Kurz vor dem 80. Geburtstag: Aue muss die Krise hinter sich lassen
Aue-Bad Schlema – Am 4. März feiert der Verein sein 80-jähriges Bestehen. Doch aktuell steckt Erzgebirge Aue wohl in der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Der neue Trainer Christoph Dabrowski (47) soll die Veilchen aus der schwierigen Lage führen – idealerweise bereits am Sonntag mit einem Erfolg gegen Cottbus.
Ein Beispiel für „Sprüche, die schnell an Wirkung verlieren“, ist das Zitat des ehemaligen Präsidenten Roland Frötschner (72) bei der Vorstellung von Jens Härtel (56) im Dezember 2024, das heute wie Hohn klingt:
„Wir sind sehr stolz, mit Jens Härtel einen Trainer von Format vom FC Erzgebirge Aue überzeugen zu können. Er erhält unsere volle Unterstützung und Rückendeckung. Unser Verein hat mit dieser Personalentscheidung die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft im Hinblick auf unser 80-jähriges Jubiläum gestellt.“
Besonders der letzte Satz wirkt angesichts der aktuellen Situation ironisch. Dass Aue derzeit dort steht, wo es steht, liegt vor allem an den früheren Verantwortlichen wie Frötschner, Sportchef Matthias Heidrich (48) und weiteren. Sie entließen Pavel Dotchev (60) im Dezember 2024 ohne ersichtlichen Grund, setzten seinen Nachfolger Jens Härtel ein und demontierten ihn später wieder, ohne für eine klare Kaderstruktur zu sorgen.
Michael Tarnat (56), der Nachfolger von Heidrich, versucht nun, die entstandenen Probleme zu beheben und das Team wieder zusammenzuführen.
Die aufgrund der angespannten Situation kursierenden Vorschläge, die große Jubiläumsfeier abzusagen, wie man es in sozialen Netzwerken und Foren mitunter liest, sind jedoch nicht angebracht. Was können die Vereinshelden der Vergangenheit für die Fehler der Gegenwart? Niemand hat sich gewünscht, dass das 80-jährige Bestehen mit einer der schwierigsten sportlichen Phasen seit der Wende zusammenfällt.
Der „Schacht“ steht kurz vor dem Abstieg und braucht am Sonntagnachmittag gegen Energie Cottbus dringend einen Sieg, um neue Hoffnung zu schöpfen und nicht erstmals in die vierte Liga abzurutschen.
„Für das Derby müssen wir alles geben, um mit drei Punkten gegen den Tabellenführer die Trendwende 2026 einzuläuten. Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn die gesamte Region, das Erzgebirge, gemeinsam mit der Mannschaft erfolgreich ist“, erklärte Veilchen-Chef Thomas Schlesinger (53) zu Beginn der Woche.
Die neue Führung mobilisiert alle Kräfte: Sie schließt die Reihen, ruft das gesamte Erzgebirge zur Unterstützung auf und will in den verbleibenden 14 Spielen der 3. Liga als eine Art gallisches Dorf auftreten.
Tabelle der 3. Liga
Die Platzierungen in der 3. Liga haben folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende wird Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt unmittelbar auf. Der Drittplatzierte muss in einer Aufstiegs-Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga antreten, um den Verbleib oder Aufstieg zu klären.