Der FC Erzgebirge Aue und die sogenannten „bösen Medien“
Aue – Sportlich ist der FC Erzgebirge abgestiegen, doch auch abseits des Spielfelds befindet sich der Klub im freien Fall. Was andere mühsam aufgebaut haben, scheint nun regelrecht sabotiert zu werden. Doch niemand will dies offen zugeben. Die Vereinsleitung betont stets, alles richtig zu machen, und schiebt stattdessen den „bösen Medien“ die Schuld in die Schuhe.
In den letzten Wochen erreichten unsere Sportredaktion unzählige Nachrichten über WhatsApp, zahlreiche E-Mails und Sprachnachrichten.
All diese berichten von einem tief gespaltenen Verein, in dem niemand zu wissen scheint, was der andere tut. Sie erzählen von gebrochenen Versprechen und Täuschungen.
Es geht um ein Gegeneinander statt ein Miteinander und um mangelndes fachliches Know-how.
Ein Beispiel: Ein Neuzugang wurde gemeinsam mit seinem Berater durch das Stadion geführt. Als dieser anmerkte, dass dies nicht notwendig sei, da er bereits alles kenne – schließlich habe er schon einen Spieler im Verein – kam die Antwort: „Ach so, wer denn?“
Falls der Verein das anders darstellen möchte: Eine Sprachnachricht als Beleg liegt vor. Demnach war der Berater eines erfahrenen Profis im Verein unbekannt.
Zur Trainersuche: Die Entscheidung für Khvicha Shubitidze (51) ist grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings wäre es besser gewesen, vorab nicht öffentlich zu verkünden, dass der neue Trainer Erfahrung in der Regionalliga mitbringen müsse.
„Shubi“ kennt sich in dieser Liga nicht aus, die drei anderen Kandidaten hingegen schon. Dass diese dann aus der Pressemitteilung des FCE erfuhren, dass sie nicht ausgewählt wurden, wird als unprofessionell kritisiert. „So etwas macht man nicht, das spricht sich schnell rum“, wurde uns berichtet.
Zum Thema Spieler aus Zwickau: Dass Aue an drei Kickern des FSV Zwickau Interesse gezeigt habe, wurde gründlich überprüft. Mehrere Berater und Vereinsmitglieder bestätigten dies, darunter auch ein Verantwortlicher des FCE. Wenn vier verschiedene Quellen sagen: „Ja, das stimmt“, handelt es sich nicht einfach um ein Gerücht. Punkt. Die entsprechenden Nachrichten liegen vor.
Bezüglich Thomas Romeyke fällt häufig der Begriff „fehlende Wertschätzung“. Erik Majetschak (26) äußerte dies öffentlich bei seinem Abschied – ebenso Romeyke. Ton- und schriftliche Nachrichten über ihn sind vorhanden und widersprechen der Darstellung des FCE vom vergangenen Sonntag deutlich.
Anstatt sich ernsthaft mit der Regionalliga auseinanderzusetzen, wird derzeit versucht, von eigenen Defiziten abzulenken und die Fans gegen die Medien aufzuhetzen. Das ist ein äußerst bedauerlicher Stilbruch für einen einst so angesehenen Verein.