich entschied er zunächst auf Freistoß für St. Pauli, wurde vom VAR jedoch korrigiert. Das Ergebnis war ein Strafstoß, den Sinani sicher verwandelte, indem er Stuttgarts Torwart Alexander Nübel überwand – 2:0.

Der VfB stellte nun alles auf Offensive, konnte aber trotz viel Ballbesitz keine zwingenden Chancen kreieren. Die Hamburger setzten weiterhin auf schnelle Konter und kamen dem dritten Treffer näher als die Gäste dem Anschlusstreffer. Die beste Gelegenheit vergab Martijn Kaars, der frei vor Nübel scheiterte (84.).

In der Schlussphase musste das Team von Trainer Blessin noch einmal bangen. In der 90. Minute traf Jamie Leweling eiskalt ins kurze Eck zum 2:1-Anschluss. Mehr ließen die Kiezkicker jedoch nicht mehr zu, sodass es beim verdienten Heimsieg blieb.

Nach zuvor sechs sieglosen Spielen gelang den Boys in Brown endlich wieder ein Dreier in der Bundesliga, während die Stuttgarter durch die Niederlage einen neuen Bundesliga-Rekord verpassten. Noch nie zuvor konnte ein Team in vier aufeinanderfolgenden Partien mit mehr als drei Toren Differenz gewinnen – eine Bestmarke, die St. Pauli verhinderte.

Bundesliga, 21. Spieltag

FC St. Pauli – VfB Stuttgart 2:1 (1:0)

FC St. Pauli: Vasilj – Dzwigala, Ando, Mets – Saliakas, Irvine, Sands, Pyrka (90.+1 Ritzka) – Sinani, Rasmussen – Kaars (90.+1 Hara)

VfB Stuttgart: Nübel – Vagnoman (69. Assignon), Jeltsch, Hendriks, Mittelstädt – Karazor (86. Chema), Stiller – El Khannouss (46. Leweling), Undav, Führich (69. Bouanani) – Demirovic (86. Arevalo)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Schwebheim)

Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Saliakas (35.), 2:0 Sinani (55./Handelfmeter), 2:1 Leweling (90.)

Gelbe Karten: – / Undav (7), Demirovic (4)

Tabelle der 1. Bundesliga

Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) darf in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen und trifft dort auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.