„Das Steigerlied soll auch weiterhin deutschlandweit begeistern!“: Aue feiert 80. Jubiläum mit Fans und großartigem Programm
Aue – Für einige Stunden den sportlichen Frust vergessen – das war das Ziel am Mittwoch, als der FC Erzgebirge sein 80-jähriges Bestehen im heimischen Stadion feierte. An diesem eindrucksvollen Abend wurde viel gelacht, gescherzt und in Erinnerungen geschwelgt – vor allem an bessere Zeiten im Fußball im Lößnitztal.
Wegen der angespannten sportlichen Situation wollten viele Fans an diesem 4. März nicht feiern, zumal der Tag unmittelbar nach der schmerzhaften 1:2-Niederlage in München kam und die Stimmung nicht gerade ausgelassen war. Dennoch tat es gut, den Gedanken an eine mögliche Regionalliga-Zugehörigkeit für einen Moment beiseitezuschieben und sich vor Augen zu führen, was der Verein in seinen 80 Jahren alles erreicht hat. Der FC Erzgebirge ist in Ostdeutschland sprichwörtlich eine Institution – der älteste Traditionsklub der Region.
Das vom Verein organisierte Programm war erstklassig. Besonders die Stereoacts mit „Sara Perche Ti Amo“ sorgten für die stimmungsvollste Darbietung des Abends. Das Herz wurde dabei warm – nicht nur bei den rund 6000 Fans im Stadion.
Das Lied ist die Einlaufhymne von AC Mailand, ursprünglich gesungen von Ricchi e Poveri. Selbst die Auer Anhänger konnten sich bei diesem Stück ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Zahlreiche ehemalige Spieler und Wegbegleiter kamen, um gemeinsam zu feiern, Erinnerungen auszutauschen und alte Bekanntschaften aufzufrischen. Andere wiederum fehlten entweder aus Terminüberschneidungen oder persönlichen Gründen.
Daniel Meyer (46), Trainer von Juni 2018 bis September 2019, ließ Grüße übermitteln: „Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag und die besten Wünsche für einen Verein mit einer einzigartigen (Wismut-)DNA, großartigen Fans und einem tollen Stadion. Ich hoffe sehr, dass das Steigerlied und das langgezogene ‚Wir sind Wismut Aue‘ auch weiterhin Gegner im ganzen Land beeindrucken! Glück auf!“
Auch Pascal Testroet (35) hätte gern teilgenommen, doch seine terminliche Situation ließ eine 400 Kilometer lange Fahrt von Sandhausen nach Aue nicht zu. Dennoch richtete er Worte an Verein und Fans: „Erzgebirge Aue ist ein ganz besonderer Klub! Er überzeugt durch seinen Standort, seine Hymne, die Vereinsfarben – vor allem aber durch seine Tradition und Werte, die in schweren Zeiten für Zusammenhalt sorgen und gemeinsam wieder Licht in die Dunkelheit bringen. Ich drücke fest die Daumen im Kampf um den Klassenerhalt. Für mich war es immer eine große Ehre, das Trikot tragen zu dürfen!“ Besser hätte man es kaum ausdrücken können.
Zum Jubiläum gab es ein Testspiel am 19. Juli gegen Schalke 04. Und am Mittwochabend hatte wohl jeder den Wunsch, dass Aue im Sommer als Drittligist den Rivalen aus Gelsenkirchen gegenüberstehen möge.
3. Liga Tabelle
Die Tabelle der 3. Liga besagt Folgendes: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der 3. Liga und steigt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt direkt auf. Der Drittplatzierte spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Klassenerhalt.