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„Haben alles versucht“: Darum blieb Aues Transferoffensive aus

Aue – Obwohl Erzgebirge Aue in der Wintertransferperiode keine großen Neuzugänge verzeichnen konnte, war der Klub keineswegs untätig.

Sportdirektor Michael Tarnat (56) verlieh den 19-jährigen Paul Seidel in die Regionalliga West zu Bocholt und verpflichtete im Gegenzug den 25-jährigen Stürmer Vincent Ocansey von Arminia Bielefeld.

Der wechselwillige Boris Tashchy (32) hingegen bleibt weiterhin auf der Gehaltsliste, da offenbar kein Verein in Deutschland als Abnehmer infrage kam.

Tarnat äußerte sich dazu: „Ich hatte gesagt, dass wir nur dann aktiv werden, wenn wir Spieler verpflichten, die uns wirklich weiterhelfen. Ich habe mit mehreren Spielern gesprochen, aber alle haben aus unterschiedlichen Gründen abgesagt, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Am Montag [am letzten Tag der Transferperiode, Anm. d. Red.] haben Christoph Dabrowski (47), das Trainerteam und ich uns zusammengesetzt – doch es kam nichts zustande.”

„Wir haben wirklich alles versucht, um neue Spieler zu holen, doch leider hat es nicht geklappt. Deshalb haben wir beschlossen, den vorhandenen Jungs unser Vertrauen zu schenken. Die Mannschaft ist talentiert, und ich bin überzeugt, dass Christoph die richtigen Hebel findet, um die Leistung auf den Platz zu bringen“, erklärt Tarnat, warum keine weiteren Transfers zustande kamen.

Der eigentliche Neuzugang, der den Klassenerhalt sicherstellen soll, wurde für die Trainerbank verpflichtet: Christoph Dabrowski.

Bei seiner Vorstellung am Dienstagmittag betonte Dabrowski, dass er – ebenso wie zuvor Tarnat – Potenzial in der Mannschaft sieht. „Viel läuft über Kommunikation und die Motivation der Spieler. Die Qualität ist definitiv vorhanden. Innerhalb der einzelnen Positionen steckt das Potenzial, um in der 3. Liga zu bleiben“, so Dabrowski.

Als Schlüssel, dieses Potenzial auszuschöpfen, nennt er harte Arbeit und intensive Kommunikation.

„Ich bin ein Trainer, der immer wieder das Gespräch sucht. Dabei geht es auch um die Hierarchie und das Rollenverständnis innerhalb des Teams, was ich für besonders wichtig halte. Mir ist es wichtig, dass ein Spieler offenlegt, welche Rolle er für sich sieht, damit wir das gemeinsam abgleichen können. So lässt sich der Fortschritt messen, immer wieder überprüfen und es entsteht eine positive Gruppendynamik“, erklärt der neue Chef an der Seitenlinie.

Besonders in der Offensive sieht er die Mannschaft gut aufgestellt mit „interessanten Spielern, die bereits in der 3. Liga auf sich aufmerksam gemacht haben.“ Damit sind wohl vor allem Torjäger Marcel Bär, Marvin Stefaniak und Julian Guttau gemeint. Im Defensivbereich hingegen bestehe noch Bedarf an Stabilität und Konzentration.

Dennoch müssen es genau die Spieler richten, mit denen Aue unter Jens Härtel an 13 von 22 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz stand. Es ist jedoch nicht so, dass kein Interesse an weiteren Zugängen bestand oder es an finanziellen Mitteln mangelte.

Tabelle der 3. Liga

Die 3. Liga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Ende der Saison wird Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte steigt unmittelbar auf. Der Drittplatzierte kämpft im Relegationsduell gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga um den Aufstieg beziehungsweise den Klassenerhalt.